Trump sichert Iran-Friedensrahmen, Hormus wieder geöffnet, aber Atomabkommen vor Midterms ungewiss
Ein von Pakistan vermitteltes Memorandum of Understanding beendet drei Monate Feindseligkeiten und hebt die Blockade der Straße von Hormus auf, doch das Schicksal von Teherans Atomprogramm bleibt ungelöst.
Das Durchbruchsabkommen
Nach mehr als drei Monaten Krieg einigten sich die USA und der Iran am Sonntag auf ein Rahmen-Friedensabkommen, das die derzeitige Waffenruhe um 60 Tage verlängert, die US-Seeblockade iranischer Häfen beendet und die Straße von Hormus wiedereröffnet. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif, der die Gespräche vermittelte, gab die Einigung am frühen Montag in den sozialen Medien bekannt. Präsident Donald Trump bestätigte sie auf seiner Plattform Truth Social und bezeichnete das Abkommen als vollständig. Eine formelle Unterzeichnung ist für Freitag in der Schweiz geplant.
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Das Abkommen baut Irans Atomprogramm nicht ab, Trumps erklärtes Hauptkriegsziel. Stattdessen wird diese Frage auf die bevorstehenden 60-tägigen Gespräche verschoben. Die Bedingungen umfassen Berichten zufolge auch die Freigabe von 25 Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Beide Seiten haben die Rahmenvereinbarung mitunter widersprüchlich interpretiert.
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- Trump und Iran einigen sich auf Friedensrahmen, Waffenruhe um 60 Tage verlängert
- Formelle Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz
Markteuphorie
Die asiatischen Aktienindizes legten zu, Tokio und Seoul gewannen am frühen Montag mehr als 5%. S&P-500-Futures stiegen um 0,8%, Nasdaq-Futures um 1,4%. Die Ölpreise brachen ein: Brent-Rohöl fiel um 3,51 Dollar oder 4% auf 83,82 Dollar pro Barrel, während US West Texas Intermediate um 3,93 Dollar auf 80,95 Dollar sank. Der Dollar-Index fiel um 0,31% auf ein 10-Tage-Tief von 99,492, da Anleger in riskantere Anlagen umschichteten.
Die Aussicht auf einen anhaltenden Rückgang der Energiepreise verändert die Diskussion für die Zentralbanken kurz vor einer Reihe von politischen Entscheidungen.
Die Erholungsrallye kühlte die Inflationsängste vor einer ereignisreichen Zentralbankwoche ab, in der die Fed, die Bank of Japan, die EZB und andere tagen. Die Märkte reduzierten ihre Zinserhöhungswetten und preisten nur noch eine 40%ige Wahrscheinlichkeit einer Fed-Maßnahme bereits im Oktober ein.
- Nikkei-Futures
- 2 %
- S&P-500-Futures
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- Nasdaq-Futures
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- Dollar-Index
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Bleibende Zweifel und Risiken in Hormus
Der Iran knüpfte jedes Abkommen an Israels Feldzug gegen die Hisbollah im Libanon, wo am Wochenende erneut Gewalt ausbrach. Ein israelischer Angriff auf Beirut am Sonntag stieß sowohl bei Trump als auch in Teheran auf scharfe Kritik. Das iranische gemeinsame Oberkommando erklärte, der Finger sei am Abzug, und das Außenministerium machte Washington verantwortlich.
Israel war nicht Vertragspartei des geplanten US-Iran-Abkommens.
Selbst der Status der Straße ist unklar. Der Iran erklärte, der Verkehr würde gemeinsam mit Oman geregelt, was die Aussicht auf eine Schifffahrtsgebühr eröffnet. Analysten warnten, dass der Iran durch seine Bereitschaft, die Wasserstraße monatelang abzuwürgen, ein jahrzehntealtes Tabu gebrochen und Teheran einen dauerhaften Hebel gegenüber seinen Nachbarn verschafft habe. Saudi-Arabien und die VAE haben ihre Exporte bereits auf die Häfen am Roten Meer und in Fudschaira verlagert, eine logistische Veränderung, die sich kaum rückgängig machen lässt.
Internationale Reaktion
UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte das Abkommen als entscheidenden Schritt in Richtung Frieden. Europäische Staats- und Regierungschefs aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien verpflichteten sich, mit allen Seiten zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass der Iran niemals eine Atomwaffe erhält. Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi sagte, sie hoffe stark, dass die freie Schifffahrt durch Hormus praktisch gewährleistet werde.
Der Iran darf niemals eine Atomwaffe besitzen.
Was ungelöst bleibt
Über die Atomakte hinaus lässt das Abkommen die Frage offen, wie schnell die Ölströme auf das Vorkriegsniveau zurückkehren können. Reeder und Versicherer dürften vorsichtig bleiben, und selbst nach der Wiedereröffnung von Hormus könnten hohe Versicherungskosten und eine Präferenz für alternative Exportrouten bestehen bleiben. Das 60-tägige Verhandlungsfenster beginnt am Freitag, aber angesichts des Widerstands der Falken in Washington gegen Zugeständnisse und der Offenhaltung militärischer Optionen durch Teheran bleibt die Waffenruhe fragil.


