
Britische Wettbewerbsbehörde untersucht Trainline, Virgin Atlantic und RED Driving School wegen versteckter Gebühren
Die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) hat Ermittlungen gegen Trainline, Virgin Atlantic und die RED Driving School wegen versteckter Gebühren eingeleitet, die die Gesamtkosten von Buchungen verzerren.
Regulierungsmaßnahmen gegen versteckte Gebühren
Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) hat am 19. August 2026 formelle Ermittlungen gegen die Bahnbuchungsplattform Trainline, die Fluggesellschaft Virgin Atlantic und die RED Driving School eingeleitet. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Praxis der versteckten Gebühren (Drip Pricing), bei der Pflichtgebühren von den beworbenen Preisen getrennt oder erst spät im Buchungsprozess hinzugefügt werden. Die Behörde erklärte, dass solche Preisstrukturen verhindern, dass Verbraucher die vollen Kosten sofort sehen, was den Wettbewerb verzerren kann, indem bestimmte Anbieter fälschlicherweise günstiger erscheinen als Konkurrenten. Die Maßnahme ist ein Verbraucherschutzinstrument in Großbritannien, da die Haushalte mit erhöhten Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben.
Emma Cochrane, Exekutivdirektorin für Verbraucherschutz bei der CMA, erläuterte die Beweggründe für die Untersuchung.
In einer Zeit, in der viele Haushalte auf jeden Pfund achten, den sie ausgeben, ist es wichtig, dass die Menschen nicht von zusätzlichen Gebühren überrascht werden, wenn sie Zug- und Busfahrkarten, Urlaube oder Fahrstunden buchen.
Cochrane fügte hinzu, dass der anfänglich den Verbrauchern präsentierte Preis stets dem endgültigen Betrag an der Kasse entsprechen sollte.
Konkrete Vorwürfe gegen die einzelnen Unternehmen
Die CMA leitete die formellen Fälle ein, nachdem sie alle drei Unternehmen zuvor hinsichtlich ihrer Einzelhandelsbuchungsprozesse abgemahnt hatte. Die Ermittler prüfen, ob Trainline es versäumt hat, verbindliche Buchungsgebühren auf seiner mobilen App und Website von Anfang an offenzulegen. In ihren vorläufigen Ergebnissen identifizierte die Behörde zusätzliche Transaktionsgebühren zwischen 50 Pence und 2,79 £ für Bahn- und Buskäufe, sowie eine standardmäßige Buchungsgebühr von 1,50 £ für Busreisen.
Bei Virgin Atlantic konzentriert sich die Untersuchung auf Urlaubspakete, insbesondere darauf, ob obligatorische Resortgebühren und lokale Touristensteuern von den anfänglich beworbenen Preisen ausgeschlossen wurden. Bei der RED Driving School prüft die Behörde, wie eine obligatorische Buchungsgebühr und eine digitale Gebühr, die in der Regel 7 £ pro Fahrstundenbuchung beträgt, den Lernenden bei der Anmeldung präsentiert wurden.
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Reaktionen der Unternehmen und frühere Durchsetzungsmaßnahmen
Die drei Unternehmen reagierten mit der Klarstellung ihrer Buchungsrichtlinien oder der Erklärung, mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Trainline erklärte, dass es sich in den letzten Monaten proaktiv mit der CMA auseinandergesetzt habe und Schritte unternehme, um die Darstellung der Gebühren auf seinen Plattformen zu verbessern, während es betonte, dass es ein gesetzeskonformes Kundenerlebnis anstrebe.
Virgin Atlantic erklärte, dass es seine Verantwortung ernst nehme und wies darauf hin, dass obligatorische Gebühren in mehreren Schritten des Buchungsprozesses angezeigt werden. Die Fluggesellschaft bestätigte, dass sie die von der Behörde aufgeworfenen Fragen prüft und beabsichtigt, vollständig mit der Untersuchung zu kooperieren.
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Rechtliche Konsequenzen und Befugnisse der Regulierungsbehörde
Die aktuellen Untersuchungen folgen auf frühere Regulierungsmaßnahmen gegen Online-Ticketplattformen. Im Juni 2026 ordnete die CMA dem Ticketmarktplatz StubHub an, fast 1,5 Millionen Pfund an Kundenerstattungen und Geldstrafen zu zahlen, nachdem eine ähnliche Untersuchung zu versteckten Gebühren abgeschlossen worden war.
Nach britischem Verbraucherschutzrecht drohen Unternehmen, die gegen Transparenzregeln verstoßen, erhebliche Durchsetzungsmaßnahmen. Die CMA hat die gesetzliche Befugnis, gegen die Regeln verstoßende Unternehmen anzuweisen, betroffene Kunden direkt zu entschädigen. Darüber hinaus kann die Behörde Geldstrafen von bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens verhängen, wenn ein systemischer Verstoß festgestellt wird.


