
Prinz Harry und Mitkläger müssen 9,54 Mio. Pfund an Vorabkosten an Daily-Mail-Verleger zahlen
Der Londoner High Court hat Prinz Harry, Elton John und fünf weitere Kläger angewiesen, bis zum 28. August 2026 eine erste Zahlung in Höhe von 9,54 Millionen Pfund an Anwaltskosten an Associated Newspapers zu leisten.
Kostenbeschluss des High Court
Der Londoner High Court hat Prinz Harry, Sir Elton John und fünf weitere prominente Kläger angewiesen, eine vorläufige Summe von 9.544.355 Pfund (etwa 11,1 Millionen Euro) an Prozesskosten an Associated Newspapers Limited zu zahlen, den Verlag der Daily Mail und des Mail on Sunday. Richter Matthew Nicklin erließ die Anordnung am 21. August 2026 und setzte eine strikte Zahlungsfrist bis zum 28. August 2026 um 16:00 Uhr. Der Beschluss folgt auf die vollständige Abweisung der Zivilklage der Gruppe im Juli 2026, in der es um angeblich rechtswidrige Informationsbeschaffung durch die Zeitungsgruppe ging. Associated Newspapers hatte beim Gericht beantragt, einen erheblichen Teil seiner gesamten Verteidigungskosten zurückzuerhalten, die sich über vier Jahre Verfahren auf 34,5 Millionen Pfund (etwa 40 Millionen Euro) beliefen. Das Gericht entschied, dass die erste Zahlung als vorläufiger Betrag dient; die endgültigen Verbindlichkeiten sollen in späteren Gerichtsanhörungen festgelegt werden.
- Verteidigungskosten von Associated Newspapers
- 34.5 Mio. £
- Versicherungsschutz der Kläger
- 16 Mio. £
- Angeordnete Vorauszahlung
- 9.54 Mio. £
Rechtliche Bewertung und Vorwürfe der Kläger
Die Klage beruhte auf Behauptungen, dass Journalisten der Daily Mail illegale Methoden angewandt hätten, darunter Telefonabhörung, Abfangen von Voicemail-Nachrichten und die Beauftragung von Privatdetektiven, um an private Informationen für rund 50 zwischen 1993 und 2018 veröffentlichte Artikel zu gelangen. Nach einem elfwöchigen Prozess, der von Januar bis März 2026 stattfand, wies der High Court am 7. Juli 2026 alle Klagen ab. In seiner Kostenentscheidung kritisierte Richter Nicklin die Kläger dafür, dass sie schwerwiegende Vorwürfe auf spekulativer und indizieller Grundlage statt auf soliden Beweisen erhoben hätten. Der Richter befand, dass die Kläger sich in hohem Maße unvernünftig verhalten hätten, indem sie es versäumten, schwere Anschuldigungen freiwillig zurückzuziehen, sobald klar wurde, dass sie diese nicht belegen konnten. Associated Newspapers betonte während des gesamten Verfahrens, dass seine Berichterstattung ausschließlich auf rechtmäßigen und legitimen journalistischen Quellen beruhte.
Nach der Abweisung im Juli gaben Prinz Harry und die Mitklägerin Doreen Lawrence eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie das Urteil verurteilten.
Es ist eine absolute und offensichtliche Vertuschung, aber leider nicht völlig unerwartet.
Versicherungsschutz und Frist für Berufung
Die Gruppe der sieben Kläger umfasst Prinz Harry, Popstar Elton John, Filmemacher David Furnish, die Schauspielerinnen Elizabeth Hurley und Sadie Frost, den ehemaligen Politiker Simon Hughes sowie die Anti-Rassismus-Aktivistin Doreen Lawrence. Es wird erwartet, dass Lawrences Anteil an den Kosten von den anderen Klägern übernommen wird. Die Kläger verfügen über eine Prozesskostenversicherung in Höhe von etwa 16 Millionen Pfund für gegnerische Kosten, die voraussichtlich etwa die Hälfte ihrer möglichen Gesamtverbindlichkeiten abdecken wird. Associated Newspapers bezeichnete das Kostenergebnis als weiteren entscheidenden Sieg für die Mail und die Pressefreiheit. Die Kläger haben nun bis zum 2. Oktober 2026 Zeit, eine formelle Berufung gegen das Urteil des High Court einzulegen.
- Kläger sagen in London unter Kreuzverhör aus
- Elfwöchiger Prozess vor dem High Court endet
- High Court weist alle Klagen wegen rechtswidriger Informationsbeschaffung ab
- Richter ordnet vorläufige Zahlung der Prozesskosten durch Kläger an
- Frist für Kläger zur Zahlung der ersten 9,54 Millionen Pfund
- Frist für Kläger zur Einlegung einer Berufung gegen das Urteil
Abschluss der dritten Klage gegen ein Boulevardblatt
Die Niederlage gegen Associated Newspapers markiert den Abschluss von Prinz Harrys dritter Zivilklage gegen britische Boulevardverlage wegen angeblicher rechtswidriger Nachrichtenbeschaffungsmethoden. Seine früheren Rechtsstreitigkeiten hatten unterschiedliche Ergebnisse: 2023 erging ein Urteil des High Court gegen den Verlag des Daily Mirror wegen weit verbreiteten und gewohnheitsmäßigen Telefonabhörung, und der Verlag der Sun entschuldigte sich und schloss einen Vergleich. Während des Prozesses gegen den Daily-Mail-Verlag im Januar 2026 sagte Harry in London unter Kreuzverhör emotional über die Pressebeobachtung seiner Familie aus. Die finanzielle Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, da Prinz Harry und seine Frau Meghan sich darauf vorbereiten, mit ihren beiden Kindern Archie und Lilibet nach Großbritannien zurückzukehren.


