
Honduras Ex-Präsident Hernández kehrt nach Trump-Begnadigung zurück und steht vor neuem Korruptionsprozess
Juan Orlando Hernández, der ehemalige honduranische Präsident, der in den USA wegen Drogenhandels zu 45 Jahren Haft verurteilt worden war, landete am Sonntag in Palmerola, nachdem Donald Trump ihn vor acht Monaten begnadigt hatte, und steht nun in der Heimat vor einem separaten Korruptionsverfahren.
Juan Orlando Hernández, von 2014 bis 2022 Präsident von Honduras, kehrte am Sonntag ins Land zurück, mehr als vier Jahre nach seiner Auslieferung an die Vereinigten Staaten. Ein von ihm auf X veröffentlichtes Video zeigt ihn, wie er am internationalen Flughafen von seiner Familie begrüßt wird.
Die Verurteilung in den USA
Hernández wurde kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt ausgeliefert und zwei Jahre später von einem New Yorker Gericht angeklagt, Honduras zu einem 'Drogenstaat' gemacht zu haben und den Schmuggel von Kokain – hauptsächlich aus Kolumbien und Venezuela – durch das Land in die Vereinigten Staaten ermöglicht zu haben. Das US-Justizministerium beschrieb seine Rolle als Missbrauch der Präsidentschaftsmacht zur Unterstützung einer der größten und gewalttätigsten Drogenhandelsverschwörungen der Welt. Er erhielt eine 45-jährige Haftstrafe.
Er wurde sehr hart und unfair behandelt.
Trumps Begnadigung und die Wahl
Trump sprach die Begnadigung vor acht Monaten aus, kurz vor den honduranischen Präsidentschaftswahlen. Er verband die Ankündigung mit einem ausdrücklichen Aufruf an die Honduraner, für den rechten Kandidaten Nasry 'Tito' Asfura zu stimmen, einen Parteiverbündeten von Hernández. Asfura gewann die Wahl knapp. Die Begnadigung stieß sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Honduras auf Kritik.
Was ihn zu Hause erwartet
Hernández' Rückkehr verlagert die rechtliche Geschichte in das honduranische Gerichtssystem. Er soll am 3. August vor einem Gericht erscheinen, wegen des Vorwurfs, zwei Millionen Dollar öffentlicher Gelder für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2013 veruntreut zu haben. Ein inländischer Haftbefehl im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen wurde kürzlich aufgehoben, eine Entwicklung, die die Skepsis unter Beobachtern nährt, die bezweifeln, ob das Verfahren zu einem Schauprozess zu werden droht.
- Hernández amtiert als Präsident von Honduras.
- Kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt an die USA ausgeliefert.
- Wegen Drogenhandels verurteilt; zu 45 Jahren Haft verurteilt.
- Trump begnadigt Hernández unter Berufung auf unfaire Behandlung.
- Hernández kehrt nach Honduras zurück, von seiner Familie empfangen.
- Anstehender Gerichtstermin wegen angeblicher Veruntreuung öffentlicher Gelder.
Der in Zürich ansässige Tages Anzeiger stellte fest, dass der Haftbefehl aufgehoben wurde; Spiegel Online und ZEIT ONLINE hoben beide die Kombination aus aufgehobenem Haftbefehl und dem bevorstehenden Gerichtstermin hervor, die die Zweifel an der Ernsthaftigkeit der honduranischen Verfahren aufrechterhalte. ZEIT ONLINE beschrieb die Heimkehr als 'weniger ein justizielles Finale als vielmehr die nächste Staffel eines politischen True-Crime-Formats, in dem Macht, Straflosigkeit und Inszenierung einmal mehr verdächtig gut harmonieren.'

