
WM-Ticketpreise sorgen für Kritik durch Mexikos Präsidentin und US-Ermittlungen, während FIFA verteidigt
Während die Ticketpreise für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 auf 32.970 USD für das Finale und 2,3 Millionen USD auf dem Zweitmarkt kletterten, forderte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum die FIFA zu einer Reflexion über den Zugang auf, während US-Behörden Untersuchungen zu den Ticketpraktiken einleiteten.
Politischer Druck wegen Ticketpreisen wächst
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum forderte die FIFA öffentlich dazu auf, ihr Preismodell für die Weltmeisterschaft 2026 zu überdenken, und betonte, das Turnier solle mehr als nur ein Geschäft sein. Die Tickets für die 104 Spiele in Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada kosteten ursprünglich zwischen 140 und 8.680 USD, wobei das Finale im MetLife Stadium mit 32.970 USD für den Nennwert gelistet war. Auf der eigenen Wiederverkaufsplattform der FIFA wurden im April vier Tickets für das Finale für jeweils etwa 2,3 Millionen USD angeboten. Sheinbaums Regierung sieht sich zudem mit Protesten sozialer Bewegungen konfrontiert, die ihr vorwerfen, das Turnier über dringende Bedürfnisse zu stellen; in Stadien wie in Guadalajara waren zudem deutlich sichtbare Lücken auf den Rängen zu sehen.
Fußball muss etwas anderes sein. All das sollte zum Nachdenken anregen, auch innerhalb der FIFA.
US-Generalstaatsanwälte leiten Untersuchungen zu Ticketpraktiken ein
Die obersten Strafverfolgungsbehörden von New York, New Jersey, Kalifornien und Texas haben Untersuchungen zu den WM-Ticketverkäufen eingeleitet. Sie werfen der FIFA vor, Fans über Sitzplatzkategorien getäuscht und künstliche Verknappung erzeugt zu haben, um die Kosten in die Höhe zu treiben. Die günstigsten Tickets für einige der weniger populären Spiele in den USA begannen bei 60 USD, während das Eröffnungsspiel der Vereinigten Staaten in Los Angeles bei der ersten Veröffentlichung zwischen 560 und 2.735 USD kostete. Durch dynamische Preisgestaltung stiegen die Preise für Kategorie-1-Sitze für das Finale am 19. Juli von ursprünglich 6.370 USD auf 8.700 USD und später auf 10.990 USD. Die FIFA hält daran fest, dass ihre Praktiken von Rechtsexperten geprüft wurden.
- Gruppenspiele (günstigste USA)
- 60 $
- USA-Eröffnungsspiel in Los Angeles (günstigste)
- 560 $
- Finale im MetLife Stadium (günstigste)
- 2030 $
FIFA verteidigt marktorientierte Preisstrategie
Gianni Infantino, Präsident der FIFA, wies die Kritik zurück und verwies auf das begrenzte Angebot und die enorme Nachfrage auf dem nordamerikanischen Markt. Er merkte an, dass viele Tickets auf dem Zweitmarkt weit über dem Nennwert weiterverkauft würden, was impliziere, dass die FIFA den Marktpreis nicht vollständig ausschöpfe. Ein Essay in „The Atlantic“ von einem Wirtschaftsprofessor stützte diese Logik und argumentierte, dass zu niedrige Ticketpreise hauptsächlich Ticket-Scalpern zugutekämen und dass eine differenzierte Preisgestaltung ein gängiges Instrument sei, um Konsumenten nach ihrer Zahlungsbereitschaft zu segmentieren.
Hitzewelle und Stürme belasten frühe Spiele
Die ersten Turniertage brachten schwere Wetterherausforderungen mit sich. Am Montag warnte eine Hitzewarnung für den Raum Miami vor einem Hitzeindex von bis zu 107 Grad Fahrenheit (102 bei Anpfiff), als Saudi-Arabien im Hard Rock Stadium auf Uruguay traf. Der National Weather Service prognostizierte zudem Gewitter um den Spielbeginn um 18 Uhr. Fans beider Nationen trotzten den Bedingungen, wobei ein uruguayischer Reisender die Hitze und die große Anzahl an Expatriates kommentierte. Die FIFA hat pro Spiel zwei verpflichtende Trinkpausen angeordnet und keine Spiele zur Mittagszeit in Südflorida angesetzt; seit der WM 1994 in den USA hat sich die Welt um 1,3 Grad Fahrenheit erwärmt, und viele Stadien wurden mit Sonnenschutzdächern nachgerüstet.
Diese Hitze ist schwierig. Aber es sind so viele Uruguayer hier!
Mexikos „Soziale Weltmeisterschaft“ bietet kostenlose Alternative
Als Gegenentwurf zum kommerziellen Trend hat die Regierung von Sheinbaum eine Reihe kostenloser Straßenfestivals unter dem Banner „Soziale Weltmeisterschaft“ finanziert. Am 11. Juni verfolgten eine halbe Million Fans das Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika auf Großleinwänden bei allein 18 Veranstaltungen in Mexiko-Stadt. Die Präsidentin selbst gab ihr Ticket für das Eröffnungsspiel an eine 21-jährige indigene Fußballerin weiter, die sich keines leisten konnte, und Regierungsbeamte stellten etwa 500 Tickets für Programmteilnehmer sowie 88 für andere bedürftige Empfänger zur Verfügung. Die Initiative verdeutlicht die Kluft zwischen dem Zugang für die breite Bevölkerung und der Premium-Preisgestaltung des Turniers.


