Gesundheit & Bildung · Neapel, Bozen und Nola
Sachverständigengutachten: Künstliches Herz hätte Kleinkind nach gescheiterter Transplantation in Neapel Überlebenschance von 70 % gegeben
Ein 553-seitiger forensischer Bericht, der einem Richter in Neapel vorgelegt wurde, gelangte zu dem Schluss, dass der zweijährige Domenico Caliendo eine Überlebenschance von über 70 % gehabt hätte, wenn er innerhalb von 72 Stunden nach einer fehlgeschlagenen Transplantation an ein künstliches Herz angeschlossen worden wäre.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Rai news, ANSA.it und Fanpage. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Ein 553-seitiger Bericht von drei medizinischen Sachverständigen kommt zu dem Schluss, dass Domenico Caliendo eine Überlebenschance von über 70 % gehabt hätte, wenn er innerhalb von 72 Stunden an ein Berliner Herz angeschlossen worden wäre.
Sieben Mediziner stehen weiterhin unter Ermittlungen, während Chefchirurg Guido Oppido und seine Stellvertreterin Emma Bergonzoni gegen Berufsverbote von 12 bzw. 7 Monaten wegen manipulierter Aufzeichnungen Berufung einlegen.
Richter Mariano Sorrentino hat die Beweisaufnahme für den 12. und 13. November 2026 angesetzt, um die Sachverständigengutachten zu prüfen.
- 10.09.Forensische Gutachter legen dem Gericht in Neapel einen 553-seitigen Bericht vor
- 11.09.Chirurgen legen vor dem Überprüfungsgericht Neapel Berufung gegen ihre Berufsverbote ein
- 12.11.Beweisaufnahme vor Richter Mariano Sorrentino beginnt planmäßig
Ergebnisse des 553-seitigen forensischen Berichts
Ein 553-seitiges forensisches Gutachten, das am 10. September 2026 von drei gerichtlich bestellten Medizinprofessoren – Biagio Solarino, Ugolino Livi und Ferdinando Luca Lorini – vorgelegt wurde, gelangte zu dem Schluss, dass der zweijährige Domenico Caliendo eine mittel- bis langfristige Überlebensrate von über 70 % gehabt hätte, wenn ihn die Kliniker innerhalb von 72 Stunden nach der Operation an ein Berliner Herz angeschlossen hätten. Caliendo starb am 21. Februar 2026 im Monaldi-Krankenhaus in Neapel an den Folgen einer fehlgeschlagenen Herztransplantation, die am 23. Dezember 2025 durchgeführt worden war. Das in Bozen entnommene und nach Neapel geflogene Spenderorgan erlitt während des Transports aufgrund von Trockeneis und niedrigen Temperaturen eine irreversible Gewebezerstörung. Anstatt das extrakorporale Herzunterstützungssystem zu implantieren, versorgte das medizinische Personal das Kleinkind mit einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO). Als am 17. Februar 2026 ein kompatibles zweites Spenderherz verfügbar wurde, galt das Kind aufgrund des durch die langwierige ECMO-Unterstützung verursachten systemischen Organversagens als nicht mehr transplantierbar.
Operationsführung und Krankenakten
Das technische Gremium beantwortete spezifische Fragen des Ermittlungsrichters Mariano Sorrentino zu den Operationsabläufen und der Entscheidungsfindung im Notfall. Die Sachverständigen kamen zu dem Ergebnis, dass das Operationsteam die üblichen medizinischen Richtlinien befolgte, als es das native Herz des Patienten entnahm, bevor das Spenderorgan ausgepackt wurde. Diese Feststellung entlastete den leitenden Herzchirurgen Guido Oppido, seine Stellvertreterin Emma Bergonzoni und die Ärztin Mariangela Addonizio vom Vorwurf des Kunstfehlers hinsichtlich des Zeitpunkts der Kardiomektomie. Dennoch halten die Staatsanwälte an den Ermittlungen gegen sieben Krankenhausmitarbeiter fest, während Oppido und Bergonzoni gegen Disziplinarsuspendierungen vorgehen, die auf angebliche Änderungen an klinischen Tagebüchern und Operationsbüchern zurückgehen. Gegen Oppido wurde ein zwölfmonatiges Berufsverbot verhängt, gegen Bergonzoni ein siebenmonatiges. Beide Chirurgen erschienen am 11. September 2026 vor dem Überprüfungsgericht Neapel, um diese Verbote anzufechten.
- Guido Oppido
- 12 Monate
- Emma Bergonzoni
- 7 Monate
Daten aus dem Artikeltext
Rechtsanträge und Beweisaufnahme
Der Familienanwalt Francesco Petruzzi argumentierte, dass die Ergebnisse eine Neueinstufung der anhängigen Strafanzeigen von fahrlässiger Tötung auf vorsätzlichen Mord rechtfertigen. Petruzzi erklärte, dass Entwürfe des Operationsberichts verändert worden seien und dass die Mitarbeiter es versäumt hätten, den Zustand des Organs vor dem Eingriff zu überprüfen.
„Wenn er innerhalb von 72 Stunden an das Berliner Herz, das extrakorporale künstliche Herz, angeschlossen worden wäre, wäre Domenico wieder transplantierbar gewesen und hätte eine Erfolgsrate von über 70 % gehabt, schreiben die Gutachter des Richters in ihrem 553-seitigen Bericht. Deshalb bitte ich die Staatsanwaltschaft, die Hypothese zu prüfen, anstelle von fahrlässiger Tötung vorsätzlichen Mord anzuklagen.“
Domenicos Mutter, Patrizia Mercolino, und sein Vater Antonio Caliendo äußerten sich nach der Vorlage des Berichts öffentlich.
„Es war eine Fehlerkette von Anfang bis Ende, sie haben mit dem Leben meines Sohnes gespielt und dachten, sie könnten alles vertuschen. Ich werde immer ruhig sein, aber ich will Gerechtigkeit, ich will diesen Ärzten in die Augen sehen: Niemand bringt mir Domenico zurück, aber wer einen Fehler gemacht hat, muss bezahlen.“
Richter Mariano Sorrentino setzte die formelle Beweisaufnahme für den 12. und 13. November 2026 an, bei der die Anwälte das Sachverständigengremium vernehmen und ins Kreuzverhör nehmen werden. Domenico wurde nach einer Trauerfeier in der Kathedrale von Nola am 4. März 2026 beigesetzt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Rai newsSuperperizia: "Un cuore artificiale avrebbe potuto salvare Domenico, se trapiantato entro 72 ore"
- Rai newsPeriti: "Un cuore artificiale avrebbe salvato Domenico". Ma il primario scagionato per l'intervento
- ANSA.itLa morte di Domenico, la madre 'da mesi sosteniamo che si poteva salvare' - Notizie
- ANSA.it'Il cuore artificiale avrebbe salvato Domenico' - Notizie
- Orte
- Neapel
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen