
FTC verklagt Hims & Hers wegen angeblicher Weitergabe von Patientendaten an Meta und Snap
Die Klage, die gemeinsam mit Los Angeles County und Utah vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht wurde, wirft dem Telemedizin-Unternehmen außerdem irreführende Abrechnungspraktiken und die Erschwerung von Kündigungen von Abonnements vor.
Vorwürfe der Datenweitergabe
Die am Mittwoch gemeinsam mit Los Angeles County und Utah vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereichte FTC-Beschwerde wirft Hims & Hers vor, vertrauliche Gesundheitsinformationen von Nutzern an Online-Werbeplattformen weitergegeben zu haben. Laut der Behörde wurden die Daten über Tracking-Technologien weitergegeben, die auf der Website des Unternehmens eingebettet waren, sowie über Interaktionen der Nutzer mit der Plattform. Zu den Empfängern gehörten Meta Platforms, die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, und Snap, das Snapchat betreibt. Die Informationen betrafen Erkrankungen, für die Nutzer eine Behandlung suchten: erektile Dysfunktion, vorzeitige Ejakulation, Haarausfall, Fettleibigkeit und psychische Probleme. Die Beschwerde nennt ausdrücklich erektile Dysfunktion und vorzeitige Ejakulation als Erkrankungen, von denen Verbraucher vernünftigerweise erwarten würden, dass sie gegenüber Werbetreibenden privat bleiben. Die FTC ermittelt gegen das in San Francisco ansässige Unternehmen seit 2023. Hims & Hers ist einer der größten Telemedizin-Anbieter in den Vereinigten Staaten und bietet Online-Termine an sowie den Versand von verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Medikamenten direkt an Kunden.
Die FTC wird nicht zögern, im Namen von Verbrauchern zu handeln, denen die Möglichkeit genommen wurde, zu entscheiden, welche Produkte sie möchten und ob sie ihre sensibelsten Gesundheitsinformationen privat halten möchten.
Abrechnungs- und Kündigungspraktiken
Die Klage wirft Hims & Hers zudem irreführende Abrechnungs- und Abonnementpraktiken vor. Laut der Beschwerde erklärte das Unternehmen den Nutzern, dass sie vor einer Belastung ihres Kontos eine Konsultation mit einem Arzt durchführen würden. In der Praxis wurden die meisten Kunden kurz nach dem Ausfüllen eines Online-Eingabeformulars belastet, oft ohne jemals eine Beratung erhalten zu haben. Die FTC behauptet, dass Hims & Hers Nutzer für wiederkehrende Abonnements angemeldet hat, bevor diese die Möglichkeit hatten, die Bedingungen zu prüfen oder zu genehmigen, und es ihnen anschließend erschwert hat, diese Abonnements zu kündigen. Die Beschwerde enthält einen Bericht eines Verbrauchers, der beschreibt, wie nach der Zusicherung, dass vor einem Arztbesuch keine Gebühren anfallen würden, sofort nach dem Absenden des Eingabeformulars Geld abgebucht wurde.
Mir wurde gesagt, dass ich in ein paar Tagen mit einem Arzt sprechen könne und dass an diesem Tag nichts von meiner Karte abgebucht würde. Him's & Her's hat sofort abgebucht! Ich habe nie meine Einwilligung gegeben, dass vor einem Gespräch mit einem Arzt Gebühren anfallen.
Unternehmen wehrt sich
Hims & Hers wies die Vorwürfe der FTC in einer öffentlichen Stellungnahme zurück. Das Unternehmen argumentierte, die Behörde „ignoriere etablierte Landesgesetze und Branchenstandards im Bereich der Telemedizin und verdrehe das Gesetz, um Anschuldigungen zu konstruieren.“ Es beschuldigte die Behörde zudem, den Fall zu verfolgen, um Aufmerksamkeit zu erregen, und bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Zu den spezifischen Vorwürfen der Datenweitergabe äußerte sich das Unternehmen nicht explizit ablehnend. In seiner Erklärung hieß es, Kunden erhielten die notwendigen Informationen, um fundierte Entscheidungen zu treffen, und die Datenschutzrichtlinie erlaube es den Nutzern, die Verwendung ihrer Daten zu kontrollieren.
Dies ist keine Durchsetzung, die auf Verbraucherschutz beruht; es ist ein Versuch, auf unsere Kosten Schlagzeilen zu generieren.
Klage und Marktreaktionen
Der Fall wurde am Mittwoch nach dem FTC-Gesetz vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht, wobei Utah und Los Angeles County neben der FTC als Mitkläger auftreten. Die Aktien von Hims & Hers fielen nach Bekanntwerden der Klage um etwa 10 bis 12 Prozent. Das Unternehmen ist zu einer der größten Telemedizin-Plattformen in den Vereinigten Staaten gewachsen, insbesondere im Markt für Gewichtsverlustmedikamente, indem es Patienten online mit lizenzierten Anbietern verbindet und Behandlungen direkt nach Hause liefert.


