Aserbaidschans Präsident bestätigt geheime deutsch-russische Gespräche in Baku, sagt Territorium ohne Zustimmung genutzt
Ilham Aliyev erklärte, Flugdaten zeigten, dass sich ehemalige deutsche und russische Amtsträger vom 12. bis 14. Juli in Baku trafen, aber weder Berlin noch Moskau seine Regierung informiert hätten.
Die Enthüllung
Am 21. Juli bestätigte der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin, dass ein geheimes Treffen zwischen deutschen und russischen Vertretern in Baku stattgefunden habe. Das Treffen, über das die deutsche Wochenzeitung Die Zeit und der Sender ARD am 18. Juli erstmals berichteten, fand zwischen dem 12. und 14. Juli statt. Aliyev erklärte, seine Regierung sei von keiner Seite informiert worden, und die Analyse von Flugdaten habe die Anwesenheit der in den Medienberichten genannten Personen bestätigt.
Unser Territorium wurde für dieses Treffen ohne unser Wissen genutzt. Ich kann keine Details zu den Gesprächen nennen, da wir nicht anwesend waren. Die Flugdaten erlauben mir jedoch die Feststellung, dass das geheime Treffen tatsächlich in Baku stattfand.
Die Teilnehmer
Flugdaten zufolge umfasste die deutsche Delegation Ronald Pofalla, den ehemaligen Kanzleramtschef von Bundeskanzlerin Angela Merkel, und Matthias Platzeck, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Brandenburg und SPD-Politiker. Die russische Seite wurde durch Walerij Fadiejew, den Vorsitzenden des russischen Präsidialrats für Zivilgesellschaft und Menschenrechte, und Wiktor Zubkow, einen ehemaligen russischen Ministerpräsidenten, der heute den Aufsichtsrat des Staatskonzerns Gazprom leitet, vertreten. Die Zeit und ARD berichteten, dass diese Personen seit 2024 informelle Kontakte unterhalten. Die deutsche Regierung hat erklärt, die Treffen würden weder von Bundesbehörden organisiert noch autorisiert. Bemerkenswert ist, dass einige russische Teilnehmer auf der EU-Liste unerwünschter Personen stehen, was jede offizielle Beteiligung problematisch machen würde.
Aserbaidschans Position
Aliyev betonte, dass Baku nicht Partei der Gespräche war und keine Kenntnis von deren Inhalt hatte. Er spekulierte, dass die Diskussionen möglicherweise den Krieg in der Ukraine betrafen, und bot bedingte Unterstützung für etwaige Friedensbemühungen an.
Sollte das Ziel tatsächlich gewesen sein, Wege zur Beendigung des Krieges zu suchen, können wir nur alle Initiativen unterstützen, die zur Beendigung des Konflikts führen.
Die Äußerungen des Präsidenten erfolgten während eines offiziellen Besuchs in Deutschland, bei dem er sich mit Merz traf. Die Enthüllung verlieh der bilateralen Agenda eine unerwartete Ebene und verlagerte den Fokus von der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf die nicht genehmigte Nutzung aserbaidschanischen Territoriums.
Reaktion der deutschen Regierung
Bundeskanzler Merz bekräftigte, dass seine Regierung nicht an dem Treffen beteiligt gewesen sei. Das Kanzleramt hatte bereits nach dem Bericht der Zeit vom 18. Juli erklärt, das Treffen sei keine Regierungsinitiative und die ehemaligen Politiker hätten ohne Mandat aus Berlin gehandelt. Merz' öffentliches Dementi am 21. Juli untermauerte diese Position. Die Wochenzeitung merkte an, dass die Existenz des Treffens, falls bestätigt, Fragen zur Einhaltung der EU-Sanktionspolitik aufwerfen könnte, angesichts der Anwesenheit sanktionierter russischer Personen.
## Hintergrunddiplomatie Das Baku-Treffen ist das jüngste in einer Reihe informeller Kontakte zwischen deutschen und russischen Persönlichkeiten, die seit 2024 berichtet werden. Während der Inhalt der Gespräche unbekannt bleibt, hat die Nutzung aserbaidschanischen Territoriums ohne Bakus Zustimmung Aufmerksamkeit erregt. Aliyevs öffentliche Bestätigung auf der Grundlage von Flugdaten verleiht der Medienrecherche Glaubwürdigkeit und setzt sowohl Berlin als auch Moskau unter Druck, die Art des Austauschs zu klären. Der Vorfall unterstreicht die Fortdauer inoffizieller Dialogkanäle, selbst während die offiziellen Beziehungen zwischen Europa und Russland aufgrund des Krieges in der Ukraine eingefroren sind.
- Geheimtreffen zwischen deutschen und russischen Vertretern beginnt in Baku
- Treffen endet
- Die Zeit und ARD veröffentlichen Enthüllungsbericht über das Treffen
- Präsident Aliyev bestätigt das Treffen während einer Pressekonferenz in Berlin mit Kanzler Merz


