Rote Hitzewarnung der Stufe Rot in Großbritannien in Kraft: Temperaturen bis 39°C erwartet, Schulen geschlossen, Bahnverkehr eingeschränkt
Eine seltene rote Unwetterwarnung vor extremer Hitze ist in Teilen Englands und Wales in Kraft getreten. Für Mittwoch und Donnerstag werden bis zu 39°C vorhergesagt, was hunderte Schulschließungen und schwere Verkehrsbehinderungen zur Folge hat.
Gluthitze löst höchste Alarmstufe aus
Das Met Office hat eine rote Extremhitze-Warnung für Mittel- und Südengland sowie Teile von Südwales herausgegeben, die von Mittwoch, 09:00 Uhr BST, bis Donnerstag, 21:00 Uhr, gilt. Am Dienstag wurden in Wisley, Surrey, 34,6°C gemessen, während Nordirland und Schottland mit 28,1°C bzw. 29°C ihre heißesten Tage des Jahres verzeichneten. Die Wetterdienste sagen für Mittwoch und Donnerstag Höchstwerte von 37–39°C im Süden Englands voraus, die sich aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit wie 41°C anfühlen. Der bisherige Juni-Rekord von 35,6°C aus dem Jahr 1957 (eingestellt 1976) wird voraussichtlich fallen, während der gesamtbritische Rekord von 40,3°C vom Juli 2022 wohl nicht übertroffen wird. Eine rote Hitze-Gesundheitswarnung warnt vor Lebensgefahr, auch für die gesunde Bevölkerung.
- Juni-Rekord 1976
- 35.6 °C
- Juli-Rekord 2022 (gesamt)
- 40.3 °C
- Vorhersage Juni 2026 (Mi/Do)
- 39 °C
Klassenzimmer bleiben leer – Schulen passen sich an
Hunderte Schulen in England und Wales haben für die nächsten zwei Tage zumindest teilweise Schließungen angekündigt. Der Rat von Somerset teilte mit, dass rund 100 Schulen schließen würden, ähnliche Zahlen wurden aus Buckinghamshire und 86 aus Gloucestershire gemeldet. Einige Schulen, die geöffnet bleiben, haben die Kleiderordnung gelockert und erlauben Sportkleidung; sie verlegen den Unterricht nach Möglichkeit in klimatisierte Räume. An der Debenham High School in Suffolk sagten Schüler der BBC, sie blieben lieber in der Schule, um keine Unterrichtsstunden zu verpassen. Schulleiter Simon Martin erklärte, er habe in fast 30 Jahren als Lehrer noch nie erlebt, dass eine Schule wegen Hitze geschlossen wurde. Es gibt keine gesetzliche Höchsttemperatur für Klassenzimmer, aber Lehrkräfte äußern Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Schüler.
Bahnnetz fährt nach reduziertem Fahrplan
Network Rail hat die Fahrgäste aufgefordert, nur im absolut notwendigen Fall zu reisen. Betreiber wie Avanti West Coast, Northern und Transpennine fahren nach geänderten Fahrplänen; die Züge sind auf niedrigere Geschwindigkeiten begrenzt, um die Gleissicherheit bei Hitze zu gewährleisten. Die Merseyrail betreibt auf der Headbolt-Lane-Linie nach Geschwindigkeitsbegrenzungen einen 30-Minuten-Takt. Es werden keine Schienenersatzbusse gestellt. Reisenden, die unbedingt fahren müssen, wird empfohlen, Wasser, Sonnencreme und Hüte mitzunehmen. Die Beeinträchtigungen werden voraussichtlich bis Donnerstag andauern.
Versteckte Gefahren in Flüssen und Stauseen
Rettungskräfte warnen davor, dass Flüsse und Sandbänke während der Hitzewelle eine tödliche Gefahr darstellen. Der Fluss Severn, der den zweithöchsten Tidenhub der Welt aufweist, kann den Wasserstand rapide ansteigen lassen und Menschen abschneiden. Matt Davies von der Severn Area Rescue Association (SARA) erklärte, dass goldene Sandbänke, die sicher erscheinen, bei steigender Flut zu Treibsand werden können. Bei einer Vorführung an der Sharpness Lifeboat Station wurde eine auf einer Sandbank platzierte Puppe innerhalb einer halben Stunde vom Wasser umschlossen.
Es sieht so aus, als hätten wir einen Strand vor der Haustür, aber die Menschen verstehen die Gezeiten nicht und bringen sich in extreme Gefahr.
Der Kälteschock beim Eintauchen in kaltes Wasser bleibt eine ständige Todesursache. Selbst gute Schwimmer können überwältigt werden, wenn sie in kaltes Flusswasser springen, so Davies. Am Severn wurden neue Schilder aufgestellt, die vor der unwillkürlichen physiologischen Reaktion warnen, die Herz-Kreislauf-Stress auslösen kann.
Klimawandel befeuert Hitzewelle in Europa
Die extreme Hitze beschränkt sich nicht auf Großbritannien. Frankreich verzeichnete Anfang der Woche die heißeste Nacht und den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen; Météo-France meldete einen Höchstwert von 44,3°C und mindestens 40 Ertrinkungstote. In Spanien meldete jede achte Wetterstation am Montag Temperaturen über 40°C, die Behörden warnten vor außergewöhnlicher Gefahr. Auch in Deutschland gab es am Wochenende mehrere Ertrinkungsfälle. UN-Generalsekretär António Guterres warnte, London „koche“; eine Schnellanalyse von ClimaMeter ergab, dass der Klimawandel 2 bis 4°C zur aktuellen Hitzewelle beigetragen hat. Die britische Regierung berief am Dienstagmorgen eine COBR-Sitzung ein, um die Reaktion zu koordinieren.


