Keiko Fujimori zur gewählten Präsidentin Perus erklärt – hauchdünne Stichwahl beendet jahrzehntelange Verfolgung
Keiko Fujimori, Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, wurde am 3. Juli vom Wahlausschuss des Landes formell zur gewählten Präsidentin Perus erklärt. Sie setzte sich mit weniger als einem Prozent Vorsprung durch, nachdem sie zuvor drei erfolglose Präsidentschaftskandidaturen hinter sich hatte.
Die Proklamation
In einer Zeremonie im Hauptquartier des Jurado Nacional de Elecciones (JNE) im Stadtteil Jesús María in Lima erklärte JNE-Präsident Roberto Burneo den Sieg der Liste Fuerza Popular bei den allgemeinen Wahlen 2026. Fujimori selbst war nicht anwesend; die Rechtsvertreter ihrer Partei nahmen teil, während sie das Ereignis von den Parteibüros in San Isidro aus verfolgte. Wenige Minuten später erschienen Social-Media-Konten für ihre Präsidentschaft, alle mit dem Tag „Presidenta Electa del Perú“.
Jede Stimme zählt gleichermaßen.
Burneo fügte hinzu, die Proklamation spiegele den souveränen Willen von Millionen Peruanern wider. Neben Fujimori wurden Luis Galarreta zum ersten Vizepräsidenten und Miguel Torres zum zweiten Vizepräsidenten für die Amtszeit 2026–2031 erklärt.
Ein knapper Vorsprung und eine lange Wartezeit
Die Stichwahl, die je nach Quellenangabe am 7. Juni oder 21. Juni stattfand, brachte eines der knappsten Ergebnisse der jüngeren peruanischen Geschichte hervor. Fujimori erhielt 50,135 % der Stimmen gegenüber 49,865 % für den linken Kandidaten Roberto Sánchez von Juntos por el Perú – ein Unterschied von nur 49 641 Stimmzetteln, also 0,27 Prozentpunkten. Die offiziellen Ergebnisse waren am 29. Juni veröffentlicht worden, doch der Validierungsprozess zog sich über Wochen hin.
Der Sieg beendet einen Marathon für Fujimori, die 2011, 2016 und 2021 Stichwahlen verloren hatte und nun das neunte Staatsoberhaupt innerhalb eines Jahrzehnts wird. Ihr Wahlkampf betonte eine Rückkehr zu Law-and-Order-Politik und wirtschaftlicher Wiederbelebung und knüpfte an das Erbe ihres Vaters an, der von 1990 bis 2000 regierte.
Ich nehme mit tiefer Dankbarkeit das Vertrauen entgegen, das Millionen Peruaner in mich gesetzt haben. Ein neuer Abschnitt beginnt.
Herausforderungen der Opposition
Roberto Sánchez weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen, und behauptet Unregelmäßigkeiten bei den Stimmen der im Ausland lebenden Peruaner. Am 2. Juli beantragte er beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte vorsorgliche Maßnahmen. Stunden vor der Proklamation lehnte das JNE seinen letzten Einspruch gegen die Annullierung der Auslandsstimmen ab, und die Justiz erklärte einen von seinem Verbündeten Antauro Humala eingereichten Habeas-Corpus-Antrag für unzulässig, der argumentiert hatte, dass Fujimoris Nikkei-Herkunft sie von der Präsidentschaft ausschließe.
Regionale Reaktionen
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gratulierte Fujimori am 4. Juli und erklärte, er freue sich auf „eine ehrgeizige bilaterale Agenda“ zu Handel, Investitionen, Infrastrukturintegration, Amazonasschutz, Bekämpfung von Hunger und Armut sowie Bekämpfung transnationaler organisierter Kriminalität. Die spanische Regierung gab eine Erklärung heraus, in der sie die Arbeit der EU- und OAS-Wahlbeobachtungsmissionen hervorhob, an denen Spanien beteiligt war, und bekräftigte ihren Wunsch, die strategische Beziehung zu Peru zu vertiefen.
Was als Nächstes passiert
Burneo kündigte an, dass die Zeremonie zur Übergabe der Beglaubigungsschreiben für die gewählte Präsidentin und ihre Vizepräsidenten am 15. Juli um 12 Uhr mittags stattfinden wird. Fujimori bezeichnete die Übergangszeit als „eine Gelegenheit, zuzuhören, zu dialogieren und vorbereitet zum Start der neuen Regierung zu kommen.“
- Zweite Runde der Präsidentschaftswahl abgehalten (Datum laut RTVE und France 24; Europa Press berichtet den 21. Juni).
- Offizielle Ergebnisse veröffentlicht, zeigen Fujimori mit einem Vorsprung von 49 641 Stimmen.
- JNE lehnt Sánchez‘ letzten Einspruch gegen die Annullierung der Auslandsstimmen ab; Habeas-Corpus-Antrag von Antauro Humala ebenfalls abgewiesen.
- JNE erklärt Keiko Fujimori formell zur gewählten Präsidentin.
- Geplante Zeremonie zur Übergabe der Beglaubigungsschreiben für die gewählte Präsidentin.


