
Oberster Gerichtshof Pakistans ordnet Verlegung Imran Khans vom Gefängnis ins Krankenhaus an
Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat angeordnet, dass der ehemalige Premierminister Imran Khan innerhalb von zwei Tagen aus dem Adiala-Gefängnis in Rawalpindi in das Shifa International Hospital in Islamabad verlegt wird, nachdem Berichte über eine sich verschlechternde Herzgesundheit eingegangen waren.
Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Verlegung
Der Oberste Gerichtshof Pakistans ordnete am Dienstag die Verlegung des ehemaligen Premierministers Imran Khan aus dem Adiala-Gefängnis in Rawalpindi in das Shifa International Hospital in Islamabad innerhalb von zwei Tagen an. Ein dreiköpfiger Richterrat, darunter Richter Shahid Waheed, entschied, dass sich der 73-jährige Gründer der Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) einer umfassenden medizinischen Untersuchung unterziehen muss. Die Richter wiesen die Behörden an, ein Aufsichtsgremium zu bilden, dem Khans Schwester Dr. Uzma Khan und sein persönlicher Arzt Dr. Faisal Sultan angehören. Das Gericht erlaubte auch Familienmitgliedern Khans, ihn im Krankenhaus zu besuchen, und gewährte ihm telefonischen Kontakt zu seinen im Ausland lebenden Söhnen. Laut Verteidiger Uzair Bhandari wird Khan bis mindestens zur nächsten Gerichtsverhandlung am 16. September 2026 im Krankenhaus bleiben, was seine längste Abwesenheit aus dem Gefängnis seit seiner Inhaftierung im August 2023 darstellt.
Das Gericht ordnete auch an, dass Khans Familie ihn im Krankenhaus treffen darf und dass ihm erlaubt wird, mit seinen im Ausland lebenden Söhnen zu sprechen.
Medizinische Untersuchung und Regierungsreaktion
Dem Urteil vorausgegangen war eine am Montag vom Leiter des Adiala-Gefängnisses beim Gericht eingereichte Bewertung. Dieser Bericht beschrieb eine am 10. August 2026 von einem Herzteam durchgeführte Untersuchung, die schwankenden Blutdruck und erhöhte Angstzustände im Zusammenhang mit strengen Besuchsbeschränkungen feststellte. Während der Verhandlung am Dienstag befragten die Richter des Obersten Gerichtshofs den Generalanwalt Pakistans zu Mängeln im Gefängnisbericht und stellten fest, dass Khans Puls- und Herzwerte abnormal waren und seine lebenswichtigen Organe Anzeichen von Belastung zeigten. Gerichte hatten Verlegungsanträge seit Februar 2026 bereits zweimal abgelehnt, darunter eine Anweisung des Obersten Gerichtshofs von Islamabad, die Eingriffe auf interne medizinische Überprüfungen beschränkte. Der hochrangige PTI-Führer Zulfi Bukhari begrüßte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs und argumentierte, dass eine spezialisierte externe Behandlung überfällig sei.
Die medizinische Versorgung im Gefängnissystem ist kein Ersatz für eine gründliche Untersuchung durch unabhängige Spezialisten seiner Wahl.
Der Berater des Premierministers, Rana Sanaullah, hatte am Montag im Senat erklärt, dass die Gefängnisbehörden Khan eine angemessene medizinische Versorgung zukommen ließen.
Status der rechtlichen Verfahren und Haftgeschichte
Khan befindet sich seit August 2023 in Haft, nach einer Reihe von Gerichtsverfahren, die nach seiner Absetzung durch ein parlamentarisches Misstrauensvotum im April 2022 begannen. Khan gibt an, dass die Behörden über 100 separate Verfahren gegen ihn eingeleitet haben, die er und seine Partei alle als politisch motiviert bezeichnen. Anfang 2026 berichtete sein Anwaltsteam, dass Khan während der Haft einen erheblichen Sehverlust auf dem rechten Auge erlitten habe, obwohl ein späteres staatliches medizinisches Gremium nach einer Krankenhausbehandlung eine Besserung meldete. Die meisten Verurteilungen gegen Khan wurden in der Berufung ausgesetzt oder aufgehoben. Eine 2024 verhängte zehnjährige Haftstrafe wegen der angeblichen Preisgabe eines geheimen diplomatischen Kabels wurde später aufgehoben. Seine dreijährige Haftstrafe aus dem Jahr 2023 im Toshakhana-Fall, der den Verkauf von Staatsgeschenken im Wert von über 140 Millionen pakistanischen Rupien (etwa 504.686 US-Dollar) betraf, wurde ebenfalls ausgesetzt. Khan verbüßt jedoch weiterhin eine 14-jährige Haftstrafe aus dem Jahr 2025 im Zusammenhang mit dem Al-Qadir-Trust, bei dem die Staatsanwaltschaft behauptet, er und seine Frau Bushra Bibi hätten von einem Immobilienentwickler Grundstücke im Wert von bis zu 7 Milliarden Rupien (25 Millionen US-Dollar) als Gegenleistung für die Rückführung von 190 Millionen Pfund Sterling angenommen, die in Großbritannien eingefroren waren.
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