
Israelischer Angriff tötet Organisator von WM-Übertragungen in Gaza und drei weitere Menschen, darunter zwei Kinder
Mohammed al-Wahidi, der in Gaza öffentliche Übertragungen der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 organisiert hatte, wurde am Dienstag bei einem israelischen Luftangriff getötet, gemeinsam mit drei weiteren Menschen, darunter zwei Kindern, als er auf dem Weg zum Spiel Ägypten gegen Argentinien war.
Der Angriff
Am 7. Juli traf ein israelischer Luftangriff ein Taxi im Viertel Sabra in Gaza-Stadt und tötete Mohammed al-Wahidi, den 57-jährigen Direktor für Öffentlichkeitsarbeit des Ägyptischen Komitees in Gaza. Drei weitere Personen starben: die Geschwister Fari und Hamza al-Deri, 10 und 8 Jahre alt, die auf dem Heimweg von einem Fußballspiel waren, und Ahmed Jehad Rajab Doghmosh, 30, der sich im Fahrzeug befand. Der Angriff erfolgte etwa eine Stunde vor dem Achtelfinalspiel der WM zwischen Ägypten und Argentinien, für das al-Wahidi eine öffentliche Übertragung organisiert hatte.
Eine seltene Abwechslung
Al-Wahidi hatte im gesamten verwüsteten Gebiet riesige Leinwände aufgestellt, die hunderte vertriebene Palästinenser anzogen, um gemeinsam die Spiele zu verfolgen. Für viele waren die Übertragungen eine kurze Flucht vor der Zerstörung von mehr als zwei Jahren Krieg. Sein Sohn Fawaz sagte gegenüber Reuters:
Mein Vater arbeitete hart daran, den Menschen, den Vertriebenen, uns allen, die in Gaza leiden, etwas Unterhaltung zu bringen. Er versuchte, die Spiele in die Nähe ihrer Zelte und zerstörten Unterkünfte zu bringen.
Reaktion des israelischen Militärs
Das israelische Militär bestätigte den Angriff und erklärte, es habe einen Hamas-Kämpfer ins Visier genommen und al-Wahidi sei nicht das beabsichtigte Ziel gewesen. Ein Sprecher sagte, die IDF sei sich der Behauptungen bewusst, dass unbeteiligte Zivilisten zu Schaden gekommen seien, und der Vorfall werde überprüft. Keine palästinensische Militärgruppe beanspruchte einen der Toten als Mitglied für sich. Das Militär gab nicht bekannt, ob das beabsichtigte Ziel getötet oder verletzt wurde.
Waffenruhe unter Druck
Der Angriff erfolgte, während Ägypten Verhandlungen über die zweite Phase einer regionalen Waffenruhe ausrichtete. Die von den USA vermittelte Waffenruhe trat im Oktober 2025 in Kraft, aber israelische Angriffe dauern an. Nach Angaben des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte wurden seit Beginn der Waffenruhe mindestens 1.072 Palästinenser getötet und 3.463 verletzt. Die Gesamtzahl der Toten seit Oktober 2023 übersteigt 73.000. Zwei ägyptische Sicherheitskreise sagten, ein hochrangiger ägyptischer Beamter habe den Tod al-Wahidis gegenüber Israel zur Sprache gebracht und Einspruch gegen die anhaltende Politik der gezielten Tötungen und jede Behinderung der Arbeit des Komitees eingelegt.
Beerdigung und Vermächtnis
Am 8. Juli wurde al-Wahidis Leichnam in palästinensische und ägyptische Flaggen gehüllt, bei einer Beerdigung, an der hunderte Menschen teilnahmen. Nachbarn und Freunde besuchten den ganzen Tag über sein Zuhause. Sein Sohn sagte, die Arbeit für die Hilfsorganisation sei anstrengend, aber al-Wahidi habe stets denen helfen wollen, die durch den Krieg vertrieben wurden.
- Krieg beginnt mit Hamas-Angriff auf Israel
- Von den USA vermittelte Waffenruhe tritt in Kraft
- Al-Wahidi bei israelischem Luftangriff in Gaza-Stadt getötet
- Beerdigung mit hunderter Teilnahme abgehalten


