Kurz gefasst
Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd teilte mit, die ersten Kräfte hätten das Kehlsteinhaus am 23. Oktober um 21:52 Uhr erreicht und dort bereits ein großes Feuer vorgefunden.
Die „Bild“-Zeitung berichtete unter Berufung auf N-tv, die Polizei ermittle wegen des Verdachts der Brandstiftung, nachdem ein Motorradfahrer gestoppt und festgenommen worden war; NOS zufolge war noch unklar, ob der Tatverdächtige etwas mit dem Feuer zu tun hat.
„Wochenblatt“, zitiert von AD, nannte 150 Feuerwehrleute vor Ort, während die bayerische Polizei, zitiert von NOS, von rund 200 beteiligten Helfern sprach.
Die Polizei rechnete nicht mit Verletzten und erklärte, niemand habe sich im Gebäude aufgehalten; AD berichtete jedoch, es sei noch nicht bekannt, ob das Gebäude gerettet werden kann.
- 23.10.Erste Rettungskräfte treffen ein und melden ein großes Feuer
- Gegen Mitternacht, 23. OktoberFeuer brennt weiter, die Polizei hat noch keine Angaben zur Zahl der Einsatzkräfte gemacht
- 8.11.Geplanter letzter Tag der Saison laut der Website von Bergerlebnis Berchtesgaden
Ein Feuer im Kehlsteinhaus
Am Abend des Freitags, 23. Oktober, brach im Kehlsteinhaus ein Feuer aus, dem früheren Teehaus Adolf Hitlers auf dem Obersalzberg oberhalb von Berchtesgaden in Bayern. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd erreichten die ersten Rettungskräfte das Gebäude um 21:52 Uhr und fanden bereits ein großes Feuer vor. Die Polizei rechnete nicht mit Verletzten, nach den damals vorliegenden Informationen hatte sich niemand im Gebäude aufgehalten. Die Ursache war noch nicht geklärt.
Die Polizei beschrieb den Löscheinsatz in einer Mitteilung:
„Die Löscharbeiten sind derzeit in vollem Gange.“
Gegen Mitternacht waren die Einsatzkräfte noch mit dem Brand beschäftigt, Angaben zur Zahl der eingesetzten Kräfte hatte die Polizei noch nicht veröffentlicht. Bei dem Gebäude, das als Bergrestaurant auf 1.834 Metern Höhe beschrieben wird, handelt es sich um das Kehlsteinhaus, auch als „Adlerhorst“ bekannt.
Festnahme und Verdacht auf Brandstiftung
Die „Bild“-Zeitung berichtete unter Berufung auf N-tv, die Polizei ermittle wegen des Verdachts der Brandstiftung. Beamte, die in Richtung Einsatzort fuhren, trafen auf einen Motorradfahrer, alarmierten das nachfolgende Löschfahrzeug, und dessen Besatzung stoppte den Mann. Ein Polizeisprecher sagte der „Bild“, er sei festgenommen worden. AD berichtete, ein Mann sei festgenommen worden, während NOS meldete, die Polizei habe kurz nach Ausbruch des Feuers einen Tatverdächtigen in Gewahrsam genommen, es sei aber noch unklar, ob er mit dem Brand zu tun habe. Die Brandursache wird weiterhin ermittelt.
Einsatzkräfte, Schäden und offene Fragen
Die Zahl der Einsatzkräfte wird unterschiedlich angegeben. „Wochenblatt“, zitiert von AD, nannte 150 Feuerwehrleute vor Ort, während die bayerische Polizei, zitiert von NOS, von rund 200 Helfern bei der Brandbekämpfung sprach. N-tv berichtete, die Polizei habe um Mitternacht noch keine Angaben zur Zahl der Einsatzkräfte gehabt. Auch ob das Gebäude noch gerettet werden kann, war unklar; AD berichtete, es sei noch nicht bekannt, ob das Feuer unter Kontrolle sei.
Ein Gebäude aus der NS-Zeit
Das Kehlsteinhaus liegt auf 1.834 Metern am Kehlstein und wurde laut „Spiegel“ und N-tv 1938 fertiggestellt, während NOS die Jahre 1937 und 1938 als Bauzeit nennt. Es entstand innerhalb des abgesperrten Wohn- und Regierungsbereichs der NS-Führung und wird seit 1952 als Bergrestaurant betrieben. Das Gebäude sollte Diplomaten und andere ausländische Gäste empfangen, doch der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden erklärt, seine Bedeutung sei gering geblieben.
„Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.“
Laut der eigenen Website des Hauses, zitiert vom „Spiegel“, war das Gebäude kein Geschenk zu Hitlers 50. Geburtstag 1939. Hitler besuchte es nur selten, und NOS berichtet, es sei vor allem von Personen aus seinem engsten Umfeld genutzt worden, darunter Eva Braun. Seine eigene Residenz, der Berghof, stand weiter unten am Obersalzberg, wo auch Hermann Göring, Albert Speer und Martin Bormann Häuser besaßen.
Zugang und wie es weitergeht
Besucher erreichen den Ort über eine 6,5 Kilometer lange Bergstraße mit fünf Tunneln, die nur von Bussen befahren wird, und einen goldfarbenen, in den Fels gehauenen Aufzug, der die letzten rund 125 Meter überwindet, so „Spiegel“ und NOS, das die Höhe des Aufzugs mit 124 Metern angibt. Der „Spiegel“ berichtet, das Gebäude sei bei den Luftangriffen der Alliierten nicht beschädigt worden, und eine Ausstellung auf der Sonnenterrasse beleuchte seine Geschichte. Die Website von Bergerlebnis Berchtesgaden nannte als Saisonende den 8. November, die Brandursache wird weiterhin ermittelt.