
Griechische Regierung kritisiert PASOK-Chef wegen unbezifferter Zusagen auf der Thessaloniki-Messe
Regierungssprecher Pavlos Marinakis wies die Vorschläge von PASOK-Chef Nikos Androulakis auf der Thessaloniki-Messe zurück und argumentierte, dass die zugesagten Maßnahmen keine fiskalischen Kostenberechnungen enthalten oder bereits bestehende Regierungsprogramme duplizieren.
Reaktion der Regierung auf die Rede in Thessaloniki
Der griechische Regierungssprecher und Vizeminister beim Premierminister, Pavlos Marinakis, hielt eine detaillierte Erwiderung auf die Rede von PASOK-Chef Nikos Androulakis auf der 90. Internationalen Messe Thessaloniki. Androulakis stellte im Vellidion-Konferenzzentrum in Thessaloniki das politische Programm seiner Partei und eine alternative Regierungsvision vor. Marinakis konterte, indem er die Rede des Oppositionsführers als einen unbezifferten Katalog von Ausgabenversprechen charakterisierte, der stark auf Maßnahmen zurückgreife, die die derzeitige Regierung bereits umgesetzt habe. Der Sprecher behauptete, Androulakis greife die Regierung weiterhin an, während er gleichzeitig Maßnahmen vorstelle, die der Staat bereits umsetze.
Herrn Androulakis' Rede hatte alles: einen Regen von Milliarden, kostenlose Versprechen und politische Vorschläge, von denen viele bereits von der Regierung umgesetzt werden, die er systematisch beleidigt.
Streit um Wohnungspolitik und Gesundheitsreform
Marinakis übte scharfe Kritik an Androulakis' sozialpolitischen Vorschlägen, beginnend mit dem Programm der Opposition zur Erschwinglichkeit von Wohnraum. Der PASOK-Chef versprach, Beschränkungen für Kurzzeitvermietungen einzuführen und Anreize zu schaffen, um Eigentümer zu ermutigen, leerstehende Wohnungen zu öffnen. Marinakis entgegnete, dass regulierende Beschränkungen für Kurzzeitvermietungen bereits in Kraft seien und dass staatliche Anreizprogramme für leerstehende Häuser bereits in Betrieb seien. Der Streit erstreckte sich auf gesundheitspolitische Zusagen, bei denen Androulakis sich für die Einführung nationaler Präventions-Screening-Programme und verbesserte Krankenhausinfrastruktur in ganz Griechenland einsetzte. Marinakis wies darauf hin, dass landesweite Präventions-Screening-Initiativen bereits funktionieren, während Krankenhausrenovierungen derzeit im Rahmen einer Überholung des Nationalen Gesundheitssystems (ESY) durchgeführt werden, die aus Mitteln der Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union finanziert wird.
Bildungsvorschläge und der Verfassungsstreit um Artikel 86
Der Regierungssprecher ging auch auf die Bildungsvorschläge der PASOK und ihre Position zur Verfassungsreform ein. In seiner Rede in Thessaloniki forderte Androulakis systemische Änderungen im Sekundarschulwesen, darunter die Einrichtung eines Neuen Lyzeums und die Einführung eines Nationalen Abiturs (Ethniko Apolytirio). Marinakis wies diese Vorschläge als überflüssig zurück und wies darauf hin, dass das Bildungsministerium bereits einen formellen Dialogprozess zur strukturellen Reform der Sekundarschulen eingeleitet habe. In Verfassungsfragen stellte Marinakis Androulakis' Versprechen in Frage, Artikel 86, der die rechtliche Haftung und besondere Strafverfolgungsverfahren für Kabinettsminister regelt, im nächsten Revisionsparlament zu ändern. Der Sprecher erklärte, das Programm der PASOK widerspreche ihrer Gesetzesbilanz, da die Partei bei der ersten Parlamentsabstimmung in der laufenden Legislaturperiode gegen eine Revision von Artikel 86 gestimmt habe.
Nicht finanzierte Gehalts- und Rentenzusagen
Wirtschaftliche Zusagen bildeten die letzte Säule von Marinakis' Kritik, insbesondere die Versprechen der PASOK, Bonusleistungen für Arbeitnehmer und Rentner wiederherzustellen. Androulakis versprach die Wiedereinführung eines 13. Monatsgehalts für Angestellte des öffentlichen Dienstes sowie eine 13. Rentenzahlung für griechische Rentner. Marinakis erklärte, der Oppositionsführer habe keine fiskalische Aufschlüsselung, Kostenberechnung oder Finanzierungsmechanismen für diese öffentlichen Ausgaben vorgelegt. Laut dem Sprecher fehlten der gesamten Präsentation konkrete Haushaltszahlen, sodass die Wählerschaft nicht verstehe, wie diese Staatsausgaben finanziert werden sollten.
Das Einzige, was wir von Herrn Androulakis wieder einmal nicht gehört haben, war ein realistischer und bezifferter Plan für das Land.


