
Gladbach verspielt 3:1-Führung und verliert 3:4 gegen Elversberg – Druck auf Polanski steigt
Borussia Mönchengladbach kassierte drei Gegentore in der zweiten Halbzeit und unterlag dem Aufsteiger SV Elversberg mit 3:4, womit der Verein nach den ersten beiden Bundesliga-Spielen sieglos ist und sieben Gegentore hinnehmen musste.
Zweite-Halbzeit-Zusammenbruch gegen Aufsteiger Elversberg
Borussia Mönchengladbach kassierte am Samstag im Borussia-Park die zweite Niederlage in Folge zum Auftakt der Bundesliga-Saison und unterlag dem Aufsteiger SV Elversberg mit 3-4. Gladbach ging mit einer 2-1-Führung in die Halbzeitpause und baute den Vorsprung in der 56. Minute auf 3-1 aus. In der letzten halben Stunde zerfiel die Defensivstruktur jedoch, sodass die Liga-Neulinge drei Tore in Folge erzielten und den Sieg sicherten. Die Niederlage folgte auf eine 0-3-Auswärtsniederlage am ersten Spieltag gegen RB Leipzig, sodass Gladbach nach den ersten beiden Ligaspielen punktlos ist und sieben Gegentore kassiert hat. Elversbergs Cheftrainer Vincent Wagner verfolgte das Comeback in der zweiten Halbzeit von der Pressetribüne aus, nachdem er die Gelb-Rote Karte erhalten hatte – zuvor hatte er die Stadionatmosphäre gelobt.
Fan-Unmut und Reaktionen aus der Kabine
Vor dem Anpfiff zeigten Gladbach-Fans in der Nordkurve ein Banner mit der Aufschrift „Endlich wieder in der Kurve steh'n - unsere geliebte Borussia seh'n“. Die unterstützende Atmosphäre löste sich nach dem Schlusspfiff in anhaltendes Pfeifen und Buhrufe der Heimfans auf. Mannschaftskapitän Tim Kleindienst verbrachte 20 Minuten vor den Ultras im Block, um den Defensivzusammenbruch zu erklären und sich die Beschwerden der Fans anzuhören. Im Mixed Zone gab Stürmer Robin Hack zu, dass ihm die Worte fehlten, um die Fehler auf dem Platz zu erklären. Sportdirektor Rouven Schröder zeigte sich tief enttäuscht und erklärte, dass es völlig inakzeptabel sei, ein Spiel nach einer 3-1-Führung aus der Hand zu geben.
Für uns fühlt sich das Spiel nicht nur scheiße an, am Ende war es auch scheiße.
Kritik an Polanski nach dem Sommer-Umbau
Der 50-jährige Schröder räumte ein, dass der Druck auf den Verein nach dem verpassten Frühstart steigt. Die Vereinsführung hatte in der Sommerpause kontrovers über Polanskis Zukunft diskutiert, nachdem man die Saison mit 38 Punkten auf dem 12. Platz beendet hatte. Mönchengladbach entschied sich, den ehemaligen Spieler mit einem bis 2028 laufenden Vertrag zu halten, ersetzte jedoch das Co-Trainerteam und veränderte den Spielerkader. Anders als in der Vorsaison, als Polanski die Mannschaft im Laufe der Saison übernahm, absolvierte er in diesem Sommer die gesamte Vorbereitung, sodass es weniger Ausreden für schwache Leistungen gibt. Schröder deutete an, dass der Verein zwar nach zwei Spieltagen keine sofortige Trainerdiskussion eröffnen werde, aber interne Gespräche notwendig seien.
Wenn man keine Spiele gewinnt, steht man grundsätzlich unter Druck.
Historische Parallelen zu früheren Trainerwechseln
Der Start mit zwei Niederlagen in Folge in die Bundesliga-Saison ist erst das fünfte Mal in Gladbachs 58 Jahren in der höchsten Spielklasse und entspricht einem Start, der zuletzt in der Saison 2015/16 verzeichnet wurde. Der schwierige Beginn spiegelt das Vorjahr wider, als Cheftrainer Gerardo Seoane nach dem dritten Spieltag entlassen wurde, nachdem er nur einen Punkt geholt und kein Tor erzielt hatte. Polanski war zunächst interimistisch von der U23 aufgerückt, bevor er einen festen Vertrag erhielt. Schröder merkte an, dass der Verein zu Saisonbeginn Optimismus verbreiten wollte, nun aber der Realität von zwei Auftaktniederlagen ins Auge sehen müsse.
- Gerardo Seoane wird entlassen, nachdem er in drei Spielen einen Punkt geholt hat, woraufhin Eugen Polanski von der U23 aufrückt.
- Gladbach beendet die Saison auf Platz 12 mit 38 Punkten, und der Verein unterschreibt mit Polanski einen Vertrag bis 2028.
- Gladbach startet die Saison mit einer 0-3-Auswärtsniederlage gegen RB Leipzig.
- Gladbach verspielt in der 56. Minute eine 3-1-Führung und verliert zu Hause mit 3-4 gegen den SV Elversberg.


