Regierung · Warschau
Polens Präsident unterzeichnet Gleichstellungsgesetz für börsennotierte Unternehmen und legt es dem Verfassungsgerichtshof vor
Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete am 30. Juli 2026 das von der EU vorgeschriebene Gesetz zur Geschlechterparität, legte es jedoch umgehend dem Verfassungsgerichtshof vor, da er schwerwiegende legislative Mängel und eine Gefährdung der unternehmerischen Freiheit sah.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Nasz Dziennik, Do Rzeczy, wpolityce.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Karol Nawrocki unterzeichnete am 30. Juli 2026 das Gesetz zur Umsetzung der Women-on-Boards-Richtlinie und leitete es gleichzeitig dem Verfassungsgerichtshof zur nachträglichen Prüfung zu.
Das Gesetz schreibt vor, dass das unterrepräsentierte Geschlecht mindestens 33 % der Sitze in Vorständen und Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen innehat.
Die Regelungen gelten für börsennotierte Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von über 43 Millionen Euro.
Waldemar Żurek bezeichnete die Unterzeichnung als „gute Nachricht“ und bestätigte, dass das Gesetz in Kraft treten wird.
Die Unterzeichnung und die Vorlage
Am 30. Juli 2026 unterzeichnete Präsident Karol Nawrocki fünf Gesetze, darunter die Novelle zur Umsetzung der EU-Richtlinie „Women on Boards“. Gleichzeitig kündigte er an, das Gleichstellungsgesetz dem Verfassungsgerichtshof zur nachträglichen Prüfung vorzulegen. Die Präsidentschaftskanzlei erklärte, Nawrocki habe das Gesetz wegen der Werte des Artikels 33 der polnischen Verfassung unterzeichnet, der die Gleichstellung von Frauen und Männern garantiert, und um Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt für Frauen abzubauen. Er sei jedoch der Ansicht, dass das Gesetz schwerwiegende legislative Fehler enthalte und möglicherweise die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung sowie den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletze, was die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen schwächen könnte. Die Kanzlei fügte hinzu, das Gesetz schränke die wirtschaftliche Betätigungsfreiheit unverhältnismäßig ein, greife in die Organisationsautonomie öffentlicher Unternehmen ein und erlege umfangreiche administrative und bürokratische Pflichten auf. Der Präsident wolle, dass der Gerichtshof prüfe, ob das Ziel der Verbesserung der Chancengleichheit auf Kosten der verfassungsrechtlich geschützten Wirtschaftsfreiheit erreicht wurde und ob der Gesetzgeber ein angemessenes Gleichgewicht zwischen öffentlichem Interesse und den Rechten der Unternehmer gewahrt habe.
Was das Gesetz vorschreibt
Die Gesetzgebung führt das Konzept eines „unterrepräsentierten Geschlechts“ ein – des Geschlechts, dessen Mitglieder nicht mehr als 49 % der Positionen in den Organen eines Unternehmens innehaben. Sie verlangt, dass Personen des unterrepräsentierten Geschlechts eine Anzahl von Sitzen besetzen, die 33 % aller Positionen in Vorständen und Aufsichtsräten am nächsten kommt. Die Regeln gelten für große börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Polen und mindestens einer an einem geregelten Markt eines EU-Mitgliedstaats gehandelten Aktie, sofern sie mindestens 250 Personen beschäftigen und einen Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von über 43 Millionen Euro aufweisen. Kleine und mittlere Unternehmen sind ausgenommen. Die Unternehmen müssen vor Beginn eines Einstellungsverfahrens klare, objektive und nichtdiskriminierende Kriterien für die Auswahl der Kandidaten festlegen. Bei vergleichbaren Qualifikationen ist dem unterrepräsentierten Geschlecht der Vorzug zu geben. Kandidaten, die der Ansicht sind, dass die Regeln verletzt wurden, können vor Gericht Schadensersatz verlangen.
- Aufsichtsräte (aktuell)
- 26 %
- Vorstände (aktuell)
- 16 %
- Ziel (mindestens)
- 33 %
Daten aus dem Artikeltext
Polens Ausgangslage
Nach Angaben des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE) hatten Frauen im Jahr 2021 30,6 % der Positionen in den Organen der größten börsennotierten Unternehmen inne. In den vom neuen Gesetz erfassten Unternehmen stellen Frauen derzeit 26 % der Aufsichtsratsmitglieder, und in jedem dritten Unternehmen führt eine Frau den Aufsichtsrat – das beste Ergebnis in Europa. Frauen besetzen 16 % der Vorstandsposten. In allen Führungspositionen in großen und kleinen Unternehmen belegen polnische Frauen 44 % der Stellen, womit Polen nach Daten aus dem dritten Quartal 2020 hinter Lettland den zweiten Platz in Europa belegt.
Reaktion der Regierung
Justizminister Waldemar Żurek begrüßte die Entscheidung des Präsidenten, das Gesetz zu unterzeichnen.
„Gute Nachricht – das Gesetz zur Umsetzung der Women-on-Boards-Richtlinie wird in Kraft treten.“
Das Justizministerium betonte, die neuen Regeln sollten die Anwendung der Chancengleichheit für Frauen und Männer in Führungspositionen verbessern und einen modernen, fairen und wettbewerbsfähigen Arbeitsmarkt schaffen, auf dem Beförderungen auf Wissen und Kompetenz beruhen und Einstellungsverfahren transparent und diskriminierungsfrei sind.
Weitere am selben Tag unterzeichnete Gesetze
Neben dem Gleichstellungsgesetz unterzeichnete Präsident Nawrocki vier weitere Gesetzesentwürfe, ohne sie dem Verfassungsgerichtshof vorzulegen. Dazu gehört eine Novelle des Arbeitsgesetzbuchs, die die Definition von Mobbing vereinfacht, die Mindestentschädigung für Opfer erhöht und Arbeitgeber zur Einführung von Anti-Mobbing-Verfahren verpflichtet. Ein weiteres unterzeichnetes Gesetz ändert das Bildungsgesetz, um die Nutzung von Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten in Vorschulen und Grundschulen ab dem 1. September 2026 zu verbieten, mit Ausnahmen für Bildungszwecke, dringende Kontaktaufnahme mit den Eltern, Gesundheits- oder Lebensgefahr sowie besondere Bedürfnisse. Die beiden verbleibenden Gesetze betreffen das Wasserrecht sowie gemeinnützige Tätigkeiten und Glücksspiel.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Nasz DziennikPrezydent podpisał ustawę ws. poprawy równowagi płci w spółkach publicznych, ale skieruje do TK
- Do RzeczyPrezydent podpisał ustawę, choć wskazał na "poważne błędy". Żurek: Dobra informacja
- wpolityce.plPrezydent zdecydował! Ta ustawa trafi do TK
- www.gazetaprawna.plNawrocki podjął decyzję ws. ustawy poprawiającej równowagę płci. Nieoczekiwany ruch
- Karol Nawrocki
- Präsident Polens, der das Gleichstellungsgesetz unterzeichnete und dem Verfassungsgerichtshof vorlegte
- Waldemar Żurek
- Justizminister, der die Unterzeichnung des Gesetzes zur Umsetzung der Women-on-Boards-Richtlinie begrüßte
- Orte
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