
Französische Dieselpreise erreichen Rekord von 2,41 Euro – Regierung erwägt neue Fahrerhilfe
Diesel erreichte am 18. September einen Rekorddurchschnitt zwischen 2,39 und 2,41 Euro pro Liter, was Gespräche im Élysée-Palast mit politischen Führern und Pläne für überarbeitete Fahrerzuschüsse ab dem 1. Oktober auslöste.
Rekordpreise an den Zapfsäulen in ganz Frankreich
Französische Tankstellen verzeichneten am 18. September historische Höchstpreise für Kraftstoffe, angetrieben durch den eskalierenden geopolitischen Konflikt im Nahen Osten. Die von der Agence France-Presse und ministeriellen Erhebungen zusammengestellten landesweiten Tagesdurchschnitte lagen für Diesel zwischen 2,39 und 2,41 Euro pro Liter und übertrafen damit den bisherigen Höchststand von 2,38 Euro aus dem April 2026. Normalbenzin SP95-E10 erreichte 2,169 bis 2,170 Euro pro Liter, während SP98 auf 2,215 bis 2,266 Euro stieg. Ein kurzzeitiger Preisrückgang nach einem Ende Juni zwischen den USA und dem Iran geschlossenen Protokoll kehrte sich mit der Intensivierung der regionalen Feindseligkeiten schnell wieder um. Die Kraftstoffkosten sind seit Beginn des Konflikts erheblich gestiegen; ein voller Dieseltank ist 38 % teurer, die Benzinvarianten verteuerten sich um 22 % bis 25 %.
- Diesel
- 38 %
- SP95-E10
- 25 %
- SP98
- 22 %
Schlangen an Tankstellen und lokale Preisunterschiede
Der Preisschub führte zu starken Unterschieden zwischen den Tankstellenketten und verursachte lange Schlangen an TotalEnergies-Stationen, wo die Verkaufspreise auf 2,25 Euro pro Liter gedeckelt blieben. Autofahrer in Montpellier und Meudon warteten zwischen 30 und 45 Minuten, um zu tanken; einige füllten Reservekanister als Vorsorge gegen weitere Preiserhöhungen. Konkurrierende Tankstellen, die etwa 20 Cent mehr pro Liter verlangten, verzeichneten kaum Kundenverkehr. In der Sarthe erreichte Diesel außerhalb der Autobahn in Mayet 2,549 Euro pro Liter, während ausgewählte Tankstellen im Elsass an die 3,00 Euro herankamen. Der Preisdruck hat auch zu direkten sozialen Aktionen geführt, darunter lokale Blockaden von Berufsfischern, die gegen die Betriebskosten protestieren.
Ich mache mir keine Sorgen um die Versorgung, aber ich mache mir Sorgen um die Preise. Ich denke, sie werden weiter steigen.
Politische Debatte über die Besteuerung von Kraftstoffen
Präsident Emmanuel Macron lud am 18. September die Fraktionsvorsitzenden der Nationalversammlung und Präsidentschaftskandidaten zu vertraulichen Konsultationen über die Treibstoffkrise in den Élysée-Palast ein. Die rechten Oppositionsführer, darunter Jordan Bardella und Éric Ciotti vom Rassemblement National, forderten sofortige Kürzungen der staatlichen Abgaben. Die staatlichen Steuern machen fast die Hälfte des Verbraucherpreises an der Zapfsäule aus. Bei einem Liter SP95 für 2,17 Euro entfallen 1,14 Euro auf die Ölförderung und den gewerblichen Vertrieb, während der Staat 80 Cent an festen Steuern sowie 23 Cent Mehrwertsteuer zum Satz von 20 % einnimmt. Oppositionspolitiker verwiesen auf Nachbarländer wie Spanien, das die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe im Frühjahr von 21 % auf 10 % gesenkt hat, sowie auf Hilfsprogramme in Italien und Deutschland.
- Rohöl und Vertrieb
- 1.14 EUR
- Feste inländische Steuer
- 0.8 EUR
- Mehrwertsteuer (20 %)
- 0.23 EUR
Fiskalische Grenzen und gezielte staatliche Hilfen
Macron lehnte breite Steuersenkungen und verbindliche Preisobergrenzen ab und argumentierte, dass nicht im Haushalt eingeplante Ausgaben das Staatsdefizit vergrößern und künftige Steuern erhöhen würden. Er erklärte, die Regierung werde sich stattdessen auf die Sicherung der Seewege durch die Straße von Hormus konzentrieren und kündigte die Einberufung eines G7-Treffens zur Energieversorgung an. Haushaltsberechnungen des OFCE-Ökonomen Mathieu Plane zeigten, dass eine Senkung der Kraftstoffsteuer um einen Cent die jährlichen Staatseinnahmen um mehr als 500 Millionen Euro schmälert, was eine Senkung um zehn Cent fiskalische Kosten von fünf Milliarden Euro verursachen würde.
Bevor wir eine maximale Summe Geldes ausgeben, das Geld der französischen Steuerzahler ist und sich entweder in einem höheren Defizit oder in Steuern niederschlagen wird, müssen wir uns vor allem mobilisieren, um die Ursachen zu bekämpfen.
Regierungssprecherin Maud Bregeon bestätigte, dass das derzeitige Programm zur Unterstützung von Vielfahrern nicht am 30. September auslaufen werde, ohne ersetzt zu werden; ein neuer, zielgerichteter Mechanismus für berufstätige Bürger werde am 1. Oktober starten. Die branchenspezifischen Hilfen für Landwirtschaft, Baugewerbe und Fischerei wurden bis zum 31. Dezember verlängert und bieten Fischerbesatzungen bis zur EU-Obergrenze von 35 Cent pro Liter.


