
Grasshopper verpflichtet Olaf Janssen als Cheftrainer nach Entlassung von Peter Zeidler
Der Grasshopper Club Zürich hat den deutschen Trainer Olaf Janssen als Cheftrainer mit einem Vertrag bis zum Saisonende verpflichtet. Er ersetzt Peter Zeidler, nachdem der Klub die Swiss Super League auf dem zehnten Platz begonnen hatte.
Trainerwechsel bei Grasshopper
Grasshopper Club Zürich bestätigte am Samstagmorgen die Verpflichtung von Olaf Janssen als neuen Cheftrainer. Der 59-jährige deutsche Trainer unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der Saison und übernimmt die erste Mannschaft mit sofortiger Wirkung. Janssen ersetzt seinen Landsmann Peter Zeidler, der am 21. September nach kaum fünf Monaten im Amt entlassen worden war. Zeidler, ein 64-jähriger ehemaliger Trainer des Lausanne-Sport, wurde nach einem schwierigen Saisonstart von seinen Aufgaben entbunden, der acht Punkte aus den ersten neun Spielen der Swiss Super League gebracht hatte. Zwei schwere Niederlagen in Folge vor der Länderspielpause – 2:5 gegen Sion und 1:5 gegen Luzern – besiegelten seinen Abschied. Der Zürcher Klub, der erfolgreichste der Schweizer Fußballgeschichte, liegt derzeit auf dem zehnten Tabellenplatz und damit zwei Punkte vor dem Tabellenletzten Lausanne-Sport.
Übergangsphase und Integration des Trainerstabs
Nach Zeidlers Abgang brauchte Grasshopper elf Tage, um die neue Trainerstruktur zu finalisieren, während der bestehende technische Stab die Mannschaft interimistisch betreute. Die Umstrukturierung begann früher in dieser Woche, als der Klub am Mittwoch den niederländischen Trainer Edwin de Graaf als neuen Assistenztrainer bekanntgab. Am Freitag wurde Janssen beim Testspiel von Grasshopper gegen Yverdon Sport auf der Tribüne neben Sportdirektor Dries Bousatta gesehen. Der Klub erklärte, seine strategische Ausrichtung setze auf proaktiven, offensiven Fußball, die individuelle Entwicklung der Spieler und klare Förderwege für junge Talente. Der Klub bestätigte, dass sich Janssen während des gesamten Auswahlverfahrens dazu verpflichtet habe, eng mit dem bestehenden technischen Stab und der sportlichen Organisation zusammenzuarbeiten, um diese Spielidentität zu etablieren.
Janssen äußerte sich bei seiner Amtsübernahme zu seiner Philosophie:
Ich habe an meinen früheren Stationen gelernt, wie wichtig klare Strukturen und konsequente Entwicklungsarbeit für nachhaltigen Erfolg sind.
- Grasshopper entlässt Cheftrainer Peter Zeidler nach neun Ligaspielen.
- Edwin de Graaf wird als neuer Assistenztrainer des Klubs verpflichtet.
- Olaf Janssen besucht ein Testspiel gegen Yverdon Sport neben Sportdirektor Dries Bousatta.
- Grasshopper gibt Olaf Janssen offiziell als Cheftrainer bis zum Saisonende bekannt.
Bilanz im deutschen Klubgeschäft
Die Aufgabe in Zürich ist Janssens erste Cheftrainerposition außerhalb Deutschlands. Der in Krefeld geborene Trainer kommt nach einem kurzen Engagement beim SV Sandhausen in der viertklassigen Regionalliga, wo er im März 2026 nach 31 Pflichtspielen und weniger als einer vollen Saison entlassen wurde. Vor seiner Zeit in Sandhausen war Janssen viereinhalb Jahre bei Viktoria Köln in der 3. Liga tätig und betreute 192 Spiele. In dieser Zeit wurde er zum dienstältesten Cheftrainer der dritten deutschen Liga, führte das Team zu vier Titeln im Mittelrheinpokal und integrierte zahlreiche Akademiespieler in die erste Mannschaft. Zu seinen früheren Cheftrainerstationen in der 2. Bundesliga zählten Dynamo Dresden und der FC St. Pauli sowie eine kurze Phase als Interimstrainer beim VfB Stuttgart.
Jahrzehnte an Trainer- und Spielerfahrung
Über seine Cheftrainerrollen hinaus sammelte Janssen umfangreiche Erfahrung als Assistent in mehreren Erstligaclubs. Er arbeitete unter Bruno Labbadia als Assistenztrainer beim VfL Wolfsburg und bei Hertha BSC und war zudem in Assistenztrainerpositionen beim VfB Stuttgart, bei 1860 München und beim FC St. Pauli tätig. Auf internationaler Ebene war Janssen vier Jahre lang Assistent von Cheftrainer Berti Vogts bei der aserbaidschanischen Nationalmannschaft. Als Profispieler bestritt der Mittelfeldspieler 241 Bundesligaspiele für 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt und kam in seiner Karriere auf über 300 Pflichtspieleinsätze. Seine aktive Laufbahn beendete er im Frühjahr 2000 in der Schweiz, wo er in sieben Spielen in der Auf- und Abstiegsrunde für AC Bellinzona auflief, bevor er zurücktrat.

