Kurz gefasst
Das Landesgericht Wien verurteilte Günther Paal (Gunkl), 64, am 22. Oktober 2026 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs und Besitzes von Missbrauchsabbildungen zu drei Jahren Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Laut Anklage zahlte Paal insgesamt 159.000 Euro an die beiden Frauen; weitere 30.000 Euro, die im Juni übergeben wurden, führten zur Festnahme der 42-Jährigen.
Die 42-Jährige und ihre 62-jährige Mutter wurden laut newsORF zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und drei Monaten sowie von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Die Mutter legte ein Geständnis ab, die Großmutter bestritt die Vorwürfe.
Paal soll im Januar 2021 die kleine Tochter der jüngeren Frau im Beisein beider Frauen missbraucht haben. Laut newsORF zeigte er sich im September selbst bei der Polizei an.
Das Urteil
Das Landesgericht Wien hat den 64-jährigen österreichischen Kabarettisten Günther Paal, der unter dem Künstlernamen Gunkl auftritt, wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und wegen Besitzes von Missbrauchsabbildungen zu drei Jahren Haft verurteilt. Laut newsORF ist die Strafe unbedingt, das Urteil noch nicht rechtskräftig. Paal hatte eine Höchststrafe von fünf Jahren zu erwarten, denn in Österreich reicht der Strafrahmen nur dann bis zu zehn Jahren, wenn Beischlaf oder körperliche Gewalt im Spiel ist – laut Anklage traf beides in diesem Fall nicht zu. Paal räumte die Vorwürfe ein und gestand, vor mehreren Jahren ein Kleinkind missbraucht zu haben. Er hatte sich im September selbst bei der Polizei gemeldet, bevor der Fall vor Gericht kam.
Die Erpressungsvorwürfe
Zwei Frauen, eine 42-Jährige und ihre 62-jährige Mutter, standen wegen Erpressung mit ihm vor Gericht. Laut Anklage drohten sie, den Missbrauch öffentlich zu machen, und Paal zahlte insgesamt 159.000 Euro. Weitere 30.000 Euro, die im Juni übergeben wurden, führten zur Festnahme der 42-Jährigen, weil Paal sich bereits selbst bei der Polizei angezeigt hatte. Die jüngere Frau ist die Mutter des Mädchens, das Paal im Januar 2021 im Beisein beider Frauen missbraucht haben soll. Newsorf berichtet, die Frauen seien zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und drei Monaten sowie von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, der Strafrahmen habe bei einem bis zehn Jahren gelegen. Die Frauen befanden sich in Untersuchungshaft, Paal nicht.
Geständnis, Beziehung und Beweise
Die Mutter legte vor Gericht ein Geständnis ab, die Großmutter bestritt die Vorwürfe. Nach eigenen Angaben der Angeklagten lernten sich die drei vor mehr als zehn Jahren kennen, nachdem Paal auf eine Online-Anzeige zweier Masseurinnen geantwortet hatte. Es kam zu sexuellen Kontakten zwischen den dreien, und Paal bezahlte dafür. Vor Gericht beschrieb Paal die Arrangements als Prostitution, die Frauen sprachen davon, dass auch Freundschaft eine Rolle gespielt habe. Der Tagesspiegel berichtete, Paal habe einen Laptop mit Missbrauchsabbildungen zu den Treffen mitgebracht und ihn den Frauen gezeigt; der Missbrauch habe bei einem späteren Treffen stattgefunden, als das Mädchen ein Kleinkind war. Der Fall erinnert an den österreichischen Schauspieler Florian Teichtmeister, der 2023 wegen des Sammelns und Bearbeitens zehntausender Missbrauchsdateien zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde.