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Sicherheit·vor 1 Std.

Hamburger Gericht verurteilt zwei Männer wegen Spionage für Iran und geplanter Anschläge auf jüdische Funktionsträger

Das Oberlandesgericht Hamburg hat am Donnerstag, 15. Oktober 2026, zwei Männer wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit für Iran zu acht Jahren und sechs Monaten sowie vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatten sie Anschläge auf Josef Schuster und Volker Beck vorbereitet.

Das Urteil

Das Oberlandesgericht Hamburg hat am Donnerstag, 15. Oktober 2026, zwei Männer wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit und versuchter Beihilfe zum Mord verurteilt. Der Hauptangeklagte, ein 54-Jähriger, muss acht Jahre und sechs Monate Haft verbüßen. Sein 43-jähriger Komplize erhielt vier Jahre und sechs Monate. Das Gericht folgte damit den Anträgen der Bundesanwaltschaft; die Verteidigung hatte Freisprüche gefordert. Das Urteil beendet einen Prozess, in dem die Anklage den beiden Männern vorwarf, im Auftrag Irans gegen jüdische Persönlichkeiten in Deutschland vorgegangen zu sein.

Im Hamburger Iran-Fall verhängte Haftstrafen · Jahre
Hauptangeklagter (54)
8,5
Komplize (43)
4,5
Hauptangeklagter (54)
8.5 Jahre
Komplize (43)
4.5 Jahre

Die mutmaßlichen Ziele

Nach Angaben der Anklage sollte der Hauptangeklagte Informationen über Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und über Volker Beck sammeln, einen Grünen-Politiker und Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Diese Informationen sollten laut Anklageschrift der Vorbereitung von Anschlägen dienen. Das Gericht stellte zudem fest, dass ein geplanter Brandanschlag auf Geschäfte mit koscheren Lebensmitteln in Berlin Teil des Plans war. Die Anklage erklärte, der Hauptangeklagte habe im Frühjahr 2025 mehrere Orte in der Hauptstadt ausgekundschaftet, darunter zwei jüdische Lebensmittelgeschäfte, und dort nach Komplizen gesucht. Spätestens im Mai 2025 habe er Kontakt zu dem Komplizen aufgenommen. Der Komplize erklärte sich bereit, für einen nicht identifizierten Dritten eine Waffe zu besorgen und diesen Mann zu einem Mordanschlag auf Beck zu überreden.

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Die Rolle Irans

Nach Angaben der Anklage erhielt der Hauptangeklagte seine Aufträge direkt von Offizieren der Al-Kuds-Brigaden, der Auslandseinheit der iranischen Revolutionsgarden, und arbeitete für diesen Geheimdienst. Im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit soll er mehrfach in den Iran gereist sein. Das Gericht wertete sein Verhalten als geheimdienstliche Agententätigkeit für das Regime in Teheran. Der entscheidende Hinweis soll aus dem Ausland gekommen sein. Der Fall beruht damit auf der Verbindung der Angeklagten zu iranischen Staatssicherheitsstrukturen, nicht auf einer in Deutschland ausgeführten Gewalttat.

Festnahmen und Haft

Der Hauptangeklagte wurde Ende Juni 2025 in Dänemark festgenommen, der Komplize Anfang November 2025 ebenfalls dort. Berichten zufolge ist der Hauptangeklagte dänischer Staatsbürger mit afghanischen Wurzeln. Die beiden Männer werden als ein dänischer und ein afghanischer Staatsangehöriger beschrieben; beide lebten vor ihren Festnahmen in Dänemark. Nach den Festnahmen befanden sich beide bis zum Prozess in Deutschland in Untersuchungshaft. Die folgende Zeitleiste zeigt die wichtigsten Etappen des Falls von der Planungsphase bis zum Urteil.

Wichtige Etappen im Iran-Plot-Fall, 2025 bis 2026
  1. Anfang 2025Der Hauptangeklagte soll Informationen über Josef Schuster und Volker Beck sammeln
  2. Frühjahr 2025Er kundschaftet mehrere Orte in Berlin aus, darunter zwei jüdische Lebensmittelgeschäfte, und sucht nach Komplizen
  3. Bis Mai 2025Er nimmt spätestens zu diesem Zeitpunkt Kontakt zu dem Komplizen auf
  4. Ende Juni 2025Der Hauptangeklagte wird in Dänemark festgenommen
  5. Anfang November 2025Der Komplize wird in Dänemark festgenommen
  6. 15. Okt. 2026Das Oberlandesgericht Hamburg verurteilt beide Männer
Hamburg · Berlin
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5 Quellen

  • German court sentences Iranian agents over attack plans
    Deutsche Welle·vor 1 Std.
  • Sie planten Anschläge auf deutsch-jüdische Vertreter: Zwei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt
    Der Tagesspiegel·vor 2 Std.
  • Urteil gefallen: Haftstrafen für Angeklagte in Hamburger Prozess um iranische Anschlagspläne
    RP Online·vor 2 Std.
  • Acht Jahre Haft für Iran-Spion: Anschläge in Berlin vorbereitet
    Berliner Zeitung·vor 2 Std.
  • Hamburg: Gefängnis für zwei iranische Agenten wegen Anschlagspläne auf Josef Schuster und Volker Beck
    Spiegel Online·vor 2 Std.

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