
NTSB sieht Vogelschlag als wahrscheinliche Ursache des Hudson-Hubschrauberabsturzes 2025, bei dem eine spanische Familie ums Leben kam
Über ein Jahr nachdem ein Bell 206-Hubschrauber in den Hudson River stürzte und sechs Menschen tötete, hat die NTSB einen 2.000-seitigen Bericht veröffentlicht, der einen gemischten Schwarm von Ringel- und Kanadagänsen als wahrscheinliche Ursache identifiziert.
Der Absturz
Am 10. April 2025 stürzte ein Bell 206-Hubschrauber auf einem Touristenflug über Manhattan etwa 15 bis 17 Minuten nach dem Start in den Hudson River. Alle sechs Personen an Bord kamen ums Leben: Agustín Escobar, der ehemalige CEO von Siemens Spanien, seine Frau, ihre drei Kinder und der Pilot Sean Johnson. Videoaufnahmen zeigten, wie das Flugzeug in der Luft auseinanderbrach, wobei sich der Hauptrotor löste, bevor die Zelle auf das Wasser traf. Trümmerteile der Rotorblätter wurden später auf Dächern und am Boden etwa 600 Meter nordwestlich der Hauptwrackstelle gefunden.
Vogelschlag-Beweise
Am 16. Juli 2026 veröffentlichte die US-amerikanische National Transportation Safety Board (NTSB) einen 2.000-seitigen Tatsachenbericht, der einen Vogelschlag als wahrscheinliche Ursache identifiziert. Ermittler fanden Vogelreste am Wrack, und das Feather Identification Lab der Smithsonian Institution bestätigte, dass die Proben von einem gemischten Schwarm von Ringel- und Kanadagänsen stammten. Die NTSB erklärte, dass die Vögel die Hauptrotorblätter und das Höhenleitwerk trafen und katastrophale Schäden verursachten.
Ein gemischter Schwarm von Ringel- und Kanadagänsen traf die Rotorblätter und das Höhenleitwerk.
Die Behörde stellte fest, dass sie zwischen 2009 und 2025 18 Hubschrauberunfälle untersucht hat, bei denen Vogelschlag die wahrscheinliche Ursache war, drei davon tödlich, mit insgesamt 14 Todesopfern. Eine andere Quelle nannte 24 solcher Unfälle in 25 Jahren, drei davon tödlich. Die NTSB postete in den sozialen Medien, dass die 2.000 Seiten Fakten nun öffentlich seien, die wahrscheinliche Ursache und etwaige beitragende Faktoren jedoch erst nach Abschluss der Untersuchung festgestellt würden.
Zeugenaussagen
Mehrere Zeugen berichteten, kurz vor dem Absturz einen großen Gänseschwarm in der Nähe der Flugbahn des Hubschraubers gesehen zu haben. Ein Zeuge sagte den Ermittlern, dass etwa 20 „sehr große und fette“ Vögel in der Gegend waren. Ein anderer beschrieb, einen lauten Knall gehört und sofort an einen Vogelschlag gedacht zu haben.
Die Gänse waren groß und es waren viele. Als ich den Knall hörte und der Hubschrauber abstürzte, dachte ich sofort an einen Vogelschlag.
Ein dritter Zeuge sagte, ein Schwarm von etwa 20 Gänsen sei Minuten vor einem lauten Knall in Richtung Hudson River geflogen.
Untersuchung läuft noch
Die NTSB betonte, dass der Bericht keine endgültige Schlussfolgerung darstellt und alle beitragenden Faktoren noch ermittelt werden müssen. Anwälte der Familie der Opfer sagten, eine gründliche Analyse aller Fakten und Daten sei nötig, um die Umstände vollständig zu verstehen. Der Abschlussbericht der Behörde wird die offizielle wahrscheinliche Ursache festlegen.
Sicherheitsbedenken
Joan Camprubí, der Bruder eines der Opfer, hat strengere Sicherheitsmaßnahmen für touristische Hubschrauberflüge gefordert. Der Absturz wird mit dem „Wunder vom Hudson“ von 2009 verglichen, als ein US-Airways-Jet einen Gänseschwarm traf und ohne Todesopfer auf dem Fluss landete. Der Luftfahrtanwalt Justin Green, ein ehemaliger Marine-Hubschrauberpilot, sagte, das Video deute auf ein katastrophales mechanisches Versagen hin, das kein Pilot hätte verhindern können.
Kein Pilot hätte den Unfall verhindern können. Es ist wie ein fallender Stein. Es ist herzzerreißend.
- Hubschrauber startet von Manhattan zu einem Touristenflug.
- Gemischter Schwarm von Ringel- und Kanadagänsen trifft Hauptrotor und Höhenleitwerk.
- Hubschrauber bricht auseinander und stürzt in den Hudson River; alle sechs Insassen getötet.
- NTSB veröffentlicht 2.000-seitigen Tatsachenbericht, der Vogelschlag als wahrscheinliche Ursache identifiziert.


