Familie sammelt 145.000 PLN für polnischen Busfahrer, der nach Busunglück in Ungarn inhaftiert wurde
Angehörige von Robert M., dem Fahrer, der in Miskolc festgenommen wurde, nachdem ein Busunglück auf der ungarischen Autobahn M3 12 polnische Pilger getötet hatte, haben über 145.000 PLN gesammelt, um seine rechtliche Verteidigung zu finanzieren und Hausarrest zu erwirken.
Haft und Strafvorwürfe in Miskolc
Das Bezirksgericht in Miskolc ordnete am 18. August die vorläufige Festnahme des polnischen Busfahrers Robert M. an und setzte ihn bis zum 18. September für 30 Tage in Haft. Die ungarische Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, fahrlässig einen Verkehrsunfall verursacht zu haben, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen. Nach ungarischem Recht wird diese Straftat mit einer Freiheitsstrafe zwischen zwei und acht Jahren geahndet. Die ungarischen Ermittler vermuten, dass der Fahrer möglicherweise am Steuer eingeschlafen ist. Robert M., der seit vielen Jahren als Berufskraftfahrer tätig war, wurde von der Staatsanwaltschaft vernommen und befindet sich während der laufenden Ermittlungen weiterhin in einer ungarischen Haftanstalt.
Umstände des Zusammenstoßes auf der Autobahn M3
Der Unfall ereignete sich gegen 01:00 Uhr auf der Autobahn M3 in der Nähe der Stadt Mezőkeresztes im Nordosten Ungarns. Das Fahrzeug transportierte 59 polnische Staatsbürger, die von einer religiösen Pilgerreise nach Medjugorje zurückkehrten. Alle Passagiere waren erwachsene Einwohner der Woiwodschaft Podkarpackie. Der Vorfall forderte 12 Todesopfer am Unfallort. Zwölf verletzte Passagiere wurden am Mittwoch daraufhin zurückgeführt und in Krankenhäuser in Rzeszów eingeliefert, wo ihr Zustand als gut, aber weiterhin behandlungsbedürftig eingeschätzt wurde. Fünf polnische Staatsbürger blieben in Ungarn im Krankenhaus, drei davon in kritischem Zustand.
- Polnischer Pilgerbus verunglückt auf der Autobahn M3 bei Mezőkeresztes, 12 Tote
- Bezirksgericht Miskolc setzt Fahrer Robert M. für 30 Tage bis zum 18. September in Untersuchungshaft
- Zwölf verletzte Passagiere werden aus Ungarn in Krankenhäuser in Rzeszów verlegt
- Online-Spendenaktion für rechtliche Verteidigung erreicht über 145.000 PLN von einem Ziel von 200.000 PLN
Grenzüberschreitende Gerichtsverfahren
Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Krosno leitete in Polen ein Ermittlungsverfahren ein und begann mit Zeugenbefragungen der überlebenden Passagiere. Die polnische Staatsanwaltschaft bereitete einen formellen Antrag vor, mit dem sie die ungarischen Behörden aufforderte, das gesamte Strafverfahren nach Polen zu übertragen, da der Verdächtige, der Fahrzeugführer und alle Opfer polnische Staatsangehörige sind. Eine Übertragung erfordert die offizielle Zustimmung der ungarischen Justizbehörden. Die polnischen Ermittler warten auf Unterlagen und forensische Beweise, die von der ungarischen Polizei am Unfallort auf der Autobahn M3 gesammelt wurden.
Crowdfunding-Kampagne und Verteidigungsvorbereitungen
Um seine rechtliche Verteidigung zu finanzieren, richtete die Familie von Robert M. eine Spendenaktion auf der Plattform Pomagam.pl unter dem Titel „Wspieramy Roberta, kierowcę autokaru z wypadku na Węgrzech“ ein. Bis zum 23. August um 17:30 Uhr hatte die Kampagne über 145.000 PLN von ihrem Ziel von 200.000 PLN gesammelt, nachdem sie innerhalb der ersten beiden Tage die 130.000-PLN-Marke überschritten hatte. Die Gelder sind für Anwaltskosten, beglaubigte Übersetzungen, psychologische Betreuung, unabhängige Unfallrekonstruktionen und grundlegende Lebensnotwendigkeiten in der Haft vorgesehen. Die Familie bereitet außerdem Mittel vor, um in Ungarn eine Wohnung zu mieten, falls das ungarische Gericht einem Antrag auf Ersatz der Haft durch Hausarrest vor Ort stattgibt.
Rechtliche Vertretung und Unterstützung durch die Diaspora
Der ungarische Verteidiger Daniel Gervan gab eine öffentliche Erklärung ab, in der er die Echtheit der Initiative bestätigte, nachdem im Internet Überprüfungsanfragen aufgetaucht waren. Gervan erklärte, dass in Ungarn lebende Polen die erste Konsultation mit einem polnischen Psychologen arrangiert und finanziert hätten. Das Anwaltsteam richtete die Domain wspieramyroberta.com ein, um offizielle Mitteilungen und Updates zum Verfahren zu veröffentlichen.
Daniel Gervan sprach im Namen seines Mandanten seine Dankbarkeit für die finanzielle und moralische Unterstützung aus der Bevölkerung aus.
Robert weiß von dieser Unterstützung und ist sehr dankbar dafür.


