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Halloren beleben mittelalterliches Salinenfest in Halle mit Fahnen, Schatz und rituellem Tanzwettstreit

Die Salzwirker-Brüderschaft, Nachfahren der mittelalterlichen Salzarbeiter Halles, veranstaltet am 6. Juni ihr alle zwei Jahre stattfindendes „Sonnen“-Fest mit Fahnengerichten, einer Silberschatz-Präsentation und dem „Zappeltanz“-Wettbewerb.

Ein lebendiges Bindeglied zum Mittelalter

Wenn die Halloren in ihren rot-blauen Festtagskleidern auf den Festplatz vor der Saline in Halle einmarschieren, wird ein Stück Stadtgeschichte lebendig. Das „Sonnen“-Fest, das alle zwei Jahre in geraden Jahren stattfindet, ist eines der wichtigsten Feste der Brüderschaft. Seine Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück, als Waffen und Fahnen öffentlich präsentiert und symbolisch „in die Sonne gestellt“ wurden. Heute steht die Erinnerung an die Geschichte der Salzarbeiter im Mittelpunkt, deren Arbeit über Jahrhunderte den Wohlstand Halles begründete.

Die Halloren werden auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Tradition und Identität der Saalestadt Halle bleiben. Trotz einiger Herausforderungen bewahren wir ein kulturelles Erbe, das über viele Generationen weitergegeben wurde.

Das Ritual des „Friedewirkens“

Der öffentliche Teil des Festes folgt einem genau festgelegten, über Generationen überlieferten Ablauf. Die Halloren ziehen, begleitet von Musik und Fahnenabordnungen, zum Festplatz vor der Saline. Dort beginnt das sogenannte „Friedewirken“: Der Oberbürgermeister der Stadt wird mit Bier und Kuchen empfangen und verfügt symbolisch den Frieden unter den Brüdern. Der Brauch erinnert an die einst enge Verbundenheit zwischen den Salzarbeitern und der Stadt Halle.

Das „Zappeltanz“-Duell

Ein Höhepunkt für viele Besucher ist das traditionelle Fahnenschwenken, bei dem historische Fahnen nach festgelegten Bewegungsmustern präsentiert werden. Es folgt der „Zappeltanz“ der Platzknechte, eines der ungewöhnlichsten Elemente des Festes. Zwei Tänzer stehen sich gegenüber, umkreisen die Brüderschaftsfahne mit schnellen Sprüngen, abrupten Richtungswechseln und Täuschungsbewegungen und versuchen, den anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu Boden zu werfen. Der Sieger erhält traditionell einen Kuss von einer „Halloren-Braut“.

Ein über Jahrhunderte gewachsener Silberschatz

Zum Fest gehört auch die Präsentation des historischen Silberschatzes der Halloren. Die Sammlung umfasst 96 silberne Trinkgefäße und Pokale, einen silbernen Krug, zwei silberne Gürtelketten sowie mehrere Amtsketten der Brüderschaft. Viele Stücke stammen aus mehreren Jahrhunderten und gelten als bedeutende Beispiele kunsthandwerklicher Silberschmiedekunst. Der erste bekannte Silberbecher wurde den Halloren 1671 von Bürgern der Stadt für ihre Hilfe bei der Brandbekämpfung geschenkt.

Tiefe Wurzeln in der europäischen Salzgeschichte

Das älteste Dokument der „Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle“ stammt aus dem Jahr 1409. Doch in Halle wurde schon viel früher Salz gewonnen: 2013 entdeckten Archäologen eine etwa 3.100 Jahre alte Salzsiedestätte – ein Beleg für eine der ältesten Salzproduktionsstätten Mitteleuropas. Die Brüderschaft versteht sich als Hüterin eines einzigartigen kulturellen Erbes und als Brücke zwischen Halles jahrhundertealter Salzgeschichte und der Gegenwart.

Unsere Aufgabe ist es, die Geschichte des Salzes lebendig zu halten und den Menschen näherzubringen. Wir bewahren ein einzigartiges kulturelles Erbe und machen die Geschichte des Salzes für die Menschen erfahrbar.

Schlüsseldaten der Halleschen Salztradition
  1. Salzsiedestätte nahe Halle aktiv, 2013 von Archäologen entdeckt
  2. Ältestes erhaltenes Dokument der Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle
  3. Erster bekannter Silberbecher, den Halloren von Hallenser Bürgern für Hilfe bei der Brandbekämpfung geschenkt
  4. Halloren veranstalten das „Sonnen“-Fest an der Saline in Halle
Halle (Saale)

3 Quellen

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