
Frankreich und Spanien bereiten sich auf ein WM-Halbfinale am Bastille-Tag vor: Fitnesstests, Psychospiele und ein baskisches Schachspiel
Frankreichs Kapitän Kylian Mbappe wird trotz einer leichten Knöchelverletzung spielen, während Spaniens Lamine Yamal hofft, dass sein 19. Geburtstag einen entscheidenden WM-Abend im AT&T-Stadion einläutet.
Mannschaftsnachrichten und Verletzungssorgen
Frankreich geht mit einem sauberen Gesundheitszeugnis für seinen einflussreichsten Angreifer ins WM-Halbfinale. Kylian Mbappe absolvierte die letzte Trainingseinheit am Montag nicht vollständig, nachdem er sich spät im Viertelfinalsieg gegen Marokko eine leichte Knöchelverletzung zugezogen hatte, aber der Kapitän trainierte teilweise und Trainer Didier Deschamps bestätigte, dass er fit ist. „Kylian geht es gut“, sagte Deschamps und fügte hinzu, dass Mbappe eine etwas leichtere Belastung erhielt, indem er zehn Minuten in einer Übung statt fünfzehn absolvierte. Der Stürmer hat bei diesem Turnier acht Tore erzielt und bleibt der Mittelpunkt des Angriffs von Les Bleus.
Mittelfeldspieler Aurélien Tchouaméni ist ebenfalls verfügbar, nachdem er zwei Spiele mit einer Oberschenkelverletzung verpasst hatte. Der 26-jährige Spieler von Real Madrid stand zuletzt am 30. Juni beim 3:0-Sieg im Achtelfinale gegen Schweden auf dem Platz. Deschamps sagte, das Risiko sei für das Viertelfinale zu hoch gewesen, aber Tchouaméni sei jetzt fit genug, um aufgestellt zu werden, wenn auch noch nicht bei 100 Prozent. Seine Rückkehr gibt Frankreich eine natürliche defensive Präsenz, um Spaniens Ballbesitzspiel standzuhalten.
Für Spanien wurde Stürmer Lamine Yamal am Vorabend des Spiels 19 und sucht noch immer nach seiner besten Form. Er trug eine Oberschenkelverletzung ins Turnier, nachdem er Ende April einen Elfmeter für Barcelona verwandelt hatte, und hat einmal getroffen, ohne einen Assist zu liefern. Trainer Luis de la Fuente sagte Reportern: „Ich bin sicher, dass Lamine ein großartiger WM-Tag noch bevorsteht. Ich hoffe, es ist morgen, und wenn nicht, dann im Finale, falls wir dorthin kommen.“
Der taktische Kampf um den Ball
Deschamps wehrte sich gegen die Vorstellung, dass Frankreich den Ballbesitz abgeben und sich nur auf Konter verlassen würde. „Spanien kann viel Druck ausüben, aber wir sind auch ein Team, das den Ball braucht“, sagte er. „Es wird einen Kampf um die Kontrolle geben.“ Mittelfeldspieler Warren Zaïre-Emery betonte, dass Frankreich sich anpassen könne, und merkte an, dass sie die Qualitäten hätten, schnell anzugreifen, den Ball zu halten und gut zu verteidigen, und dass das Spiel die Herangehensweise bestimmen werde.
De la Fuente stellte das Duell als einen Zusammenprall „antagonistischer Stile“ dar und warnte vor Frankreichs „sehr gefährlichen“ Umschaltmomenten. Er sagte, sein Stab habe Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise sehr genau analysiert, und der Schlüssel sei, dass Spanien seine eigenen Eigenschaften durchsetze, während es den Gegner neutralisiere. Er räumte ein, dass das 5:4 im Nations-League-Halbfinale des letzten Jahres, als Spanien in den letzten fünfzehn Minuten beinahe eine 5:1-Führung verspielt hätte, von beiden Seiten untersucht worden sei.
- Kylian Mbappe (Frankreich)
- 8 Tore
- Ousmane Dembélé (Frankreich)
- 5 Tore
- Lamine Yamal (Spanien)
- 1 Tore
Rache, Respekt und die Favoritenrolle
Zaïre-Emery sagte, die Mannschaft sei von dem Wunsch getrieben, die Halbfinalniederlage bei der EM 2024 zu rächen, bei der Spanien Frankreich in München besiegte. „Wir haben meiner Meinung nach eine andere Mannschaft“, sagte er. „Wir wollen gegen Spanien gewinnen und uns für die EM revanchieren.“ Deschamps bezeichnete Spanien wiederholt als Favoriten und verwies auf ihre Defensivbilanz von nur einem Gegentor in den letzten sechs oder sieben Spielen und ihre Erholung nach einem 0:0-Auftakt gegen Kap Verde. De la Fuente tat die Bezeichnung als irrelevant ab. „Zu hören, dass man Favorit ist oder nicht, bedeutet nichts“, sagte er. „Wir sind beide großartige Teams.“
Zusammenhalt abseits des Platzes und baskische Wurzeln
Frankreichs Spieler haben ihren Turnierverlauf teilweise durch private Gespräche ohne das Trainerteam aufgebaut, indem sie im Hotel in kleinen Gruppen Spiele analysierten. Adrien Rabiot beschrieb ein „echtes Gefühl von Harmonie und echter Verbundenheit“, das sich auf das Spielfeld übertrage, während Jules Koundé sagte, die kollektive Defensivarbeit beginne damit, dass die Stürmer bereits beim ersten Pass des Gegners pressen. Das Halbfinale hat auch eine ausgeprägte baskische Note: Deschamps wuchs 40 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt auf, und De la Fuente stammt aus derselben Region, eine Besonderheit für eine Region mit 3,1 Millionen Einwohnern.
Wir kommunizieren viel und reden regelmäßig miteinander. Im Hotel, in unserer Freizeit, versuchen wir, Spiele gemeinsam in kleinen Gruppen zu analysieren. Das ist wichtig, über alles hinaus, was der Trainer und sein Stab bieten.
Was als Nächstes kommt
Deschamps, der 57-Jährige, der 1998 als Kapitän die Trophäe in die Höhe stemmte und 2022 das Finale im Elfmeterschießen gegen Argentinien verlor, hat gesagt, dies werde sein letztes WM-Finale sein, wenn Frankreich weiterkommt. Er will eine weitere Chance auf der größten Bühne des Sports. Der Sieger trifft entweder auf Argentinien oder England.


