
Ägypter in Glyfada mit Granate festgenommen; Polizei: Mörder im Gefängnis befahl geplanten Anschlag auf Staatsanwälte
Die griechische Polizei hat am Abend des 24. Juli 2026 in Glyfada einen ägyptischen Staatsangehörigen festgenommen und eine Granate bei ihm sichergestellt. Die Behörden gehen davon aus, dass der Verdächtige einen Anschlag vorbereitete, der von einem ebenfalls ägyptischen Mörder, der eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, angeordnet wurde.
Die Festnahme
Die griechische Polizei in Athen nahm am Abend des 24. Juli 2026 im Küstenvorort Glyfada einen Mann ägyptischer Herkunft fest. Bei einer Durchsuchung wurde eine Handgranate bei ihm sichergestellt. Die Direktion zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (DAOE) hatte den Verdächtigen observiert und griff ein, bevor ein Anschlag verübt werden konnte. Die Behörden gehen davon aus, dass die Festnahme einen schweren Anschlag auf Justizbeamte verhindert hat.
Der Verdächtige wurde für die Operation von einem Mittelsmann angeworben, der noch von der Polizei gesucht wird. Er sagte den Ermittlern, er sei zu einem Treffpunkt geschickt worden, wo er die Granate von einem ihm unbekannten griechischen Staatsangehörigen erhalten habe. Dieser Mann war unter Auflagen aus der Haft entlassen worden und wurde bereits im Zusammenhang mit einem Drogenfall gesucht.
Der Häftling hatte dem Kurier das Ziel noch nicht verraten.
Der Drahtzieher im Gefängnis
Der Festgenommene nannte als seinen Befehlshaber einen ebenfalls ägyptischen Mitgefangenen, der derzeit in der Justizvollzugsanstalt Diavaton inhaftiert ist. Dieser Häftling kam 2017 wegen eines Tötungsdelikts in den Strafvollzug und wird seitdem mit Raubüberfällen und anderen Disziplinarvergehen innerhalb der Anstalt in Verbindung gebracht. Ein in seiner Zelle gefundenes Mobiltelefon wird nun von den Ermittlern untersucht.
Die Gefängnisbehörde arbeitet mit der Anti-Organisierte-Kriminalität-Einheit zusammen, um die Kontakte des Häftlings zu kartieren und die gesamte Kommunikationskette zu ermitteln, die dazu führte, dass die Granate nach Glyfada gelangte. Das Motiv für die Anordnung des Anschlags ist noch unbekannt. Die Polizei analysiert, ob es sich bei dem geplanten Anschlag um einen Auftragsmord, einen Racheakt im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Urteil des Häftlings oder um interne Gefängniskonflikte handelte, die auf die Straße übertragen wurden.
Mögliche Ziele
Da der Festgenommene kein bestätigtes Ziel nannte, errichtete die Griechische Polizei einen Sicherheitsschirm für rund 15 Personen, die als besonders gefährdet gelten. Die Liste umfasst Staatsanwaltschaftsbeamte, und zu den namentlich genannten Personen gehört Isidoros Dogiakos, ein ehemaliger Staatsanwalt am Obersten Gerichtshof (Areios Pagos).
Die Polizei hatte frühzeitig Alarm geschlagen. Quellen zufolge wurden etwa zehn Personen auf der Liste am vergangenen Dienstag aufgefordert, bei ihren Bewegungen Vorsicht walten zu lassen und in einigen Fällen vorübergehend ihre Wohnungen zu verlassen. Der Personenschutz wurde an den Wohnhäusern mehrerer Personen verstärkt, darunter auch Dogiakos, der eigenen Angaben zufolge glaubt, das beabsichtigte Ziel gewesen zu sein, was jedoch von den Behörden nicht bestätigt wurde.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, warum der inhaftierte Ägypter das Granatenkomplott angeordnet hat. Der festgenommene Kurier hat sich geweigert, Einzelheiten zum Ziel preiszugeben, was die Bemühungen zur Bestätigung des endgültigen Ziels erschwert.
Die Wohnung des Mittelsmanns
Die Beamten durchsuchten die Wohnung des Griechen, der dem ägyptischen Kurier angeblich die Granate übergeben hatte. Bei der Durchsuchung stellten sie einen Revolver und 4.000 Euro Bargeld sicher. Der Mann ist weiterhin auf der Flucht. Er war unter Auflagen aus der Haft entlassen worden und wird im Zusammenhang mit einem Betäubungsmittelfall gesucht.
Laufende Ermittlungen
Die DAOE untersucht weiterhin die Kommunikation des Häftlings, die Rolle des Mittelsmanns und die vollständige Liste der möglichen Ziele. Bis das tatsächliche Ziel zweifelsfrei identifiziert ist, bleiben die Schutzmaßnahmen für die 15 Personen bestehen.
