Regierung · Hamburg
Grüne werfen Innenministern Ignoranz gegenüber Rechtsextremismus vor der Hamburger Konferenz vor
Am Vorabend der Innenministerkonferenz in Hamburg kritisiert die Partei Bündnis 90/Die Grünen, dass der Kampf gegen Rechtsextremismus auf der Tagesordnung fehlt. Die Konferenz wird zudem erstmals das Verteidigungsministerium einbeziehen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von stern.de, RP Online, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Siebzehn hochrangige innenpolitische Experten der Grünen unterzeichnen einen Appell, der der IMK vorwirft, den Kampf gegen Rechtsextremismus an den Rand zu drängen, und verweisen auf das hohe Niveau politisch motivierter Kriminalität sowie Angriffe auf CSDs und Flüchtlingsunterkünfte.
Erstmals bindet die IMK das Verteidigungsministerium und die Streitkräfte formell ein; Minister Boris Pistorius nimmt an der Plenarsitzung am Freitag teil. Der Fokus liegt auf der zivilen Verteidigung gegen hybride Bedrohungen.
Die Beschlussvorlagen der Konferenz decken Bevölkerungsschutz in Schulen, Geldwäsche, Stromnetzresilienz, Migration unter dem neuen GEAS, Stadionsicherheit und organisierte Kriminalität ab, doch kein Punkt adressiert Rechtsextremismus.
Deutschlands Innenminister kommen am Mittwoch in Hamburg zur Innenministerkonferenz (IMK) zusammen, einem regelmäßigen Gipfel zur Koordinierung der inneren Sicherheit zwischen Bund und Ländern. Die Tagesordnung umfasst 75 bis 80 Beschlussvorlagen, die von Bevölkerungsschutz, Geldwäsche, Resilienz des Stromnetzes und Migrationspolitik bis hin zur Stadionsicherheit reichen. Doch ein Thema fehlt auffällig: Rechtsextremismus.
Appell der Grünen
Siebzehn führende innenpolitische Experten der Grünen aus Bundes- und Landtagen haben einen Appell unterzeichnet, in dem sie fordern, das Thema zu priorisieren. Das Dokument warnt, dass Rechtsextremismus weiterhin eine der größten innenpolitischen Bedrohungen darstellt und sich auf einem alarmierend hohen Niveau befindet, wie aktuelle Statistiken zu politisch motivierter Kriminalität zeigen. Angriffe auf Christopher-Street-Day-Veranstaltungen, Flüchtlingsunterkünfte und demokratische Aktivisten verdeutlichen aus ihrer Sicht, wie real die Gefahr von rechts ist.
„Der Kampf gegen Rechtsextremismus darf bei der Innenministerkonferenz kein Randthema sein.“
Der Appell fordert entschlossenes Handeln gegen die Radikalisierung junger Menschen in sozialen Medien, die Entwaffnung von Verfassungsfeinden, die Zerschlagung rechtsextremer Finanzierungsstrukturen sowie verlässliche Präventions- und Deradikalisierungsprogramme. Zudem wird ein besserer Schutz für Opfer rechter Gewalt gefordert.
Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, unterstrich die Dringlichkeit.
„Vor den anstehenden Landtagswahlen und mitten in der CSD-Saison ist die Gefahr durch Rechtsextremisten für viele Menschen besonders akut.“
Emmerich betonte, dass die Innenminister nun konkrete Schritte vereinbaren müssten.
Tagesordnung ohne Extremismus
Die Sammlung der Beschlussvorlagen der IMK enthält Vorschläge, den Bevölkerungsschutz in Lehrplänen zu verankern, gegen Geldwäsche vorzugehen und nach einem Angriff auf die Berliner Stromversorgung im Januar eine nationale Reserve an Bau- und Reparaturmaterialien zu schaffen. Wichtige Komponenten wie Leistungstransformatoren und Spezialkabel sollen gelagert werden, um eine schnellere Wiederherstellung des Stromnetzes zu ermöglichen. Weitere Punkte betreffen die Migrationspolitik unter dem neu in Kraft getretenen Gemeinsamen Europäischen Asylsystem, die Rückführung verurteilter Straftäter, Sicherheitsverbesserungen in Fußballstadien sowie Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und organisierte Kriminalität.
Kein Punkt zum Thema Rechtsextremismus findet sich unter den Entwurfstexten – ein Umstand, den die Grünen als unverständlich bezeichnen.
Verteidigungsministerium erstmals dabei
Erstmals wird die IMK das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr formell in ihre Sitzungen einbinden. Hamburgs Innensenator Andy Grote, der derzeitige IMK-Vorsitzende, sagte, die Konferenz sei die Plattform, auf der Innenressorts und Sicherheitsbehörden ihre Kräfte bündeln und gemeinsame Entscheidungen treffen. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird am Freitag zur Plenarsitzung erwartet.
„Innere Sicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe in Deutschland, und die Innenministerkonferenz ist die Plattform, auf der wir als Innenressorts und Sicherheitsbehörden unsere Kräfte bündeln und gemeinsame Entscheidungen treffen.“
Die Konferenz wird sich auf die zivile Verteidigungsfähigkeit und die effektive Abwehr hybrider Bedrohungen konzentrieren. Grote erklärte gegenüber Journalisten, dass die zivile Verteidigung als zweite, ebenso wichtige Säule neben der militärischen Verteidigung entwickelt werden müsse, was eine engere Integration mit der Bundeswehr erfordere.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- stern.deGrüne rügen Innenminister: Zu wenig Einsatz gegen Rechtsextremismus
- RP OnlineAppell der Innenpolitiker: Innenminister tagen - und ignorieren laut den Grünen die größte Gefahr
- DIE WELTVerteidigungsminister bei Innenministerkonferenz
- ZEIT ONLINEInnere Sicherheit: Verteidigungsminister bei Innenministerkonferenz
- Andy Grote
- Hamburger Innensenator und derzeitiger Vorsitzender der Innenministerkonferenz
- Boris Pistorius
- Deutscher Verteidigungsminister, erwartet bei der IMK-Plenarsitzung
- Marcel Emmerich
- Innenpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag
- Orte
- Hamburg
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