Sturzflut tötet zwei im Grand Canyon, Suche nach vermisstem Wanderer läuft weiter
Zwei Wanderer aus Texas starben und ein dritter wird vermisst, nachdem eine reißende Sturzflut den Bright Angel Canyon heimgesucht hatte, was 82 Hubschrauberrettungen und unbegrenzte Unterkunftsschließungen zur Folge hatte.
Sturzflut fegt durch den Bright Angel Canyon
Am Samstag, den 29. August 2026, entluden sich schnell ziehende Monsungewitter zwischen 14:30 und 15:00 Uhr Ortszeit über dem Bright Angel Canyon und ließen in 30 Minuten etwas mehr als einen Zoll Regen fallen. Der Niederschlag fiel auf felsiges, undurchlässiges Gelände und beschleunigte sich auf dem 5.500 Fuß hohen Abstieg zum Canyonboden rasant. Eine Kaskade aus Schlamm, Wasser, Felsbrocken und Geröll ergoss sich den Bright Angel Creek hinab, zerstörte Fußgängerbrücken und spülte Abschnitte des unteren North Kaibab Trail weg. Die Flut überschwemmte das Gebiet um Phantom Ranch, eine steinerne Hüttensiedlung am Bach, bevor sie Metallschutt und Sediment in den Colorado River spülte. Die Parkverwaltung sperrte den Colorado River für den gesamten Bootsverkehr und schloss die Black Bridge, die Silver Bridge und den Bright Angel Campground.
- Heftiger Monsunsturm löst Sturzflut im Bright Angel Canyon aus
- Hubschrauberbesatzungen fliegen zunächst 45 gestrandete Überlebende in Sicherheit
- Rettungskräfte evakuieren die restlichen 37 Personen aus dem Gebiet von Phantom Ranch
- Parkverwaltung schließt Übernachtungsmöglichkeiten am South Rim und verhängt Wasserbeschränkungen der Stufe 4
- Suchteams durchkämmen den Korridor des Bright Angel Creek nach einem vermissten Wanderer
Mehrtägiger Rettungseinsatz und Suche nach dem Vermissten
Die Rettungskräfte wurden am Samstagnachmittag sofort mobilisiert und setzten Hubschrauber und Nachtsichtgeräte ein, um gestrandete Besucher vom Canyonboden zu evakuieren. Einsatzleiter Dave Black bestätigte, dass die Rettungsteams am Samstag 45 Überlebende ausflogen und bis Sonntagnachmittag weitere 37 Personen evakuierten, insgesamt also 82 sichere Evakuierungen. Die Parkbehörden gaben zunächst an, dass bis zu 30 Personen vermisst würden, senkten die Schätzung später auf 15, nachdem sie die Genehmigungen für das Hinterland und die Kennzeichen der Fahrzeuge auf den Parkplätzen abgeglichen hatten. Die Suchteams konzentrierten sich auf den zerklüfteten Korridor zwischen Phantom Ranch und Cottonwood Manzanita, um den letzten noch nicht aufgefundenen Wanderer zu lokalisieren, während technische Suchtrupps der US-Grenzschutzbehörde zur Unterstützung eingesetzt wurden.
Nach jetzigem Stand haben sie keinen Grund zu der Annahme, basierend auf den bisher eingegangenen Hinweisen, dass es außer dem einen noch jemanden gibt.
- 2026-08-29
- 45 Personen
- 2026-08-30
- 37 Personen
Opfer identifiziert und Augenzeugenberichte
Parkbeamte bestätigten, dass zwei erwachsene Männer starben, nachdem sie während der ersten Flutwelle flussabwärts gespült worden waren. Der National Park Service identifizierte die Opfer als den 46-jährigen Chiropraktiker John Giusti, dessen Leiche in der Nähe der Crystal Rapids am Colorado River gefunden wurde, und den 42-jährigen Kampfsportstudio-Besitzer Brent Rosenkranz. Beide Männer stammten aus Granbury, Texas, und hatten seit Freitag zusammen mit dem 53-jährigen Piloten Timothy Allen Smith, der weiterhin vermisst wird, am Grund des Canyons gezeltet. Der leitende Parkranger Justin Cully merkte an, dass sich nicht registrierte Tageswanderer ohne Hinterland-Genehmigungen zum Zeitpunkt der Flut in dem Gebiet aufgehalten haben könnten. Augenzeugen auf dem Campingplatz beschrieben einen schnellen Übergang von klarem Himmel zu einem chaotischen Evakuierungsgeschehen.
Es war ein schöner Tag und dann schrien und rannten die Leute.
Infrastrukturschäden und Umweltfaktoren
Die Flutwelle verursachte schwere Schäden an der Infrastruktur des Grand Canyon und zerstörte etwa 40 % der Transcanyon-Wasserleitung, die die Parkeinrichtungen und rund 2.500 Anwohner mit Trinkwasser versorgt. Als Reaktion darauf verhängte die Parkverwaltung ab dem 31. August Wasserbeschränkungen der Stufe 4 und schloss alle Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste am South Rim auf unbestimmte Zeit, darunter El Tovar, Bright Angel Lodge, Maswik Lodge und Yavapai Lodge. Sowohl der North Rim als auch der South Rim blieben für Tagesbesucher geöffnet, allerdings wurden alle Lagerfeuer am South Rim verboten und die Flusserholung blieb eingestellt. Wissenschaftler und Meteorologen stellten fest, dass die Flut durch die saisonale Monsunfeuchtigkeit, die anhaltende regionale Dürre und einen Waldbrand im Juli 2025, der fast 60.000 Hektar verbrannte, verstärkt wurde, wodurch Brandnarben entstanden, in denen das Risiko von Abflüssen nach Bränden auf das Zwei- bis Achtfache des Normalwerts geschätzt wurde.
Der Regen fiel einfach über der falschen Stelle. Er fiel über einem sehr empfindlichen Gebiet.