
G7 einigt sich auf Freigabe von 100 Millionen Barrel Ölreserven nach US-Dieselexportdrohung
Die Gruppe der Sieben einigte sich auf die Freigabe von 100 Millionen Barrel Rohöl und raffinierten Erdölprodukten über vier Monate und wendete damit ein von den USA vorgeschlagenes Exportembargo vor den Midterms im November ab.
G7-Einigung über strategische Ölreserven
Die Gruppe der Sieben, darunter Frankreich und Deutschland, einigte sich am Freitag, dem 2. Oktober 2026, darauf, über vier Monate 100 Millionen Barrel Rohöl und raffinierte Erdölprodukte aus ihren Notfallreserven freizugeben. Ein erheblicher Teil dieses Volumens soll innerhalb von 20 Tagen auf den Markt kommen – vor den US-Zwischenwahlen am 4. November. Die koordinierte Intervention entschärfte Drohungen von US-Präsident Donald Trump, ein vollständiges Verbot amerikanischer Dieselexporte zu verhängen, falls die verbündeten Nationen nicht ihre strategischen Reserven anzapften, um die internationalen Energiepreise zu senken. Die europäischen Regierungen setzten den Plan rasch um; die Niederlande kündigten am Donnerstag an, in der folgenden Woche 753.000 Barrel Diesel und Benzin zu versteigern.
- Donald Trump spricht sich für ein Exportverbot für US-Diesel aus.
- Die Niederlande kündigen an, 753.000 Barrel aus strategischen Reserven zu verkaufen.
- Die G7 erzielt eine Einigung über die Freigabe von 100 Millionen Barrel Rohöl und raffinierten Kraftstoffen.
- Die durchschnittlichen US-Dieselpreise im Einzelhandel sinken auf 6,34 Dollar pro Gallone.
- Die niederländischen Zapfsäulenpreise für Diesel sinken um 0,4 Eurocent pro Liter.
Politischer Druck und US-Kraftstoffpreise
Das Weiße Haus stand unter wachsendem politischem Druck von gewerblichen Transportunternehmen und landwirtschaftlichen Produzenten in Schlüsselstaaten wie Iowa und Ohio, wo die hohen Dieselkosten bei den Wählern weitverbreitete Unzufriedenheit auslösten. Zahlen der US Energy Information Administration zeigten, dass Diesel im Einzelhandel am 2. Oktober durchschnittlich 6,39 Dollar pro Gallone kostete, gegenüber rund 3,75 Dollar pro Gallone ein Jahr zuvor. Obwohl Trump sich früher in der Woche für ein Exportverbot ausgesprochen hatte, lobte er die G7-Einigung als erfolgreiche Lösung und betonte, ein offizielles Exportembargo sei nie formell auf den Tisch gekommen. An den Rohstoffmärkten fielen die US-Diesel-Futures am Freitag nach Bestätigung der Freigabe um mehr als 4 %, während die durchschnittlichen Einzelhandelspreise in den Vereinigten Staaten von 6,37 Dollar pro Gallone am Freitag auf 6,34 Dollar am Sonntag sanken – ein Rückgang von 2,7 Cent.
- Oktober 2025
- 3.75 $/gal
- 2026-10-02
- 6.39 $/gal
Europäische Importabhängigkeiten
Die europäischen Volkswirtschaften bleiben besonders anfällig für Verschiebungen im transatlantischen Energiehandel, da sie auf Überseelieferungen angewiesen sind, um Verkehr und Schwerindustrie am Laufen zu halten. Daten des Energiedatenunternehmens Kpler zeigen, dass die Vereinigten Staaten täglich rund 500.000 Barrel Diesel nach Europa exportieren, was einen erheblichen Anteil an den 1,2 Millionen Barrel täglicher Dieselimporte des Kontinents ausmacht. Alternative Lieferwege sind stark eingeschränkt, weil die Europäische Union nach dem Einmarsch in die Ukraine russische Kraftstoffimporte verboten hat, während Russland nach ukrainischen Angriffen auf heimische Raffinerien ein eigenes Exportverbot verhängte, das mindestens bis Ende Oktober gilt. Zudem stoppte China seine Dieselexporte nach dem Ausbruch der Kämpfe im Nahen Osten, während die Importe aus Golfstaaten wie Saudi-Arabien und Oman um etwa die Hälfte zurückgingen.
Ein großer Teil des verbleibenden Diesels kommt inzwischen aus der Türkei und Indien, doch das ist rechtlich heikel, weil es teilweise Öl aus Russland betrifft, das europäischen Sanktionen unterliegt.
Erste Auswirkungen auf die Verbraucher an der Zapfsäule
Die ersten Preisrückgänge an den Tankstellen fielen in den Tagen unmittelbar nach der Einigung bescheiden aus. In den Niederlanden sanken die Dieselpreise im Einzelhandel am Montag, dem 5. Oktober, um 0,4 Eurocent pro Liter, während unverbleites Benzin einen Rückgang von 0,2 Eurocent gegenüber dem vorangegangenen Freitag verzeichnete. Michael Lynch, Analyst bei der Energy Policy Research Foundation, schätzte, dass die US-Dieselpreise letztlich um bis zu 50 Cent pro Gallone fallen könnten, wenn die 100 Millionen Barrel die Handelskanäle erreichen. Verbraucherorganisationen warnten, dass Verkäufe aus strategischen Reserven historisch nur begrenzte unmittelbare Rückgänge an den Zapfsäulen bewirkt hätten.
Es bleibt abzuwarten, ob wir von der Freigabe an der niederländischen Zapfsäule tatsächlich etwas bemerken werden. Bei früheren Freigaben war der Preisrückgang minimal.

