Norwegen wartet auf Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn der Kronprinzessin – Mette-Marit steht vor Lungentransplantation
Marius Borg Høiby, Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, wird sein Urteil zu 40 Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, erfahren. Seine Mutter, schwer an Lungenfibrose erkrankt, wurde letzte Woche auf die Transplantationsliste gesetzt.
Drei Richter am Bezirksgericht Oslo werden am Montag das Urteil im Prozess gegen Marius Borg Høiby verkünden. Dem 29-Jährigen werden 40 Anklagepunkte vorgeworfen, darunter vier Fälle von Vergewaltigung, die er bestreitet. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten; die Verteidigung plädiert auf eine Strafe von eineinhalb Jahren. Høiby wird aus gesundheitlichen Gründen per Video zugeschaltet.
Familie in der Krise
Kronprinzessin Mette-Marit leidet an chronischer Lungenfibrose und wurde vor etwas mehr als einer Woche auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt. Norwegische Medien berichten, dass die Aufnahme auf die Liste ohne neue Lunge eine Lebenserwartung von etwa einem Jahr bedeutet. Sie ist täglich auf Sauerstoff angewiesen, und ihr Ehemann, Kronprinz Haakon, brach eine Reise nach Japan ab, um an ihrer Seite zu sein. Prinzessin Ingrid Alexandra kehrte aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustands ihrer Mutter aus Australien zurück.
Sorgerechtsstreit
Høiby befindet sich seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Ein Berufungsgericht lehnte letzte Woche einen Antrag auf Freilassung ab, damit er seine kranke Mutter besuchen könne. Das Gericht sah weiterhin eine „hohe Wahrscheinlichkeit, dass Høiby bei einer Freilassung neue Straftaten begehen würde“, wie der norwegische Sender NRK berichtete. Sein Anwalt zeigte sich empört.
Wir sind sehr, sehr enttäuscht und verstehen die Entscheidung nicht.
Høibys Anwaltsteam könnte nun beim Obersten Gerichtshof Berufung einlegen. Die Polizei hatte sich zuvor gegen seine Freilassung ausgesprochen und auf die Gefahr weiterer Straftaten hingewiesen.
Zusätzliche Belastung für die Kronprinzessin
Der Prozess hat den Druck auf Mette-Marit weiter erhöht. Die deutsche Tageszeitung Die Welt berichtete, dass der Skandal um ihre Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sie in den letzten Monaten schwer belastet habe – zusätzlich zu ihrer Krankheit und den rechtlichen Problemen ihres Sohnes.
Was das Urteil bedeutet
Folgen die Richter der Empfehlung der Staatsanwaltschaft, drohen Høiby mehr als sieben Jahre Haft. Die Verteidigung besteht darauf, dass für die von ihm eingeräumten Straftaten, darunter Drogenbesitz und Verkehrsdelikte, eine deutlich kürzere Strafe angemessen sei. Der Ausgang wird ein entscheidender Moment für das Königshaus sein, das unter intensiver öffentlicher Beobachtung steht.


