
Französisches Gericht blockiert Pflicht-QR-Code für Bastille-Tag-Parade auf den Champs-Élysées und ordnet Rückkehr zu physischen Kontrollen an
Das Pariser Verwaltungsgericht ordnete der Polizei an, die beispiellose QR-Code-Zutrittspflicht für die Militärparade am 14. Juli sofort aufzuheben, und verwies auf einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Bewegungsfreiheit.
Ein letzter Versuch der französischen Behörden, für den Zugang zur traditionellen Militärparade zum Bastille-Tag auf den Champs-Élysées einen personalisierten QR-Code zu verlangen, wurde am Montag, dem 13. Juli 2026, vom Pariser Verwaltungsgericht abgewiesen. Das Urteil, das nur einen Tag vor der Parade erging, stellte die herkömmlichen Sicherheitsmaßnahmen wieder her, darunter Passierkontrollen und Leibesvisitationen.
Gerichtsurteil
Das Verwaltungsgericht von Paris entschied in einem Eilverfahren (référé-liberté), das vom Verein Vigie Liberté eingereicht wurde, und verpflichtete den Pariser Polizeipräfekten, die QR-Code-Pflicht einzustellen. In der Anordnung hieß es, die Maßnahme stelle einen "schwerwiegenden und offensichtlich rechtswidrigen Eingriff in die Bewegungsfreiheit" dar. Das Gericht wies den Präfekten an, "unverzüglich davon abzusehen, die Vorlage oder Nichtvorlage eines personalisierten QR-Codes" für den Zugang zum Sperrbereich zu berücksichtigen. Der Code sollte nach Online-Registrierung vom Präsidialamt ausgestellt werden.
Der Präfekt wird hiermit aufgefordert, unverzüglich davon abzusehen, die Vorlage oder Nichtvorlage eines personalisierten QR-Codes zu berücksichtigen.
Was die Behörden planten
Erstmals wollten die Behörden für alle, die die Parade besuchen wollten, einen personalisierten QR-Code und einen Lichtbildausweis vorschreiben. Die Pflicht sollte am Dienstag, dem 14. Juli, zwischen 6:00 und 15:00 Uhr gelten. Beamte begründeten die neuartige Maßnahme mit Sicherheitsbedenken und verwiesen auf die Anwesenheit von mehr Staats- und Regierungschefs als in den Vorjahren. Der QR-Code sollte nach Registrierung auf der Website des Präsidialamtes ausgestellt werden.
Präzedenzfall 2024
Ein QR-Code-System wurde ausnahmsweise bereits für die Parade am 14. Juli 2024 verwendet, aber dieser Einsatz stand im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in Paris und der damit verbundenen Höchstsicherheitslage. Damals wurden QR-Codes systematisch für alle Großveranstaltungen in der Hauptstadt verlangt. In diesem Jahr rechtfertigte jedoch kein vergleichbares Ereignis die Maßnahme, und das Gericht wies den Versuch der Behörden zurück, die digitale Zugangskontrolle über einen bestimmten Sicherheitsrahmen hinaus auszuweiten.
Der Antragsteller hat zu Recht geltend gemacht, dass die Einführung dieses personalisierten QR-Codes durch den Polizeipräfekten einen schwerwiegenden und offensichtlich rechtswidrigen Eingriff in die Bewegungsfreiheit darstellt.
Rückkehr zu herkömmlichen Kontrollen
Das Gericht ordnete ausdrücklich die Rückkehr zu traditionellen Methoden an. Die Zuschauer werden stattdessen Passierkontrollen und Leibesvisitationen durchlaufen, anstelle der digitalen Einlasskontrolle, die die Regierung auferlegen wollte. Die Entscheidung unterstreicht die Bereitschaft der Justiz, Sicherheitsmaßnahmen der Exekutive zu überprüfen, wenn diese als Überschreitung grundlegender Freiheiten angesehen werden, selbst an einem Tag von hoher symbolischer Bedeutung für die Französische Republik.
Was als Nächstes passiert
Die Parade am 14. Juli wird wie geplant auf den Champs-Élysées stattfinden. Nachdem die QR-Code-Pflicht aufgehoben wurde, muss die Polizei zu physischen Kontrollverfahren zurückkehren. Die Präfektur hat unmittelbar nach dem Urteil kein Rechtsmittel angekündigt. Der Verein Vigie Liberté, der die Klage eingereicht hatte, feierte die Entscheidung als Sieg für die Bürgerrechte.

