Hamburgs grüner Bunker feiert zwei Jahre als parkgekröntes Wahrzeichen mit Millionen Besuchern
Der ehemalige Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg in St. Pauli, heute gekrönt von einem 7.000 qm großen Park mit 4.700 Pflanzen, feiert zwei Jahre seit seiner Eröffnung am 5. Juli 2024.
Ein Kriegsrelikt wird neu geboren
Der Bunker an der Feldstraße entstand ab April 1942 als Flakturm, errichtet mit Zwangsarbeit. Mit einer Grundfläche von 75 mal 75 Metern wurde er nach rund 300 Tagen einsatzbereit. Nach dem Krieg wurde ein Abriss erwogen, aber nie durchgeführt; die Anlage wurde später in mehreren Phasen umgenutzt und erweitert.
Die grüne Verwandlung
Die Stadt wollte das Stadtklima verbessern und sozio-ökologische Projekte schaffen. Der ursprüngliche 38 Meter hohe Turm wurde um fünf Stockwerke aufgestockt, und ein äußerer Bergpfad mit mehr als 300 Stufen führt nun auf fast 60 Meter Höhe. Rund 4.700 Bäume, Sträucher, Hecken, Hängepflanzen, Kletterpflanzen und Bodendecker wurden gepflanzt, und auf dem Dach wurde ein öffentlicher Park von über 7.000 Quadratmetern angelegt. Die Aussicht umfasst das Millerntor-Stadion, den Fernsehturm, den Michel und die Elbphilharmonie.
- Baubeginn des Flakturms unter Einsatz von Zwangsarbeitern
- Bunker wird nach etwa 300 Tagen einsatzbereit
- Abriss nach Krieg erwogen, aber nicht durchgeführt
- Grüner Bunker öffnet für die Öffentlichkeit mit Park und Einrichtungen
Was Besucher im Inneren erwartet
Der Komplex beherbergt ein Boutique-Hotel, möblierte Gästewohnungen für Künstler, ein Dachrestaurant mit Bar und ein öffentliches Tagescafé. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Führungen zu Architektur und Geschichte finden in der multifunktionalen Georg-Elser-Halle statt, die bis zu 2.200 Menschen Platz bietet.
Besucherzahlen und Anerkennung
Im ersten Jahr lockte der Bunker 2,3 Millionen Gäste an, mit Spitzentagen von über 20.000. Der Eintritt ist frei. Neuere Zahlen wurden nicht veröffentlicht; der Entwickler Matzen Immobilien KG gab auf Anfrage keine aktuellen Zahlen bekannt. Die New York Times nahm den Ort in ihre Liste „52 Places to Travel 2025“ auf.


