
Frankreich schlägt vorübergehende Steuersenkungen für Schenkungen und Geldtransfers innerhalb der Familie im Haushaltsplan 2027 vor
Premierminister Sébastien Lecornu stellte am 12. September 2026 den Plan 'Transmissions 2027' vor, der vorübergehende Steuerbefreiungen und reduzierte Pauschalsteuersätze einführt, um frühere Vermögensübertragungen zwischen den Generationen zu fördern.
Die Transmissions-2027-Initiative
Am 12. September 2026 stellte das Büro des französischen Premierministers Sébastien Lecornu ein Maßnahmenpaket mit dem Titel Transmissions 2027 vor, das in den kommenden Haushaltsentwurf für 2027 aufgenommen werden soll. Die Initiative sieht vorübergehende fiskalische Maßnahmen vor, die Familien dazu anregen sollen, Vermögen zu Lebzeiten an jüngere Generationen weiterzugeben, anstatt auf die Erbschaft nach dem Tod zu warten. Laut von Matignon veröffentlichten Briefing-Unterlagen haben französische Haushalte beträchtliche private Ersparnisse angesammelt, aber Vermögensübertragungen erfolgen häufig erst, wenn die Erben bereits ihre Karriere etabliert, Häuser gekauft und sich niedergelassen haben. Die Regierung beabsichtigt, diese Maßnahmen 2027 in Kraft zu setzen, um die heimische Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln, indem Mittel zur Verfügung gestellt werden, wenn junge Erwachsene mit hohen Anfangskosten konfrontiert sind.
Frankreich spart viel, gibt aber zu spät weiter. Dabei ist es genau der Moment, in dem man eine Wohnung findet, eine Familie gründet, investiert oder ein Unternehmen gründet, in dem dieses Geld am nützlichsten ist.
Freibetragsgrenzen für Geldschenkungen
Ein zentrales Element des Entwurfs ist die Anhebung des steuerfreien Freibetrags für Geldschenkungen innerhalb der Familie. Nach geltendem französischen Steuerrecht kann eine Person bis zu 31.865 Euro Bargeld an ein Familienmitglied verschenken, ohne dass Schenkungssteuer anfällt. Der Plan Transmissions 2027 sieht vor, diese steuerfreie Schwelle auf 50.000 Euro anzuheben. Um in den Genuss der Befreiung zu kommen, muss der Schenker unter 80 Jahre alt sein und der Empfänger ein volljähriges Kind, Enkelkind oder Urenkelkind sein. Der Premierminister bezeichnete diese Maßnahme auf der Social-Media-Plattform X als direktes Instrument, um private Liquidität an jüngere Erwachsene weiterzugeben, die in den Immobilienmarkt einsteigen oder Geschäftsvorhaben finanzieren wollen.
- Aktuelle Grenze
- 31865 €
- Vorgeschlagene Grenze
- 50000 €
Pauschalsteuersätze für klassische Schenkungen
Die Regierung skizzierte außerdem ein vereinfachtes Steuerregime für klassische Schenkungen, die das volle Eigentum an Vermögenswerten innerhalb der Familie betreffen. Nach dem Vorschlag unterliegt der steuerpflichtige Teil einer Schenkung nach Abzug der gesetzlichen Freibeträge einem vorübergehenden einheitlichen Pauschalsteuersatz von 6 %, gedeckelt auf 100.000 Euro pro Schenker und volljährigem Empfänger. Bei einer Übertragung, die diese 100.000-Euro-Grenze erreicht, würde die fällige Steuer von den üblichen 18.200 Euro nach den geltenden Steuersätzen auf 6.000 Euro sinken. Darüber hinaus weitete Matignon die Anwendung dieses 6-%-Pauschalsteuersatzes auf das weitere Familiennetzwerk aus, einschließlich Übertragungen von Tanten und Onkeln an Nichten und Neffen. Der Plan enthält auch einen Anreiz für wohltätige Zwecke: Der Pauschalsteuersatz sinkt von 6 % auf 5 %, wenn der Schenker gleichzeitig eine Spende an eine Organisation leistet, die benachteiligte Gruppen unterstützt.
- Aktuelle Steuerregeln
- 18200 €
- Vorgeschlagener Pauschalsteuersatz von 6 %
- 6000 €
Unternehmensübertragungen und Haushaltsdebatte
Die vorübergehenden Schenkungsregeln sind so konzipiert, dass sie mit dem bestehenden französischen Rahmen für Unternehmensnachfolgen harmonieren. Matignon stellte fest, dass der Plan Transmissions 2027 den seit langem bestehenden Dutreil-Pakt ergänzt, der die Steuerlast bei der Übertragung von Familienunternehmen an Nachkommen reduziert. Der Plan wirkt auch neben dem Papin-Pakt, der in der zweiten Septemberwoche 2026 von Minister Serge Papin vorgestellt wurde, um Übernahmen von Unternehmen durch Mitarbeiter zu erleichtern.
Ersparnisse früher an junge Menschen und wohltätige Vereinigungen weiterzugeben und Unternehmensübernahmen durch Mitarbeiter zu fördern: Das unterstützt die Wirtschaftstätigkeit und erneuert das Band der Solidarität zwischen den Generationen.
Der Vorschlag verfolgt einen anderen fiskalischen Ansatz als linke Parteien, die höhere Erbschaftssteuern befürworten. Die Bestimmungen werden einer formellen parlamentarischen Prüfung unterzogen, wenn die Nationalversammlung den Haushaltsentwurf für 2027 berät.


