
Frankreich indexiert Mindestsozialleistungen, erwägt aber Begrenzung des Rentenwachstums im Haushalt 2027
Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou bestätigte, dass RSA- und Aspa-Leistungen 2027 der Inflation folgen werden, während er Rentner aufforderte, eine gemeinsame Haushaltsdisziplin im 400-Milliarden-Euro-Rentensystem zu akzeptieren.
Indexierung der Sozialleistungen im Haushalt 2027
Frankreichs Minister für Arbeit und Solidarität, Jean-Pierre Farandou, gab am 28. August bekannt, dass die grundlegenden Sozialleistungen im kommenden Haushalt 2027 der Inflation folgen werden. Nach einer Schlichtung durch Premierminister Sébastien Lecornu entschied die Regierung, die Inflationsindexierung für das Active Solidarity Income (RSA) und die Solidaritätsbeihilfe für ältere Menschen (Aspa) beizubehalten. Farandou deutete jedoch an, dass die regulären Renten möglicherweise nicht die gleiche vollständige Inflationsanpassung erhalten, da die Exekutive die Ausgaben eindämmen will.
Bei den sozialen Mindestleistungen hat der Premierminister entschieden: Wir werden die RSA und die Mindestrente, die sogenannte Aspa, indexieren.
Debatte über Kosten der Rentenindexierung
In einem Beitrag zu den Staatsfinanzen auf Franceinfo argumentierte Farandou, dass eine vollständige Indexierung der allgemeinen Renten zu erheblichen fiskalischen Schwierigkeiten führe. Bei Gesamtausgaben von 400 Milliarden Euro für die Renten in Frankreich führen automatische Aufwärtskorrekturen in Inflationsperioden zu erheblichen Mehrkosten für das bereits angespannte System der sozialen Sicherheit. Farandou betonte, dass aktive Arbeitnehmer zur Finanzierung der Rentner beitragen, und erklärte, dass ältere Bürger sich an den gemeinsamen Anstrengungen zur Wiederherstellung der öffentlichen Konten beteiligen sollten. Seine Äußerungen folgen auf Aussagen von Wirtschaftsminister Roland Lescure, der zuvor mögliche Beiträge wohlhabenderer Rentner angeregt hatte. Einen Tag zuvor, während einer Debatte auf der Rencontre des entrepreneurs de France des Wirtschaftsverbandes Medef, erklärte Farandou, dass der automatische Indexierungsmechanismus zu teuer sei und das staatliche Rentensystem nicht über die finanzielle Kapazität verfüge, ihn beizubehalten.
Es gibt natürlich ein wirtschaftliches Problem, denn eine 100-prozentige Indexierung an die Inflation, wenn man sie auf 400 Milliarden anwendet, geht sehr schnell.
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Reaktion des Rentnerverbandes und politische Debatte
Die Äußerungen des Ministers stießen auf schnellen Widerstand von Rentnerverbänden. Christian Bourreau, Präsident des Französischen Rentnerverbandes (Union Française des Retraités), bezeichnete den vorgeschlagenen Appell an die Senioren als diskriminierende Maßnahme und warnte, dass ältere Bürger einem ständigen Kaufkraftverlust ausgesetzt seien. Bourreau argumentierte, dass Rentner immer wieder finanzielle Lasten tragen müssten, und deutete an, dass seine Organisation die Präsidentschaftskandidaten in Bezug auf die Rentenpolitik genau prüfen werde.
Rentner müssen sich beteiligen. Aber warum nur Rentner?
Ausgabenprioritäten und Reformen des Arbeitsministeriums
Das Ministerium für Arbeit und Solidarität verfügt über einen Gesamtrahmen von rund 40 Milliarden Euro und steht vor Kürzungsforderungen von über 2 Milliarden Euro, nachdem die Mitte Juli veröffentlichten Ausgabenrichtlinien der Regierung eine Kürzung von 2,8 Milliarden Euro für die Arbeitsmission vorsahen. Farandou erklärte, dass bestimmte Schlüsselprogramme vor Ausgabenkürzungen geschützt bleiben. Zu diesen geschützten Bereichen gehören staatliche Zuschüsse für die Einstellung von Auszubildenden, die Finanzierung von Berufsbildungsorganisationen und Jugendbeschäftigungsverträge, die über lokale Missionen abgewickelt werden. Die Arbeitsaufsichtsbehörde wird ebenfalls ihre Belegschaft von fast 2.000 Inspektoren beibehalten.
- Aktuelle Höchstdauer (unter 50)
- 18 Monate
- Vorschlag von Édouard Philippe (unter 50)
- 12 Monate
In Bezug auf die allgemeine Beschäftigungspolitik reagierte Farandou auf einen Vorschlag des Kandidaten Édouard Philippe, die maximale Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für Arbeitsuchende unter 50 Jahren von 18 auf 12 Monate zu senken. Farandou bestand darauf, dass Änderungen aus dem sozialen Dialog mit den Sozialpartnern hervorgehen müssen und nicht durch abrupte Maßnahmen. Er fügte hinzu, dass die Berücksichtigung beruflicher Härten weiterhin unerlässlich sei, wenn man die Arbeitnehmer auffordere, länger zu arbeiten, und merkte an, dass frühere Rentengespräche kurz vor einer Lösung der Härtefallregelungen gestanden hätten. Die parlamentarische Prüfung des Haushaltsentwurfs 2027 und der Sozialversicherungsgesetze soll im Oktober beginnen.


