
Samuel Giger besiegt Marcel Bieri und verteidigt Titel beim Kilchberger Schwinget
Samuel Giger gewann am Samstag das 18. Kilchberger Schwinget, nachdem er im Schlussgang Marcel Bieri besiegt hatte. Nach einer dreimonatigen Schulterverletzung feierte er vor 10.000 Zuschauern seinen zweiten Festivalsieg.
Schlussgang auf dem Stockengut
Das 18. Kilchberger Schwinget endete am Samstag in der temporären Arena auf dem Stockengut mit Blick auf den Zürichsee, wo die ausverkaufte Tribüne 10.000 Zuschauer fasste. Samuel Giger aus dem Thurgau ging mit einem strategischen Vorteil in den entscheidenden Schlussgang: Er brauchte nur ein Unentschieden, um den Gesamtsieg zu sichern, während Marcel Bieri aus Zug einen klaren Sieg benötigte, um den ersten Platz zu erringen. Bieri griff sofort nach dem Startpfiff des Kampfrichters an, doch Giger neutralisierte die erste Offensive, ohne Boden preiszugeben. Dann startete Giger einen explosiven Gegenangriff und führte nach etwas mehr als zwei Minuten einen entscheidenden Kurz aus, um Bieri flach auf den Rücken zu legen. Der Sieg löste bei Giger auf dem Sägemehlring sichtbare Emotionen aus, während seine Frau Michelle auf der Tribüne das Ergebnis bejubelte.
Rückkehr nach Schulterverletzung
Giger trat nach einer dreimonatigen Pause an, die auf eine Schulterverletzung Ende Mai zurückging. Seine Einsatzbereitschaft für das Fest blieb den ganzen Sommer über ungewiss, und er trat ohne vorherige Wettkampfergebnisse an, wobei unter seinem Hemdärmel nur schwarzes Schutzband sichtbar war. Im Morgenprogramm startete Giger stark, indem er nacheinander Matthias Aeschbacher und Sinisha Lüscher auf den Rücken legte. Im dritten Kampf gegen Michael Ledermann erlebte er eine unerwartete Wende: Er schien die Kontrolle zu haben, wurde dann aber unerwartet auf den Rücken geworfen. In der fünften Runde fand Giger zu seiner Form zurück, indem er den Berner Schwinger Michael Moser mit einem Kurz in etwa 45 Sekunden warf und sich damit den Platz im Schlussgang sicherte.
Favoriten stolpern, Bieri rückt vor
Die finale Paarung war eine Überraschung, nachdem die Favoriten des Berner Schwingerverbands vor dem Turnier aus dem Rennen gefallen waren, darunter Werner Schlegel und Fabian Staudenmann. Staudenmann war nach fünf Siegen in Folge während der Saison nach Kilchberg gekommen und blieb nach einem Auftakt-Unentschieden gegen Armon Orlik durch Siege über Adrian Odermatt und Joel Strebel bis zum Mittagessen auf Kurs. Doch Staudenmann verlor seine Titelchancen, nachdem er am Nachmittag zwei Unentschieden gegen Mit-Verteidiger Damian Ott in der vierten Runde und Michael Gwerder in der fünften Runde verzeichnete, und belegte schließlich den vierten Gesamtrang mit einem abschließenden Sieg gegen Josias Müller. Stattdessen erreichte der 31-jährige Bieri das Finale, indem er sich von einer früheren Niederlage gegen Ott erholte und Siege über Lario Kramer, David Scheuner und Josias Müller errang, bevor er in der fünften Runde den König Armon Orlik besiegte.
Titelverteidigung und historische Einordnung
Giger beendete den Tag mit fünf Siegen aus sechs Kämpfen und sicherte sich die Kilchberger-Schwinget-Krone als klarer Sieger. Fünf Jahre zuvor, 2021, hatte Giger König Kilian Wenger im Schlussgang besiegt und sich den Festtitel mit Staudenmann und Ott geteilt – alle drei kehrten zurück, um an der Ausgabe 2026 teilzunehmen. Mit seinem Sieg 2026 zog Giger mit Christian Stucki gleich, der 2019 ebenfalls eine lange Verletzungspause überwunden hatte, um den eidgenössischen Titel zu gewinnen. Giger wurde erst der zweite Schwinger in der Geschichte des Wettbewerbs, dem die erfolgreiche Verteidigung des Kilchberg-Titels gelang, nach Karl Meli, der das Fest 1967 und 1973 gewonnen hatte.
- Karl Meli gewinnt das Kilchberger Schwinget
- Karl Meli gewinnt seinen zweiten Kilchberger-Schwinget-Titel
- Samuel Giger teilt sich den Kilchberger-Titel nach einem Sieg über Kilian Wenger
- Samuel Giger besiegt Marcel Bieri und verteidigt den Kilchberger-Titel


