Glühwürmchen-Saison beginnt in Südwestdeutschland: Die besten Orte und Tipps, um das Leuchten zu sehen
Von Mitte Juni bis Juli erhellen Glühwürmchen Wiesen und Wälder in Baden-Württemberg. Naturschutzverbände verraten die besten Orte und Tipps, um das Leuchtschauspiel zu sehen.
Ein saisonales Naturschauspiel
In Baden-Württemberg hat die kurze, aber magische Glühwürmchen-Saison begonnen. Von Mitte Juni bis Juli erhellen die kleinen Käfer die Abend- und Nachtlandschaft mit ihren biolumineszenten Signalen. Naturschutzverbände betonen, dass Geduld und die richtigen Bedingungen entscheidend sind, um das Schauspiel zu beobachten, da die Tiere oft erst spät in der Nacht erscheinen.
Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, habe ich sie öfter gesehen.
Das Leuchten ist Teil eines Paarungsrituals: Flugunfähige Weibchen sitzen im Gras und senden Lichtsignale aus, um Männchen anzulocken. Kurz nach der Paarung sterben die Käfer, was das kurze Leuchtspektakel beendet.
Wo man sie findet
Katrin Fritzsch vom Naturschutzverband NABU weist auf mehrere vielversprechende Gebiete im Südwesten hin. Dazu gehören der Bärensee und verschiedene Parks in Stuttgart, die Region um den Federsee im Landkreis Biberach sowie Gebiete nahe Freiburg und entlang des Rheins. Sie warnt jedoch, dass es keine Garantie für Sichtungen gibt.
Theoretisch kann man sie im eigenen Garten finden, wenn man einen naturnahen Garten hat.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergänzt, dass Rasenflächen, die im Sommer teilweise nicht gemäht werden, das hohe Gras bieten, das die Insekten als Rückzugsort benötigen.
Die besten Zeiten zum Beobachten
Laut NABU bietet ein Spaziergang zwischen 22 Uhr und Mitternacht die besten Chancen, besonders an warmen, windstillen Abenden. Dann sind die Käfer am aktivsten. Der BUND rät, dass bei sehr dunklen Standorten auch die schwach leuchtenden Larven sichtbar werden können.
An sehr dunklen Orten kann man manchmal die schwach leuchtenden Larven sehen.
Tageslicht oder die frühe Abenddämmerung verbergen das Schauspiel vollständig, daher ist ein später Abendspaziergang unerlässlich.
Was das Leuchten beeinträchtigt
Künstliches Licht ist eines der Haupthindernisse. Eine vor drei Jahren veröffentlichte Studie zeigte, dass Beleuchtung die Tiere stören und ihre Leuchtsignale überdecken kann. Die Sichtungschancen sinken in der Nähe von Siedlungen deutlich. Neben der Lichtverschmutzung setzen Pestizide in der Landwirtschaft und in Gärten den Tieren zusätzlich zu, was sie heute seltener macht als noch vor Jahrzehnten.
Fritzsch merkt an, dass Glühwürmchen nicht verschwunden sind, aber dass man gezielter nach ihnen suchen muss. Der BUND empfiehlt, auf Gartenbeleuchtung zu verzichten und im Sommer nicht den gesamten Rasen zu mähen, um den Insekten einen Rückzugsort zu bieten und die Chancen auf ein Schauspiel im eigenen Garten zu erhöhen.


