Rumänisches Gericht hebt Beschlagnahme von Nordis-Wohnungen in Mamaia im Wert von über 100 Millionen Euro auf, Ciorbăs Vermögen bleibt eingefroren
Das Berufungsgericht Bukarest hat am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, entschieden, dass die Beschlagnahme des Vermögens der Nordis-Unternehmen nicht mehr gilt, während die persönliche Beschlagnahme von Vladimir Ciorbă bestehen bleibt. Das Urteil ist rechtskräftig.
Das Gerichtsurteil
Das Berufungsgericht Bukarest gab den Widersprüchen statt, die Nordis Management und Nordis Mamaia gegen die Anordnungen der Staatsanwaltschaft vom 21. Juli 2026 eingelegt hatten, mit denen Sicherungsbeschlagnahmen des Vermögens der beiden Unternehmen aufrechterhalten worden waren. Das Gericht ordnete die Aufhebung der Beschlagnahme des Vermögens beider Unternehmen an, darunter Wohnungen in Mamaia, deren Wert Quellen zufolge bei mehr als 100 Millionen Euro liegt. Ein Bericht beziffert den Wert der freigegebenen Vermögenswerte auf über 120 Millionen Euro, eine Zahl, die einer nicht namentlich genannten Person aus dem Verfahren zugeschrieben wird. Die Entscheidung erging am 14. Oktober 2026 in einer Verhandlung, die um 09:00 Uhr begann, und ist rechtskräftig.
Das Gericht wies den Widerspruch von Vladimir Ciorbă zurück, dem Unternehmer und Ehemann der ehemaligen PSD-Abgeordneten Laura Vicol, gegen dieselbe Anordnung der Staatsanwaltschaft. Seine persönliche Beschlagnahme bleibt daher in Kraft, und er wurde verurteilt, 300 Lei Gerichtskosten an den Staat zu zahlen. Medien berichteten, dass das Urteil die rechtliche Position der Personen in dem Verfahren unverändert lässt.
Hintergrund des Falls
Der Fall Nordis wird von der Staatsanwaltschaft DIICOT wegen des Verdachts der Bildung einer organisierten kriminellen Vereinigung, der Unterschlagung, der Geldwäsche, der Steuerhinterziehung und des Betrugs untersucht. In einer am 7. Oktober 2024 veröffentlichten Recherche berichtete Recorder, dass Millionen Euro in das von Ciorbă kontrollierte Unternehmen flossen, die meisten versprochenen Investitionen jedoch nicht getätigt wurden. Zudem berichtete das Medium über starke Hinweise darauf, dass Wohnungen in dem einzigen fertiggestellten Gebäude, einem Hotel in Mamaia, mehrfach an verschiedene Käufer verkauft worden waren.
Laura Vicol trat am 10. Oktober 2024 aus der PSD aus, drei Tage nachdem sie ihren Posten als Vorsitzende des Rechtsausschusses der Abgeordnetenkammer niedergelegt hatte. Im Februar 2025 durchsuchte DIICOT 70 Adressen und nahm 11 Personen fest, darunter Vicol. Das Berufungsgericht Bukarest ordnete später am 5. Februar 2025 Untersuchungshaft für das Ehepaar Vicol-Ciorbă an.
Ausmaß der Beschlagnahmen
Im Februar 2025 verhängte die Staatsanwaltschaft eine Sicherungsbeschlagnahme über 201 Immobilien, darunter Wohnungen und Häuser, fünf Gewerbeflächen, 22 Grundstücke, 11 Autos, Aktien und Geschäftsanteile. Zudem wurden 48 Bankkonten von natürlichen und juristischen Personen gesperrt. Medien berichteten, dass das gesamte beschlagnahmte Vermögen 100 Millionen Euro überstieg. Adevărul berichtete, dass der Schaden im Fall Nordis auf 90 Millionen Euro geschätzt wird und dass mehr als 1.200 Personen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens des Unternehmens zur Gläubigertabelle zugelassen wurden.
Das Urteil ergeht zudem vor dem Hintergrund einer separaten Ermittlungslinie. Die ANAF erklärte, sie habe interne Prüfungen eingeleitet, nachdem Berichte aufkamen, wonach einige ihrer Steuerprüfer Unregelmäßigkeiten in der Nordis-Gruppe trotz hoher Verluste für den Haushalt möglicherweise übersehen hätten. Ziare.com berichtete, dass in dem Fall mehr als 700 Strafanzeigen eingereicht wurden.
Wie es weitergeht
Die aufgehobene Beschlagnahme ermöglicht es den Nordis-Aktionären, den Bau in Mamaia und Brașov abzuschließen, wie auf Gläubigerversammlungen und in Ausschüssen beschlossen, so Mediafax. Libertatea merkte an, dass die strafrechtlichen Ermittlungen weiterlaufen und die Aufhebung der Beschlagnahme die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft nicht beendet. Ciorbăs Vermögen bleibt aufgrund der aufrechterhaltenen Beschlagnahme eingefroren.