
Griechischstämmiger bei Albanien-Protest gegen Ferienresort in Schutzzone verletzt – Athen erstattet Demarche
Ein griechischer Staatsbürger wurde bei gewaltsamen Protesten im albanischen Zvërnec gegen den Bau eines Touristenzentrums in einem ökologisch sensiblen Gebiet verletzt. Griechenland hat eine Demarche eingelegt und fordert eine umfassende Untersuchung; es verknüpft den Vorfall mit dem EU-Beitrittsprozess des Landes.
Protest und Zusammenstöße
Am 30. Mai 2026 protestierten Bewohner von Zvërnec, Albanien, darunter Angehörige der griechischen Minderheit, gegen den Bau einer großen Ferienanlage. Das Projekt ist in einem Gebiet geplant, das als ökologisch bedeutsam und als geschützte Küstenzone ausgewiesen ist. Die Lage eskalierte, als Personen in Zivilkleidung – von Protestierenden als private Sicherheitskräfte identifiziert – mit Demonstranten zusammenstießen. Auf sozialen Medien kursierte ein Video, das einen Demonstranten zeigt, der über den Boden geschleift wird. Die örtliche Polizei hatte einen Kordon um die Baustelle errichtet, griff aber nach Aussage der Demonstranten nicht sofort ein, um die Lage zu entschärfen.
Verletzung eines griechischen Bürgers
Bei der Gewalt wurde ein griechischer Staatsbürger, ein Mitglied der griechischen Gemeinschaft vor Ort, verletzt. Die griechische Botschaft in Tirana handelte umgehend, um dem Verletzten die notwendige konsularische und medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Art und Schwere der Verletzungen wurden nicht bekannt gegeben.
Die Botschaft Griechenlands in Tirana hat unverzüglich alle notwendigen Schritte unternommen, um sicherzustellen, dass jede erforderliche konsularische und medizinische Hilfe geleistet wird.
Diplomatische Reaktion
Das griechische Außenministerium legte bei den albanischen Behörden eine formelle Demarche ein und äußerte „große Besorgnis“ über die Vorfälle. Es forderte eine vollständige Untersuchung und die Klärung der Verantwortlichkeiten. Das Ministerium würdigte die erste Reaktion der albanischen Behörden, betonte aber die Notwendigkeit der uneingeschränkten Achtung der Rechtsstaatlichkeit, einschließlich des Schutzes der Rechte und des Eigentums der griechischen Minderheit.
Rechtsstaatlichkeit und EU-Konditionalität
Die griechische Erklärung unterstrich die Bedeutung eines wirksamen Schutzes von Umweltgebieten im Einklang mit dem EU-Besitzstand. Sie stellte klar, dass die Einhaltung dieser Standards eine Voraussetzung für Albaniens Fortschritte auf dem Weg zum EU-Beitritt ist. Der Vorfall verdeutlicht Spannungen in Bezug auf Landrechte und Umweltpolitik in einem Kandidatenland, das engere Beziehungen zur Europäischen Union anstrebt.


