
Über 400 französische Schulen geschlossen – fast 2.000 Festnahmen bei Schülerprotesten
Rund 400 französische Bildungseinrichtungen blieben am 2. Oktober 2026 geschlossen, nachdem landesweite Schülerdemonstrationen gegen Lehrkräftemangel und Haushaltskürzungen eskaliert waren; die Polizei nahm fast 2.000 Personen fest.
Landesweite Störungen und Schulschließungen
Rund 400 Schulen in ganz Frankreich blieben am 2. Oktober 2026 geschlossen, nachdem sich die Schülerdemonstrationen über die Arbeitsbedingungen im Bildungswesen zu weitreichenden Störungen ausgeweitet hatten. Der französische Bildungsminister Édouard Geffray erklärte, landesweit seien 1.207 Gymnasien blockiert oder betroffen gewesen, darunter Städte wie Paris, Marseille, Lyon, Lille, Bordeaux, Nantes, Straßburg und Toulouse. Die Sicherheitsdienste registrierten am Donnerstag 900 einzelne Protestaktionen in allen französischen Départements. Die eskalierenden Demonstrationen führten zu 65 Verletzten unter dem Bildungspersonal, darunter mindestens 40 Lehrkräfte. Die Behörden meldeten, dass die Polizei allein am Donnerstag 1.949 Personen festnahm, womit die Gesamtzahl der Festnahmen seit Beginn der Bewegung auf rund 2.000 stieg; 90 Prozent der Festgehaltenen waren Minderjährige.
- Schüler des Lycée Saint-Exupéry in Créteil starten Proteste gegen Lehrkräftemangel und schlechte Gebäudebedingungen
- Die Sicherheitsdienste zählen 900 Protestaktionen in ganz Frankreich, die Polizei nimmt 1.949 Personen fest
- Das Bildungsministerium meldet 1.207 betroffene Gymnasien landesweit, mehr als 400 davon geschlossen
Zentrale Beschwerden und Haushaltsdruck
Die Bewegung begann am 21. September 2026 am Lycée Saint-Exupéry in Créteil bei Paris und breitete sich anschließend im ganzen Land aus. Schüler und Lehrkräfte organisierten Unterrichtsboykotts, um gegen den chronischen Lehrkräftemangel, verspätete Gehaltszahlungen für Vertragsbedienstete, marode Gebäude mit schlechter Isolierung und Klassengrößen von bis zu 35 Schülern zu protestieren. Die Unzufriedenheit richtete sich auch auf regionale Ungleichheiten, insbesondere in benachteiligten Départements wie Seine-Saint-Denis im Vergleich zu wohlhabenderen Bezirken. Die Mobilisierung weitete sich aus, als die Regierung den Staatshaushalt für 2027 vorbereitete, der Ausgabenkürzungen von 54 Milliarden Euro vorsieht. Studierende und Gymnasiasten äußerten Bedenken wegen möglicher Kürzungen bei Wohngeld und der allgemeinen Lebenshaltungskosten.
Gewalt und Reaktion der Regierung
Sachbeschädigungen und Zusammenstöße nahmen zu, als sich die Proteste verschärften. Demonstranten legten Brände in zwei Gymnasien, in Marseille wurden Mitarbeiter mit Benzin übergossen, in Straßburg wurde ein Fahrzeug angezündet, und in Toulouse setzte die Polizei Maßnahmen zur Auflösung von Menschenansammlungen gegen Jugendliche ein. Die Regierung sagte nach einer Krisensitzung alle geplanten Ministerreisen bis Montag ab. Justizminister Gérald Darmanin erklärte im Radio auf RTL, auswärtige Randalierer nutzten die Lage aus, und wies die Staatsanwaltschaft an, die zivilrechtliche Haftung der Eltern für Schäden zu verfolgen.
Eine kleine Gruppe beteiligt sich aktiv und begeht Gewalt. Es ist nicht einmal klar, ob es sich wirklich um Gymnasiasten handelt.
Bildungsminister Édouard Geffray setzte für Freitag Treffen mit Schülerverbänden und Elternvertretern an und empfahl für stark betroffene Einrichtungen den Fernunterricht.
Grundsätzlich haben wir keine gewalttätigen Gymnasiasten, oder es gibt sehr wenige. Was wir haben, sind Menschen von außen, die Schaden anrichten wollen.
Politische Reibungen und Vorwürfe
Regierungsvertreter aus dem Umfeld von Premierminister Sébastien Lecornu führten die Unruhen auf linksradikale politische Gruppen zurück und beriefen sich auf Geheimdienstbewertungen, die eine Koordination durch La France Insoumise (LFI) behaupteten. Der Abgeordnete Louis Boyard und andere LFI-Vertreter wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, die Regierung versuche, von strukturellen Defiziten im Bildungswesen abzulenken. Der Präsident des Rassemblement National, Jordan Bardella, forderte, dass die politischen Gruppen, die die Demonstrationen unterstützen, für Sachschäden aufkommen. Der frühere Studentenführer von 1968, Daniel Cohn-Bendit, merkte an, dass die Beschwerden über unterbesetzte Schulen und Lebenshaltungskosten zwar weit verbreitet seien, die Unruhen auf der Straße jedoch die politischen Forderungen nach Sicherheit stärken könnten.
- Verletzte Bildungsbedienstete insgesamt
- 65 Personen
- Verletzte Lehrkräfte
- 40 Personen


