
Hamburg erhöht Bußgelder für Gänsefüttern auf 200 Euro und verschärft Strafen für Vermüllung
Hamburg hat die Strafen für Umweltvergehen drastisch erhöht, darunter das Füttern von Gänsen an der Alster (nun bis zu 200 Euro) und das Wegwerfen von Zigarettenkippen (bis zu 300 Euro), da die Stadt den Anstieg illegaler Abfälle eindämmen und städtische Grünflächen schützen will.
Die Bezirksämter und die Umweltbehörde Hamburg haben gemeinsam den städtischen Bußgeldkatalog überarbeitet und deutlich höhere Strafen für eine Reihe von Umweltverstößen eingeführt. Die Überarbeitung zielt sowohl auf das langjährige Problem der Fütterung von Wasservögeln als auch auf die zunehmende Vermüllung öffentlicher Räume ab. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sagte, die härteren Sanktionen seien nötig, weil rücksichtsloses Verhalten der Allgemeinheit schade und die gemeinsamen Erholungsflächen überlaste.
Wer einfach Zigarettenkippen, Becher oder Sperrmüll liegen lässt, schädigt die Allgemeinheit.
Neue Bußgeldhöhen
Die überarbeiteten Strafen decken alles ab, von Kaugummi bis hin zu großflächiger illegaler Müllentsorgung. Das Wegwerfen einer Zigarettenkippe kostet nun zwischen 100 und 300 Euro, gegenüber einer vorherigen Spanne von 35 bis 150 Euro. Das Ausspucken eines Kaugummis auf dem Gehweg kann mit 55 bis 150 Euro geahndet werden, verglichen mit dem früheren Ausgangswert von 35 Euro. Take-away-Verpackungen und andere Kleinabfälle, die in Parks oder auf Straßen zurückgelassen werden, können mit 35 bis 300 Euro bestraft werden, was die bisherige Obergrenze verdoppelt.
Bei sperrigeren Gegenständen sind die Erhöhungen noch deutlicher. Das illegale Ablagern von kleinem Sperrmüll (bis zu einem Kubikmeter) wird nun mit maximal 2.000 Euro bestraft, während die bisherige Obergrenze bei 1.500 Euro lag. Ein einzelnes kleines Stück, nicht größer als 0,1 Kubikmeter, unterliegt nun einer festen Geldbuße von 55 Euro. Großflächige illegale Entsorgung (über einen Kubikmeter) wird mit Geldbußen zwischen 2.000 und 16.000 Euro geahndet, ein deutlicher Anstieg gegenüber der alten Spanne von 1.000 bis 8.000 Euro.
- Gänsefüttern
- 200 EUR
- Zigarettenkippe
- 300 EUR
- Kaugummi
- 150 EUR
- Take-away-Abfall
- 300 EUR
- Kleiner Sperrmüll (≤1 m³)
- 2000 EUR
- Großer Sperrmüll (>1 m³)
- 16000 EUR
Schutz von Wasservögeln und Grünflächen
Auch das Füttern von Gänsen und anderen Wasservögeln an der Alster und den umliegenden Grünflächen wurde deutlich teurer. Die Höchststrafe für das verbotene Füttern hat sich von 100 auf 200 Euro verdoppelt. In schweren oder wiederholten Fällen kann die Umweltbehörde (BUKEA) Strafen im vierstelligen Bereich verhängen. Fegebank betonte, dass die Fütterung der Vögel aus einem falsch verstandenen Tierschutzgedanken heraus erfolge und letztlich den Wasservögeln schade sowie die Rasenflächen und Parks belaste, die von allen Hamburgern genutzt werden.
Das Füttern aus falsch verstandener Tierliebe führt zu Problemen für die Tiere und belastet gleichzeitig die Grünflächen.
Warum jetzt die Verschärfung?
Der Vorstoß der Stadt erfolgt, während die Grauganspopulation sichtbar gewachsen ist, insbesondere während der Mauserzeit im Juli. Viele Graugänse aus Schleswig-Holstein verbringen mehrere Wochen auf Hamburgs Gewässern, während sie flugunfähig sind, und nutzen das Gebiet als sicheren Rückzugsort. In dieser Zeit, lokal als „Mausergäste“ bekannt, sind die Vögel besonders auffällig an Ufern und Rasenflächen. Die Behörde nennt die Stadtparkwiese, die Grünflächen entlang der Hufnerstraße, den Bahnhof Ohlsdorf und die Kuhmühle als Hotspots.
Trotz der großen Zahlen haben wissenschaftliche Studien keine Hinweise darauf gefunden, dass die Gänse andere Wasservögel verdrängen. Graugänse sind reine Vegetarier und besiedeln andere Brutlebensräume und Nahrungsnischen als Arten wie Haubentaucher, Enten oder Rallen. Die Behörden sehen die zunehmende Freizeitnutzung der Alster und ihrer Kanäle als größere Bedrohung für Nistplätze.
Allein im vergangenen Jahr mussten die städtischen Reinigungsdienste fast 6.000 Tonnen illegal entsorgten Abfalls einsammeln. Der neue Bußgeldkatalog trat sofort in Kraft, und zusätzliche Schilder wurden aufgestellt, um die Öffentlichkeit an das Fütterungsverbot zu erinnern.


