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Diplomatie·vor 3 Std.

Französische Journalisten fordern bei WM-Pressekonferenz Freilassung inhaftierten Fußball-Autors

Französische Journalisten hielten vor der Pressekonferenz Frankreichs Schals mit der Aufschrift „Free Gleizes“ hoch und ließen bei jedem Spiel einen Sitzplatz frei, um auf die Inhaftierung von Christophe Gleizes aufmerksam zu machen, einem Autor des Magazins So Foot, der in Algerien zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde.

Inhaftierung in Algerien

Christophe Gleizes, ein 37-jähriger Journalist des französischen Magazins So Foot, wurde im Mai 2024 in der Kabylei festgenommen, während er über den Fußballverein JS Kabylie berichtete. Er reiste mit einem Touristenvisum und wurde im Juni 2025 wegen „Terrorismusverherrlichung“ zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Im März 2026 zog er seine Kassationsbeschwerde zurück, in der Hoffnung auf eine Begnadigung durch den Präsidenten. Seitdem hat er laut seiner Familie so gut wie keinen Kontakt mehr zur Außenwelt.

Demonstration bei der Pressekonferenz

Am Montag, den 15. Juni, entrollten Dutzende französische Journalisten vor dem Spiel Frankreich gegen Senegal im Presseraum des MetLife Stadiums „Free Gleizes“-Schals. Vincent Duluc, Präsident des Verbands der Sportjournalisten in Frankreich (UJSF), hielt die WM-Akkreditierung von Gleizes in die Höhe und stellte in dessen Namen eine Frage zu den obligatorischen Trinkpausen während des Turniers. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps antwortete, er habe die Eltern von Gleizes beim Finale des Coupe de France getroffen und hoffe, dass der Journalist bald wieder seine eigenen Fragen stellen könne.

Ich hoffe für ihn und seine Familie, dass er so bald wie möglich hier sein kann, um seine Fragen selbst zu stellen.

Eltern bei der Weltmeisterschaft

Gleizes' Mutter Sylvie Godard und sein Stiefvater Francis Godard reisten auf Einladung der FIFA nach New York. Sie berichteten, Christophe habe sein Zeitgefühl verloren und fühle sich von der Welt „abgeschnitten“. „Christophe sollte an unserer Stelle sein; es ist unsere Pflicht, hier zu sein, um ihn zu unterstützen“, sagte Sylvie Godard gegenüber Reportern.

Er beginnt, die Zeit als lang zu empfinden, und würde gerne unter Ihnen, den Sportjournalisten, sein. Hier ist der Ort, an den er gehört.

Die Familie merkte an, dass Stars wie Kylian Mbappé und Zinedine Zidane sich nicht öffentlich zu dem Fall geäußert hätten, sie wollten diese jedoch während des Turniers nicht unter Druck setzen.

Politische und institutionelle Reaktionen

FIFA-Präsident Gianni Infantino genehmigte persönlich die Akkreditierung von Gleizes für die Weltmeisterschaft und forderte dessen Freilassung – ein Schritt, der von der algerischen Regierung umgehend verurteilt wurde. Französische Regierungsvertreter haben keine öffentliche Stellungnahme abgegeben, doch der Fall bleibt ein sensibles diplomatisches Thema zwischen Paris und Algier.

Symbolischer leerer Sitzplatz

Auf der Pressetribüne wird bei jedem Spiel Frankreichs ein Sitzplatz für Gleizes freigehalten, um seine Abwesenheit zu symbolisieren. Die Initiative, die von französischen Journalistenverbänden unterstützt wird, soll während des gesamten Turniers fortgesetzt werden. Das Spiel am Dienstag gegen Senegal im MetLife Stadium ist das erste, bei dem dieser Protest stattfindet.

Wichtige Ereignisse im Fall Christophe Gleizes
  1. Festnahme in der Kabylei während einer Reportage für So Foot
  2. Verurteilung zu sieben Jahren Haft wegen 'Terrorismusverherrlichung'
  3. Rückzug der Revision zur Beantragung einer Begnadigung durch den Präsidenten
  4. Demonstration bei der Pressekonferenz; Infantino fordert Freilassung
  5. Leerer Sitzplatz beim Spiel Frankreich gegen Senegal
East Rutherford · Algier

8 Quellen

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