
Hisbollah lehnt Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel ab und verweigert Abrüstung
Hisbollah-Führer Naïm Qassem erklärte am Freitag das von den USA vermittelte Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel für unrechtmäßig, lehnte die Abrüstung ab und wies internationale Überprüfungen zurück.
Rede und Ablehnung des Abkommens
Der Hisbollah-Führer Naïm Qassem hielt am Freitagabend, den 28. August, eine Fernsehansprache, in der er das zwischen Libanon und Israel ausgehandelte Rahmenabkommen entschieden ablehnte. Die Rede, die vom Hisbollah-Fernsehsender al-Manar ausgestrahlt wurde, erklärte, dass die pro-iranische Bewegung trotz Rückschlägen in zwei Kriegen mit dem israelischen Militär nicht kapitulieren werde. Qassem wies seine Anhänger an, sich aktiv gegen die diplomatische Vereinbarung zu stellen, die zu Beginn des Sommers zustande gekommen war. Das Rahmenabkommen wurde am 26. Juni unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Staaten vermittelt, um die Spannungen entlang der Grenze zu deeskalieren. Während der Sendung forderte der Hisbollah-Chef den Zusammenbruch des diplomatischen Textes.
Wir lehnen das Rahmenabkommen ab und fordern seinen Sturz.
Bedingungen der Abrüstung und Überwachung
Das am 26. Juni geschlossene Abkommen verlangt, dass die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle über den Südlibanon zurückgewinnen, unter der Voraussetzung, dass die Hisbollah abrüstet. Gemäß den vereinbarten Bedingungen soll die Abrüstung in ausgewiesenen Pilotzonen beginnen, aus denen sich die israelischen Truppen zurückziehen würden. Qassem verurteilte das gesamte Rahmenabkommen als Eingriff in die nationale Autonomie und lehnte sowohl die Pilotzonen als auch die geplanten Überwachungsmechanismen ab. Er wandte sich insbesondere gegen eine internationale Überprüfungsinstanz, die die Einhaltung überwachen sollte. In seiner Rede bezeichnete Qassem die Bedingungen als inakzeptable Zugeständnisse.
Das Rahmenabkommen ist unrechtmäßig, illegal und demütigend. Es untergräbt die libanesische Souveränität und ermöglicht keine Wiederherstellung der Rechte.
- Hisbollah greift Israel zur Unterstützung Teherans an, was israelische Luft- und Bodenoperationen auslöst.
- Libanon und Israel schließen ein von den Vereinigten Staaten vermitteltes Rahmenabkommen.
- Libanesische und israelische Vertreter treffen sich in Rom, um über die Mitglieder einer Überprüfungskommission zu beraten.
- Hisbollah-Führer Naïm Qassem hält eine Rede, in der er das Abkommen ablehnt.
- Delegierte aus Libanon und Israel sollen eine neue Verhandlungsrunde aufnehmen.
Verhandlungen in Rom und Pilotzonen
Libanesische und israelische Vertreter führten Anfang August ihre jüngsten Gespräche in Rom, um die Umsetzung des Abkommens auszuarbeiten. Eine Quelle aus der libanesischen Präsidentschaft bestätigte, dass sich diese Gespräche auf die Auswahl der Drittländer konzentrierten, die an der Überprüfungskommission teilnehmen sollten. Diese Kommission soll die Stationierung der libanesischen Armee in den Pilotzonen überwachen, wo die ersten Schritte bereits begonnen haben. Die Kommission ist auch damit beauftragt, die Demontage von Waffenlagern und militärischer Infrastruktur der Hisbollah zu beaufsichtigen. Eine neue Verhandlungsrunde zwischen libanesischen und israelischen Delegierten ist für September vorgesehen.
Regionale Eskalation und Opfer
Die Hisbollah trat am 2. März in die breitere regionale Konfrontation ein, indem sie in Abstimmung mit Teheran Angriffe gegen israelische Ziele durchführte. Der erste Angriff löste intensive israelische Luftangriffe und eine Bodenoffensive im Libanon aus. Laut von libanesischen Behörden veröffentlichten Zahlen sind durch die Kämpfe mehr als 4.300 Menschen getötet worden. Obwohl die allgemeinen Feindseligkeiten nach dem Abkommen vom 26. Juni nachließen, kam es weiterhin sporadisch zu israelischen Luft- und Artillerieangriffen. Darüber hinaus hat das israelische Militär eine aktive Sicherheitszone im Südlibanon eingerichtet, in der seine Streitkräfte stationiert bleiben.
Jüngste Angriffe und Grenzsicherheit
Die militärischen Spannungen haben sich in der letzten Augustwoche im Südlibanon verschärft. Libanesische Behörden berichteten, dass ein israelischer Angriff am Freitag, den 28. August, eine Frau im südlichen Grenzgebiet getötet habe. Sporadische israelische Operationen haben im Süden zugenommen, während libanesische Truppen versuchen, ihre Präsenz in ausgewiesenen Pilotsektoren auszubauen. Die Weigerung der Hisbollah, abzurüsten, stellt ein direktes Hindernis für den geplanten Abzug der israelischen Streitkräfte aus der Sicherheitszone dar. Diplomaten beabsichtigen, sich in der bevorstehenden Verhandlungsrunde im September mit dem Stillstand zu befassen.


