
Mitsotakis warnt vor Kriegstrommeln in der Region und sagt Zypern volle Unterstützung zu vor dem Besuch des UN-Generalsekretärs
Der griechische Ministerpräsident und der zypriotische Präsident trafen sich am Samstag in Athen, wobei die Zypernfrage und das Risiko einer Eskalation im Roten Meer ganz oben auf der Tagesordnung standen, nur wenige Tage bevor der UN-Generalsekretär zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten auf die Insel reist.
Spitzentreffen bei steigenden regionalen Spannungen
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis empfing am Morgen des 25. Juli 2026 den zypriotischen Präsidenten Nikos Christodoulides im Maximos-Palast. Das Treffen fand vor dem Hintergrund erhöhter Instabilität im östlichen Mittelmeer und wachsender Spannungen im Roten Meer statt. Mitsotakis bezeichnete den Moment als äußerst kritisch und äußerte Alarm über die Aussicht auf eine neue Runde von Feindseligkeiten, die die gesamte Region erfassen könnte.
Leider scheinen die Kriegstrommeln in unserer weiteren Region wieder laut zu schlagen. Möglicherweise stehen wir vor einer neuen Eskalation der Feindseligkeiten, die diesmal offenbar auch die Region des Roten Meeres nicht unberührt lässt.
Die beiden Führer betonten, dass eine enge Koordinierung zwischen Athen und Nikosia dringender denn je sei. Neben der geopolitischen Alarmstimmung nutzten sie das Treffen, um ihre Positionen vor dem bevorstehenden Besuch des UN-Generalsekretärs auf Zypern abzustimmen, einer Reise, die dem lange festgefahrenen Wiedervereinigungsprozess neue Dynamik verliehen hat.
UN-Generalsekretär besucht Zypern nach fast 20 Jahren
Mitsotakis stellte fest, dass der UN-Generalsekretär in der kommenden Woche nach Zypern reisen wird, womit eine Lücke von fast zwei Jahrzehnten seit dem letzten derartigen Besuch geschlossen wird. Er bezeichnete die Reise als ein Fenster der Gelegenheit, warnte aber auch, dass die Amtszeit des Generalsekretärs bald ausläuft, was der Sache eine Dringlichkeit verleihe. „Jetzt ist die Zeit, die Chancen auszuloten, dies in echte Fortschritte umzuwandeln“, bemerkte er laut einem Bericht über das Treffen.
Christodoulides seinerseits sagte, die von Nikosia gemeinsam mit Athen ergriffenen Initiativen hätten die Zypernfrage wieder ins Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit gerückt. Er äußerte die Erwartung, dass die Anwesenheit des Generalsekretärs dazu beitragen werde, die Voraussetzungen für einen substanziellen Dialog zu schaffen.
Es ist nun allen klar, dass das Zypernproblem eine europäische Angelegenheit ist.
Der Präsident wies auf das gestiegene Interesse der Europäischen Union hin, ein Aspekt, den Mitsotakis begrüßte, während er darauf bestand, dass jede Lösung im Rahmen der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates bleiben müsse.
Griechenland sagt volle Unterstützung zu, europäische Dimension
Mitsotakis war in seiner Haltung zu Athen unmissverständlich. „Wir unterstützen Ihre Initiativen für eine substanzielle Wiederaufnahme der Gespräche voll und ganz, stets im Rahmen der UN-Sicherheitsratsresolutionen, eine Position, von der Griechenland und Zypern niemals abweichen werden“, sagte er zu Christodoulides. Er versprach, dass Griechenland Zypern in den schwierigen Verhandlungen, die bevorstehen, „tatkräftig“ zur Seite stehen werde.
Christodoulides sagte, die derzeitige Phase sei sowohl aufgrund der geopolitischen Entwicklungen als auch aufgrund der internationalen Mobilisierung rund um die Zypernfrage entscheidend. Er betonte, dass die Wiederaufnahme der Gespräche das übergeordnete Ziel sei und dass der UN-Besuch dieser Anstrengung neuen Auftrieb verleihen werde.
Waldbrände in Europa und Zivilschutzkooperation
Abseits der Diplomatie verwies Mitsotakis auch auf die verheerenden Waldbrände, die in Spanien und Frankreich wüten, und bezeichnete die Sommerhitze als eine Erinnerung daran, warum Athen und Nikosia auf einen stärkeren EU-Zivilschutzmechanismus drängen. Er merkte an, dass Griechenland bereits zwei Löschflugzeuge entsandt habe, um den spanischen Freunden bei der Eindämmung großer Brände nahe Madrid zu helfen. Dieses operative Detail diente dazu, die übergreifende Botschaft zu unterstreichen, dass die beiden Länder nicht nur in geopolitischer Strategie, sondern auch in praktischer Krisenbewältigung koordinieren.
Dringendes Fenster für Fortschritte
Das Treffen endete mit dem gemeinsamen Verständnis, dass die kommenden Tage darüber entscheiden könnten, ob die Zyperngespräche endlich wieder an Fahrt gewinnen. Mitsotakis bekräftigte, dass die Kombination aus einem seltenen UN-Besuch, dem bevorstehenden Ende der Amtszeit des Generalsekretärs und dem volatilen regionalen Umfeld eine absolute Abstimmung zwischen Athen und Nikosia erforderlich mache. Christodoulides, der in der nächsten Woche anspruchsvolle Gespräche vor sich hat, verließ Athen mit einer erneuten Unterstützungszusage und der Erwartung, dass die europäische Dimension des Zypernproblems nun allgemein anerkannt sei.


