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Migration·9. Juli

Deutschland und Dänemark behalten Grenzkontrollen bei, planen Rückführungs-Hub-Pilotprojekt für 2027

Die Innenminister aus Berlin und Kopenhagen einigten sich am 9. Juli 2026 darauf, die vorübergehenden Grenzkontrollen fortzusetzen und die EU-externen Abschiebezentren voranzutreiben, wobei im nächsten Jahr ein Pilotprojekt erwartet wird.

Grenzkontrollen verlängert

Deutschland und Dänemark werden die vorübergehenden internen Grenzkontrollen an ihrer gemeinsamen Grenze aufrechterhalten, bestätigten beide Innenminister nach einem Treffen in Berlin am 9. Juli 2026. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete die Kontrollen als „einen wichtigen Beitrag zur Zurückdrängung der illegalen Migration“. Sein dänischer Amtskollege Morten Bodskov, Minister für Migration und Integration, erklärte, dass auch Dänemark weiterhin einen Bedarf an Kontrollen auf seiner Seite sehe. Die beiden Länder führen seit 2024 feste Kontrollen durch: Dänemark begann am 12. Mai 2024, Deutschland folgte am 16. September 2024. Beide haben die Maßnahmen seitdem mehrfach verlängert, mit der Begründung, die irreguläre Migration eindämmen und Schleusernetze zerschlagen zu müssen.

Grenzkontrollen sind ein wichtiger Beitrag zur Zurückdrängung der illegalen Migration.

— Alexander Dobrindt

Die Minister stellten fest, dass die deutsch-dänische Grenze im Vergleich zu anderen Routen eine geringere Rolle bei irregulären Migrationsströmen spielt, die Bundespolizei aber dennoch erfolgreich dabei war, dort Schleusungsoperationen zu unterbinden. Die Polizeikräfte beider Länder arbeiteten eng zusammen, so die Minister. Der Erfolg dieser vorübergehenden internen Grenzkontrollen sei in den letzten Monaten deutlich geworden, so Dobrindt.

Wir sehen derzeit auch auf dänischer Seite die Notwendigkeit von Kontrollen an dieser Grenze.

— Morten Bodskov

Rückführungs-Hub-Initiative

Über Grenzkontrollen hinaus erörterten Dobrindt und Bodskov das Konzept der „Rückführungs-Hubs“ – Abschiebezentren, die außerhalb der Europäischen Union eingerichtet werden sollen. Diese Einrichtungen sollen irreguläre Migranten aufnehmen, denen in Europa der Schutzstatus verweigert wurde, die aber aus verschiedenen Gründen nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können. Die Idee ist, solche Personen in Drittstaaten zu bearbeiten und unterzubringen, um die Anreize für irreguläre Migration nach Europa zu verringern. Dobrindt sagte, auch Griechenland, die Niederlande und Österreich hätten Interesse an der Maßnahme bekundet.

Die beiden Minister zeigten sich zuversichtlich, dass noch vor Ende 2026 eine Einigung mit einem aufnahmebereiten Gaststaat erzielt werden könne, sodass ein Pilotprojekt im Jahr 2027 starten könne. Ein konkretes Land wurde nicht als potenzieller Gastgeber genannt. Das Rückführungs-Hub-Modell ist Teil eines breiteren Vorstoßes einiger EU-Mitgliedstaaten, das Migrationsmanagement auszulagern, um die Anreize für irreguläre Ankünfte zu verringern. Die Minister betonten, dass sich die Initiative noch in der Planungsphase befinde, aber sie seien optimistisch, in diesem Jahr Fortschritte zu erzielen.

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Europäische Abstimmung

Das fortgesetzte Grenzregime und die Gespräche über Rückführungs-Hubs spiegeln eine allgemeine Verschärfung der Migrationspolitik in mehreren EU-Mitgliedstaaten wider. Obwohl die deutsch-dänische Grenze keine primäre Migrationsroute ist, signalisiert die koordinierte Haltung eine politische Übereinstimmung zwischen Berlin und Kopenhagen bei Durchsetzungsmaßnahmen. Dobrindt und Bodskov hoben ihre gute Zusammenarbeit in der Migrationspolitik auf europäischer Ebene hervor, insbesondere in Bezug auf die Rückführungs-Hubs. Die Initiative steht im Einklang mit den Bemühungen anderer EU-Länder, Offshore-Verfahren zu prüfen, auch wenn die Details noch spärlich sind. Das Treffen in Berlin unterstrich das gemeinsame Bekenntnis zu einer strengeren Grenzverwaltung und innovativen Lösungen für Migrationsherausforderungen.

Zeitleiste der Kontrollen und Pläne

Zeitleiste der deutsch-dänischen Grenzkontrollen und Rückführungs-Hub-Pläne
  1. 12. Mai 2024Dänemark beginnt mit festen Grenzkontrollen an der deutschen Grenze.
  2. 16. Sept. 2024Deutschland führt stationäre Kontrollen an der dänischen Grenze ein.
  3. 9. Juli 2026Minister treffen sich in Berlin, vereinbaren Beibehaltung der Kontrollen und Vorantreiben der Rückführungs-Hub-Pläne.
  4. Ende 2026Erwartete Einigung mit einem Gaststaat für einen Rückführungs-Hub.
  5. 2027Pilotprojekt für Rückführungs-Hub soll starten.

Die Zeitleiste zeigt die wichtigsten Daten: Dänemarks Einführung fester Kontrollen im Mai 2024, Deutschlands Einführung im September 2024, das Treffen im Juli 2026 und den geplanten Pilotstart im Jahr 2027. Die Abfolge unterstreicht die schrittweise Verschärfung der Grenzpolitik zwischen den beiden Schengen-Nachbarn.

Berlin
Alexander DobrindtMorten Bodskov
Copenhagen

3 Quellen

  • Grenzkontrollen: Deutschland und Dänemark halten an Grenzkontrollen fest
    ZEIT ONLINE·9. Juli
  • Erster Return Hub 2027 geplant: Deutschland und Dänemark halten an Grenzkontrollen fest
    N-tv·9. Juli
  • Deutschland und Dänemark halten an Grenzkontrollen fest
    DIE WELT·9. Juli

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