Vierter Tag in Folge: Hai-Alarm schließt Sydneys Strände – auch Bondi
Rettungskräfte und Drohnen entdeckten am Freitagmorgen Haie an den Stränden von Bondi, Tamarama und Bronte und zwangen die Badegäste zum vierten Mal in Folge, das Wasser zu verlassen.
Wiederholte Strandschließungen
Mehrere Strände in Sydney, darunter der ikonische Bondi Beach, wurden am Freitag zum vierten Mal in Folge für die Öffentlichkeit geschlossen, nachdem morgendliche Patrouillen Haie in Ufernähe entdeckt hatten. Rettungsschwimmer und Überwachungsdrohnen beobachteten die Raubtiere vor Tamarama und Bronte in den östlichen Vororten der Stadt, wie die hai-Warnplattform Shark Smart des Bundesstaates New South Wales meldete. Die Badegäste wurden aufgefordert, das Wasser zu verlassen, während die Behörden die Lage überwachten.
In den letzten Tagen häuften sich die Sichtungen. Aufnahmen der Drone Shark App zeigten einen Weißen Hai, der dicht am Bondi Beach entlangzog, einem weltberühmten Hotspot für Surfer und Touristen. Auch andere gefährliche Arten wurden gemeldet. Am Donnerstag wurden Surfer per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, sofort an Land zu kommen, nachdem ein Hai in ihrer Nähe entdeckt worden war.
Der frühere Angriff in Coogee
Die aktuelle Schließungswelle folgt auf einen schweren Haiangriff zwei Wochen zuvor am nahe gelegenen Coogee Beach. Am 13. Juni schwamm eine 35-jährige Frau im flachen Wasser, als sie von dem mutmaßlich Weißen Hai attackiert wurde. Die Verletzungen waren lebensbedrohlich. Ärzte amputierten ihr einen Arm, um sie zu retten, und sie erlitt zudem tiefe Wunden an einem Bein.
Genesung des Opfers
Ihre Familie hat zwischenzeitlich eine deutliche Besserung gemeldet. Die Frau befinde sich nicht mehr in einem kritischen Zustand, sei wach und ansprechbar und habe ihre kleine Tochter zum ersten Mal seit dem Vorfall sehen können, hieß es in einer von ihrem Bruder zitierten Erklärung des Sydney Morning Herald. Sie erinnere sich im Detail an den gesamten Vorfall. Mehrere weitere chirurgische Eingriffe seien noch geplant.
Erneute Debatte über Haibewirtschaftung
Der Angriff und die anhaltenden Sichtungen haben eine altbekannte australische Debatte über den Umgang mit Haien neu entfacht. Nach solchen Vorfällen werden stets Rufe nach Keulungen laut. Wissenschaftler verweisen jedoch darauf, dass es kaum Belege für eine Risikominderung durch Keulungen gebe, und Weiße Haie sind eine streng geschützte Art. Die Regierung von New South Wales setzt stattdessen auf Drohnen, elektronische Überwachung und andere Frühwarnsysteme, räumt aber ein, dass das Risiko im Meer nie vollständig ausgeschlossen werden könne.


