
Hamburger Koalition fordert bundesweites Verbot künstlicher Elektroauto-Motorengeräusche
Die Hamburger SPD- und Grünen-Koalition hat einen Parlamentsantrag vorgeschlagen, um künstliche Hochgeschwindigkeits-Motorengeräusche in Elektroautos bundesweit zu verbieten, während die obligatorischen Fußgänger-Warnsignale bei niedrigen Geschwindigkeiten beibehalten werden sollen.
Koalitionsinitiative gegen künstliche Motorengeräusche
Die rot-grüne Regierungskoalition in Hamburg, bestehend aus der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und der Grünen Partei, strebt ein Verbot künstlich erzeugter Motorengeräusche in Elektrofahrzeugen bei höheren Geschwindigkeiten an. Die Koalitionspartner haben einen Parlamentsantrag ausgearbeitet, der den Hamburger Senat auffordert, sich auf Bundesebene für eine entsprechende Gesetzgebung in ganz Deutschland einzusetzen. Während elektrische Antriebe konstruktionsbedingt leise arbeiten, verbauen Autohersteller wie Volkswagen und Porsche optionale Klanggeneratoren, die bei Beschleunigung und hohen Geschwindigkeiten den akustischen Charakter von Verbrenner-Sportwagen imitieren. Der SPD-Verkehrspolitische Sprecher Ole Thorben Buschhüter erklärte, dass technologischer Fortschritt den Verkehrslärm in städtischen Zentren senken und nicht künstlich Verbrennungsgeräusche reproduzieren sollte.
Technischer Fortschritt sollte den Verkehrslärm senken und ihn nicht künstlich wieder zurückbringen.
Sicherheitsgeräusche von Sporteffekten unterscheiden
Die Gesetzesinitiative zieht eine klare Grenze zwischen optionalen akustischen Unterhaltungssystemen und obligatorischen Sicherheitswarnsignalen bei niedrigen Geschwindigkeiten. Seit 2021 schreiben Vorschriften vor, dass alle neuen Elektroautos bei niedrigen Geschwindigkeiten künstliche Geräusche abgeben müssen, damit Fußgänger und Radfahrer herannahende Fahrzeuge wahrnehmen können. Hamburgs Koalitionsvertreter bekräftigten, dass diese schützenden akustischen Warnsysteme für die Verkehrssicherheit in dicht besiedelten Stadtvierteln unerlässlich seien und von dem neuen Vorschlag vollkommen unberührt blieben. Buschhüter erklärte, die Koalition wolle nur dekorative Klangsysteme verbieten, die bei erhöhten Geschwindigkeiten Verbrennungsmotoren imitieren.
Die notwendigen Warngeräusche bei niedrigen Geschwindigkeiten dienen der Sicherheit und stehen nicht zur Debatte.
Städtische Lärmbelastung und Druck auf den Bund
Die Mobilitätssprecherin der Grünen, Rosa Domm, betonte, dass synthetische Sportgeräusche die wesentlichen Umwelt- und Gesundheitsvorteile des Übergangs zu Elektrofahrzeugen zunichtemachen. In Hamburg zeigen offizielle Zahlen der Umweltbehörde, dass mehr als 140.000 Einwohner unter erheblichen Beeinträchtigungen oder Schlafunterbrechungen durch Straßenverkehrslärm leiden. Die Senkung der akustischen Belastung in Städten ist ein erklärtes Ziel der Kommunalbehörden, doch die Landesverwaltungen können Autoherstellern nicht einseitig untersagen, optionale Motorengeräuschprofile in ihre Serienmodelle einzubauen. Indem die Initiative auf Bundesebene vorangetrieben wird, will die Hamburger Koalition verbindliche bundesweite Standards etablieren, die es den Herstellern untersagen, zusätzliche Lärmgeneratoren zu installieren.
- Künstliche Warnsignale bei niedrigen Geschwindigkeiten für neue Elektrofahrzeuge vorgeschrieben, um Fußgänger zu schützen.
- Hamburger Koalition kündigt Antrag an, künstliche Hochgeschwindigkeits-Motorengeräusche bei E-Autos zu verbieten.
- Hamburger Bürgerschaft stimmt über die Aufforderung zu Bundesmaßnahmen und die Unterstützung von Bremens Anti-Autoposing-Initiative ab.
Maßnahmen gegen Autoposing und nächste Schritte
Über Klanggeneratoren für Elektrofahrzeuge hinaus fordert der Koalitionsantrag stärkere Befugnisse des Bundes, um gezielten Lärm durch PS-starkes Fahren und getunte Autos einzudämmen. Hamburg betreibt derzeit eine spezielle Polizeieinheit, die technisch manipulierte Fahrzeuge überprüft und aggressives Fahrverhalten, das umgangssprachlich als Autoposing bezeichnet wird, ahndet. Um die lokalen Durchsetzungsmöglichkeiten zu stärken, plant Hamburg, eine vom Bundesland Bremen eingebrachte Bundesratsinitiative zur Verschärfung der nationalen Straßenverkehrsordnung zu unterstützen. Domm erklärte, dass absichtlicher Motorlärm und Fahrzeugmanipulationen in städtischen Verkehrsräumen keinen legitimen Platz hätten.
Darüber hinaus wollen wir noch schärfer gegen das sogenannte Autoposing vorgehen: technisch manipulierte Fahrzeuge, aggressives Fahren und das bewusste Erzeugen von Motorgeräuschen haben auf Hamburgs Straßen nichts verloren.
Die Hamburgische Bürgerschaft soll über den gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen in ihrer Plenarsitzung am Mittwoch, den 16. September 2026, abstimmen.


