
Französisches Gericht verweist Achraf Hakimi wegen Vergewaltigung vor Gericht; marokkanischer Kapitän sagt, er „warte sehnsüchtig“ auf die Möglichkeit zu sprechen
Das Berufungsgericht von Versailles bestätigte am Freitag, dass sich PSG- und Marokko-Verteidiger Achraf Hakimi wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs aus dem Jahr 2023 vor einem Strafgericht verantworten muss. Der 27-jährige Fußballer, derzeit bei der Weltmeisterschaft, erklärte auf sozialen Medien, er habe „seit dem ersten Tag auf diesen Prozess gewartet“ und könne sich nun endlich verteidigen.
Das Gerichtsurteil
Die Cour d’appel de Versailles gab am Freitagmorgen bekannt, dass Achraf Hakeemis Berufung gegen eine Überweisung wegen Vergewaltigung abgelehnt wurde und er vor der Cour criminelle des Hauts-de-Seine angeklagt wird. Die Entscheidung beendet ein Verfahren, das Ende Februar begann, als ein Ermittlungsrichter die Anklage anordnete und Hakeemi sein Berufungsrecht ausübte.
Während einer Anhörung vor der Chambre de l’instruction im Mai argumentierte Hakeemis Anwaltsteam für eine Einstellung des Verfahrens. Am 13. Juni erschien der Spieler persönlich vor dem Gericht in Versailles, um eine Einstellung zu beantragen, bevor er zur Weltmeisterschaft reiste. Das Gericht ließ sich nicht überzeugen.
- Eine 24-jährige Frau erzählt der Polizei in Nogent-sur-Marne, dass Achraf Hakimi sie in der vorangegangenen Nacht vergewaltigt hat.
- Hakimi erscheint vor dem Berufungsgericht von Versailles, um für eine Einstellung des Verfahrens zu plädieren.
- Das Gericht bestätigt die Überweisung an das Strafgericht; Hakimi sagt, er erwarte das Verfahren mit Ungeduld.
Der Vorwurf vom Januar 2023
Die Anschuldigung stammt vom 25. Februar 2023, als eine damals 24-jährige Frau zur Polizeiwache in Nogent-sur-Marne, Val-de-Marne, ging und angab, Hakeemi habe sie in der vorangegangenen Nacht vergewaltigt. Die Frau erstattete keine formelle Anzeige, aber die Staatsanwaltschaft Nanterre leitete eine Untersuchung ein.
Die Ermittler stellten fest, dass die beiden sich über soziale Netzwerke kennengelernt hatten. Hakimi bemühte sich wiederholt, ein öffentliches Treffen zu arrangieren, und die Frau willigte schließlich ein, zu ihm nach Hause zu gehen. Nach Darstellung der Beschwerdeführerin zog er sie nach etwa einer Stunde auf ein Sofa, küsste und begrapschte sie an Brust und Gesäß. Als sie weitere Annäherungsversuche ablehnte, drückte er sie nieder und drang in sie ein.
Er benahm sich wie ein Tier, als ob er verzweifelt nach Sex war.
Hakeemis Reaktion
Hakeemi, Kapitän Marokkos und Außenverteidiger bei PSG, hat die Anschuldigung stets bestritten und als „falsche“ Beschuldigung bezeichnet. Minuten nachdem das Berufungsgericht seine Entscheidung bekannt gegeben hatte, veröffentlichte er eine Erklärung auf X.
Das Justizsystem sah mir in die Augen und sagte: ‚Wenn Sie nicht berühmt wären, hätte es diesen Fall nie gegeben.‘ Ich entschied mich, jahrelang zu schweigen. Ich dachte, dass Würde, Geduld und Vertrauen in die Justiz zu den richtigen Entscheidungen führen würden. Heute wird eine Geschichte erzählt, die nicht meine ist, zum Nachteil meiner Familie, meines Lebens und vor allem der Wahrheit. Manchmal habe ich das Gefühl, ein leichtes Opfer geworden zu sein. Ich habe seit dem ersten Tag auf diesen Prozess gewartet. Und jetzt erwarte ich ihn mit Ungeduld. Endlich werde ich sprechen können.
Hintergrund der Weltmeisterschaft
Hakeemi ist derzeit mit Marokko bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA. Seine Mannschaft bestreitet am Freitagabend ihr zweites Gruppenspiel gegen Schottland. Das Strafgericht hat noch kein Datum für den Prozess festgelegt, aber das Verfahren wird in den kommenden Monaten fortgesetzt.

