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Regierung·vor 1 Std.

PSD-Chef fordert Rücktritt des Generalstabschefs nach Korruptionsanklage – General und Rektor wehren sich

Sorin Grindeanu, Vorsitzender der regierenden PSD in Rumänien, hat den Rücktritt des Generalstabschefs gefordert, nachdem die Staatsanwaltschaft ihn in einem Fall verdächtigt, der angeblich die Vergabe von Studienplätzen an Kinder von Generälen betrifft.

Politischer Druck wächst

Sorin Grindeanu, der Vorsitzende der rumänischen Sozialdemokratischen Partei (PSD), hat öffentlich den Rücktritt von General Vlad Gheorghiță als Chef des Verteidigungsstabs gefordert. Grindeanu bezeichnete den Rücktritt als „die natürliche Geste“ für einen Soldaten in Gheorghițăs Position und argumentierte, dass jeder Verdacht bezüglich seines beruflichen Verhaltens eine Verwundbarkeit für die rumänische Armee darstelle. Der auf Facebook veröffentlichte Aufruf erfolgte einen Tag, nachdem die Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft den General darüber informiert hatte, dass er in einem Strafverfahren als Verdächtiger geführt wird.

Jeder Schatten des Zweifels an seinem beruflichen Verhalten ist eine Verwundbarkeit für die rumänische Armee. In diesem Moment kann sich Rumänien solche Unsicherheiten an der Spitze seiner Verteidigungsstrukturen nicht leisten.

Die Korruptionsvorwürfe

Am 2. Juni 2026 haben Militärstaatsanwälte der Nationalen Antikorruptionsdirektion (DNA) General Vlad Gheorghiță offiziell darüber informiert, dass er der Beihilfe zur Amtsanmaßung verdächtigt wird, falls der öffentliche Amtsträger einen ungerechtfertigten Vorteil für sich oder einen anderen erlangt hat. Der Fall dreht sich um Ereignisse im Juli 2025, als Gheorghiță angeblich die Ausstellung und Unterzeichnung eines Antrags von Generalleutnant Iulian Berdilă, seinem Stellvertreter für Operationen und Ausbildung, an das Ministerium für Bildung und Forschung erleichtert haben soll. Der Antrag forderte 20 zusätzliche staatlich finanzierte Studienplätze an der Nationalen Universität für Leibeserziehung und Sport (UNEFS) in Bukarest, was nach Angaben der Staatsanwaltschaft die rechtliche Befugnis überschritt. Die DNA erklärt, dass der Antrag ausschließlich in die Zuständigkeit der Generaldirektion für Personalmanagement des Verteidigungsministeriums gefallen wäre. Zwei der 20 Plätze wurden Berichten zufolge von Kindern anderer Generäle belegt, mit dem ultimativen Ziel, sie später als Offiziere im Ministerium für Nationale Verteidigung zu beschäftigen.

Die Verteidigung des Generals

General Gheorghiță wurde am 2. Juni zwei Stunden lang von DNA-Staatsanwälten verhört. Beim Verlassen des Gebäudes machte er keine Kommentare vor den Kameras. Sechs Stunden später veröffentlichte er auf Facebook eine Erklärung, in der er die Anschuldigungen zurückwies. „Ich weise die gegen mich erhobenen Anschuldigungen kategorisch zurück und erkläre unmissverständlich, dass ich keine Korruptionshandlung begangen habe und weder direkt noch indirekt an Aktivitäten beteiligt war, die eine Beihilfe zu solchen Handlungen darstellen könnten“, schrieb er. Er fügte hinzu, dass er die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unterstützen werde, während er seinen Ruf und den der Armee verteidige. Sein Stellvertreter, Generalleutnant Iulian Berdilă, gab am Abend des 2. Juni ebenfalls eine Erklärung ab, in der er jede Andeutung illegaler Aktivitäten zurückwies und die Situation als „einen Kontext von Umständen, an denen ich nicht beteiligt war“ beschrieb.

Die Gegendarstellung des Rektors

Marius Stoica, der Rektor der UNEFS, hat der Darstellung der Staatsanwaltschaft widersprochen. Er erklärte, dass er die zusätzlichen staatlich finanzierten Studienplätze persönlich beantragt habe, aufgrund einer unerwartet hohen Anzahl von Kandidaten (589 Bewerber für 168 Plätze), und dass der Antrag mit Zustimmung des Verwaltungsrats der Universität den rechtlichen Verfahren folgte. Das Bildungsministerium genehmigte 20 zusätzliche Plätze. Stoica sagte, dass zwei dieser Plätze zufällig an Kandidaten gingen, die mit dem Verteidigungsministerium verbunden waren, er aber nie mit General Gheorghiță gesprochen habe. „Ich habe noch nie mit diesem Herrn General gesprochen“, sagte Stoica.

Ich habe diesen Zusatzantrag genau während der Sitzung gestellt, als wir nach dem ersten praktischen Test 589 Kandidaten für 168 Plätze hatten. Niemand hatte erwartet, dass es an unserer Universität für dieses Programm so viele Kandidaten geben würde.

Breiterer Kontext und Kritik

Die Anklageerhebung erfolgt zu einem angespannten Zeitpunkt für das rumänische Verteidigungsministerium. Letzte Woche traf eine russische Drohne ein Wohngebäude in Galați und verletzte zwei Menschen. Gleichzeitig hat die Armee Verträge im Wert von 8 Milliarden Euro über das SAFE-Programm unterzeichnet, von denen einige von Militärexperten heftig kritisiert werden. Der Kommentator Cristian Tudor Popescu übte scharfe Kritik an der schriftlichen Erklärung von General Gheorghiță, in der der General andeutete, dass der Zeitpunkt des Falles angesichts des aktuellen militärischen Kontextes kein Zufall sei. Popescu verglich die Verteidigung mit der Rhetorik korrupter Politiker und nannte sie „eine Botschaft, die zu einem Schläger oder einem Politiker passt, aber keinesfalls zum Chef der Armee.“ General Gheorghiță wurde 2023 von Präsident Klaus Iohannis ernannt, seine Amtszeit endet im nächsten Jahr. Am 3. Juni setzte die DNA die Anhörungen fort und lud die Tochter eines Generals sowie weitere Zeugen vor.

Schlüsselereignisse im Korruptionsfall der Armee
  1. General Gheorghiță erleichtert angeblich den Antrag auf 20 zusätzliche staatlich finanzierte Studienplätze an der UNEFS
  2. DNA informiert General Gheorghiță, dass er Verdächtiger ist; er wird zwei Stunden lang verhört
  3. General Gheorghiță veröffentlicht auf Facebook eine Erklärung, in der er alle Anschuldigungen zurückweist
  4. Generalleutnant Berdilă gibt eine Erklärung ab, in der er jede Beteiligung bestreitet
  5. PSD-Chef Sorin Grindeanu fordert öffentlich Gheorghițăs Rücktritt; DNA lädt die Tochter eines Generals und Zeugen vor
Bukarest · Galați

8 Quellen

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