
Berlin und Brandenburg bereiten sich auf gefährliche Hitzewelle vor – Behörden warnen vor 35 °C, Gewittern und Waldbrandgefahr
Die Temperaturen sollen am Wochenende in Berlin und Brandenburg 35 °C erreichen. Die Behörden geben schwere Hitze- und Gewitterwarnungen heraus und mahnen zur Vorsicht für gefährdete Gruppen.
Die heiße und feuchte Luftmasse über Ostdeutschland wird die Temperaturen in Berlin und Brandenburg am Samstag auf 35 °C treiben, während der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor schweren Gewittern mit Starkregen bis zu 40 Litern pro Quadratmeter und Hagel warnt. Am Freitag hatten schwere Schauer bereits Überschwemmungen und Stromausfälle in Neuruppin verursacht, und eine amtliche Unwetterwarnung galt bis in den Nachmittag für Teile der Uckermark. Die Gewitter sollen bis zur Nacht zum Sonntag abziehen.
- Gewitter verursachen Überschwemmungen und Stromausfälle in Neuruppin, Starkregen in der Uckermark.
- DWD gibt extreme Hitzewarnung (bis zu 35 °C) und schwere Gewitterwarnung mit Hagel und 40 L/m² Regen heraus.
- Prognose: Gewitter ziehen bis Sonntagnacht ab, Hitze hält an.
Gesundheitsrisiken und Behördenwarnungen
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat für Samstag eine extreme Hitzewarnung herausgegeben. Der DWD erwartet am gesamten Wochenende Temperaturen über 30 °C, wobei die dicht bebauten Teile Berlins nachts heiß bleiben. Die Krankenhäuser bereiten sich auf hitzebedingte Einweisungen vor; die zentrale Notaufnahme am Uniklinikum Cottbus rechnet mit Kreislaufkollaps, Schwindel und Kopfschmerzen.
Wir empfehlen leichte Kost, wasserreiches Obst und Gemüse, ausreichend Flüssigkeit und mehrere kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten. Treiben Sie Sport nur in Maßen und in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) rät, viel Wasser zu trinken, körperliche Anstrengung zu vermeiden, Aktivitäten im Freien auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen, die Wohnung tagsüber zu verschatten und nachts zu lüften.
Schutz der Obdachlosen
Im Januar 2025 wurden in Berlin rund 53.600 obdachlose Menschen registriert, Teil eines bundesweiten Anstiegs um 8 % auf knapp 475.000 Menschen in Notunterkünften. Für diejenigen, die auf der Straße leben, ist die Kombination aus intensiver Sonne sowie fehlendem Schutz und Trinkwasser lebensbedrohlich.
Der Mangel an Rückzugsmöglichkeiten, der unzureichende Zugang zu Trinkwasser und die ständige Hitzebelastung erhöhen das Risiko von Dehydrierung und Kreislaufproblemen erheblich.
Die Senatorin rief die Berlinerinnen und Berliner auf, auf Menschen zu achten, die ungeschützt in der Sonne sitzen und hilflos wirken, und bei Bedarf einen Krankenwagen zu rufen. Das städtische Hitzehilfeprogramm, das in dieser Saison mit 370.000 Euro gefördert wird (70.000 Euro mehr als 2025), bietet bis Ende August Unterkünfte, Getränke, Essen, Duschen, Beratung und medizinische Erstversorgung durch mobile Teams in der gesamten Stadt.
Abkühlungsmaßnahmen und öffentliches Leben
Die Freibäder erwarten großen Andrang und empfehlen, Eintrittskarten online zu kaufen; bei Erreichen der Kapazitätsgrenze können die Eingänge geschlossen werden. Auch Parks, Seeuferbereiche und Eisdielen werden voraussichtlich sehr voll sein. Einige Veranstaltungsorte rüsten mit Kühlungsinstallationen nach: Das Berliner Ensemble hat einen Nebeldusche in seinem Innenhof installiert, und der Mauerpark verfügt nun über eine Vernebelungsanlage, die aus 32 Düsen in 45 Sekunden etwa einen Liter Wasser versprüht.
Für den Eiswürfelproduzenten Iceman bedeutet die Hitze Überstunden. Geschäftsführer Jan Püschel sagte, sein Team produziere und liefere Tonnen von Eis, und die Lagerhalle mit einer Temperatur von minus 12 °C sei einer der kühlsten Orte der Stadt.
Waldbrandgefahr
Anhaltende Trockenheit hat die Waldbrandgefahr in Brandenburg auf hohe Stufen steigen lassen, und der DWD erwartet, dass sie über das Wochenende weiter zunimmt. Die Region erlebte im Mai einen großen Waldbrand auf munitionsbelastetem Gelände nahe Jüterbog, und die Behörden sind aufgrund der anhaltenden Hitze in Alarmbereitschaft.


