
Deutschland: Hamas plante Anschlag in Europa; vorab aufgenommenes Bekennervideo entdeckt
Der deutsche Generalbundesanwalt Jens Rommel gab die Entdeckung eines vorab aufgenommenen Bekennervideos und Hinweise auf einen konkreten Hamas-Anschlagsplan in Europa bekannt, der auf den zweiten Jahrestag des Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 terminiert war.
Die Entdeckung
Der deutsche Generalbundesanwalt Jens Rommel gab am Montag auf einer Jahrespressekonferenz in Karlsruhe bekannt, dass Ermittler einen konkreten Plan der Hamas für einen Anschlag in Europa aufgedeckt hätten. Im Rahmen der Ermittlungen zur Waffenbeschaffung für die islamistische Gruppe wurde bei einem Verdächtigen ein vorab aufgenommenes Bekennervideo sichergestellt.
Bei einem der Beschuldigten wurde ein vorab aufgenommenes Video sichergestellt, in dem die Gruppe die Verantwortung für den Anschlag übernahm.
Der Plan und der Jahrestag
Das Video kündigte einen Anschlag an, der auf den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel am 7. Oktober 2023 terminiert war, also um den 7. Oktober 2025 herum. Die ersten drei Verdächtigen wurden am 1. Oktober 2025 in Berlin festgenommen, nur wenige Tage vor dem geplanten Datum.
- Angeblicher Beginn des Waffentransports und der Lagerung für die Hamas
- Erste drei Verdächtige in Berlin festgenommen
- Im Bekennervideo angekündigter Anschlagstermin, zweiter Jahrestag des 7. Oktober 2023
- Waffenlager mit Hamas-Verbindungen in Wien entdeckt
- Letzter Verdächtiger in Dänemark festgenommen
- Generalbundesanwalt Rommel enthüllt Anschlagsplan und Bekennervideo auf Jahrespressekonferenz
Festnahmen und europäische Reichweite
Seit Herbst 2025 hat die Bundesanwaltschaft insgesamt neun mutmaßliche Hamas-Unterstützer festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, ab Sommer 2025 an Transport und Lagerung von Waffen und Munition für die Organisation beteiligt gewesen zu sein. In den folgenden Monaten wurden sechs weitere Männer in Deutschland und anderen europäischen Ländern in Gewahrsam genommen, zuletzt Ende Mai 2026 in Dänemark. Frühere Festnahmen gab es im Vereinigten Königreich und auf Zypern. Einer der Angeklagten soll Waffen in Wien gelagert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen für Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und ganz Europa bestimmt waren.
Hintergrund und frühere Verurteilungen
Ende März verurteilte ein Berliner Gericht vier Mitglieder einer Untergrundzelle der Hamas nach einem einjährigen Prozess zu mehrjährigen Haftstrafen. Die Männer wurden für schuldig befunden, als ausländische Agenten der Gruppe in Deutschland, Polen, Dänemark und Bulgarien nach Waffenlagern gesucht zu haben. Dieses Urteil war das erste Mal, dass ein deutsches Oberlandesgericht feststellte, dass die Hamas eine ausländische terroristische Vereinigung im Sinne des deutschen Strafrechts darstellt. Rommel, der seit März 2024 die Karlsruher Bundesanwaltschaft leitet, betonte, dass der aktuelle Fall eine separate, weiter fortgeschrittene Bedrohung mit einem konkreten Anschlagszeitplan darstelle.


