
Schwül-warmes Wetter beschert Glühwürmchen in ganz Deutschland ein spektakuläres Paarungsspektakel
Heiße Tage und regionale Regenschauer haben die Bühne für ein leuchtendes Glühwürmchen-Schauspiel bereitet: Die kleinen Käfer blitzen mit ihrem grünlichen Licht in Gärten und an Straßenrändern.
Idealwetter für ein leuchtendes Spektakel
Die heißen Tage und gelegentlichen Regenschauer haben in ganz Deutschland ideale Bedingungen für Glühwürmchen geschaffen. Helge May vom Naturschutzbund (NABU) erklärte, das warme, feuchte Wetter komme den Käfern zugute, solange abendliche Gewitter ihre Flugzeit nicht durcheinanderbrächten. „Zumindest bisher können wir von einem guten Glühwürmchenjahr ausgehen“, so May. Das grünliche Blinken ist derzeit in vielen Gärten und an Straßenrändern zu sehen.
Wie Glühwürmchen ihr Licht erzeugen
Glühwürmchen erzeugen Licht durch Biolumineszenz, eine Reaktion, an der das Enzym Luciferase und die Verbindung Luciferin beteiligt sind. Anders als eine Flamme produziert dieser Prozess kaum Wärme. Das Leuchtorgan sitzt an der Unterseite des Hinterleibs, wo der Chitinpanzer dünn und durchscheinend ist. Der Glanz dient der Fortpflanzung: Flugunfähige Weibchen sitzen am Boden oder auf erhöhten Sitzwarten und locken mit Licht die fliegenden Männchen an. Beim Kleinen Leuchtkäfer leuchten beide Geschlechter; die schwebenden Lichtpunkte sind die Männchen.
Wann und wo beobachten
Das beste Beobachtungsfenster liegt zwischen etwa 22 Uhr und Mitternacht, mit einem Höhepunkt um die Sommersonnenwende herum und bis Anfang Juli. Der NABU empfiehlt warme, windstille und dunkle Nächte, besonders um Neumond. In Niedersachsen bieten örtliche NABU-Gruppen geführte Spaziergänge in Orten wie Barsinghausen-Egestorf, Rinteln, Bad Münder und Wennigsen an.
Meist nur fünf bis zehn Tage, von Mitte Juni bis Anfang Juli, schwärmen sie in der Dämmerung aus und gehen auf Brautschau.
Wenn es gespenstisch in der Luft leuchtet, sind das immer Männchen des Kleinen Leuchtkäfers.
- Sommersonnenwende: Erwachsene Glühwürmchen schlüpfen zur Paarungszeit.
- Warmes, feuchtes Wetter schafft ideale Bedingungen für Glühwürmchenaktivität.
- Die Glühwürmchenaktivität lässt mit dem Ende der Paarungszeit typischerweise nach.
Warum Gärtner Glühwürmchen begrüßen
Glühwürmchenlarven sind gefräßige Räuber von Nacktschnecken. Sie folgen der Schleimspur, versenken ihre Kiefer in der Schnecke und spritzen eine lähmende, vorverdauende Flüssigkeit ein. Von Schnecken geplagte Gärtner können Glühwürmchen fördern, indem sie ungemähte Grasstreifen stehen lassen, Reisig- und Laubhaufen anlegen und auf chemische Schneckenkörner verzichten, die auch die Larven töten. Die bayerische Naturschutzorganisation LBV rät, heimische Laubbäume und Sträucher zu pflanzen, einen Teich oder ein hohes Staudenbeet anzulegen und nächtliche Gartenbeleuchtung auszuschalten.
Gefährdung und Schutz
Einheimische Glühwürmchen-Arten gelten bundesweit derzeit nicht als gefährdet, stehen aber durch Lebensraumverlust, häufiges Mähen, Pestizide und Lichtverschmutzung unter wachsendem Druck. Künstliche Beleuchtung erschwert es Männchen und Weibchen, einander zu finden. Der NABU ruft Gärtner auf, die Außenbeleuchtung zu reduzieren und Gehölzstrukturen in Wassernähe zu erhalten. Die Phase als erwachsener Käfer ist kurz: Nach drei Jahren als Larve leben die Käfer nur fünf bis zehn Tage, paaren sich, legen Eier und sterben.


